Kinderhospiz in Siebenbürgen

Umarmung gegen die Einsamkeit

Sie bleiben nur kurz, aber die jungen Patienten können ankommen für die Zeit, die ihnen bleibt. Im siebenbürgischen Hermannstadt (Sibiu) steht das erste stationäre Kinderhospiz in Rumänien.  Die Kinder sind zwischen sechs Monaten und 17 Jahren alt. Sie kommen zum Teil mit einem Elternteil, aber oft auch alleine. Viele Kinder werden, wenn die Diagnose „unheilbar erkrankt“ gestellt ist, in der Kinderklinik zurückgelassen. Angst, Unwissenheit und die Armut der Eltern führen dazu. Für diese Kinder wird das Leiden dadurch noch größer. Umso mehr brauchen sie Fürsorge, eine Umarmung gegen die Einsamkeit. Das kann ihnen das Kinderhospiz geben.

Bunter Alltag
Zwölf gelernte Krankenschwestern, die einen Kurs für Palliativpflege absolviert haben, betreuen rund um die Uhr die Kinder und deren Familien. Sie werden von Ärztinnen, Seelsorgern, Ergotherapeuten und einer Psychologin unterstützt. Wer jetzt ins Kinderhospiz kommt, erlebt einen bunten Alltag: Die Stimme des fünfjährigen Daniel klingt vergnügt zwischen dem Geräusch des Lungenventilators, der sein ständiger Begleiter ist, die zweijährige Erika weint ab und zu, wenn sie in den Arm genommen werden will, und Andreis Eltern hoffen morgens und abends auf ein „kleines Wunder“, das ihrem 13-jährigen Sohn noch Zeit zum Leben gibt.

Angekommen für die Zeit, die bleibt
Und Daria und Alberto – jeder Tag ist ein Kampf mit der verschleimten Lunge, mit Krampfanfällen und Schmerzen. Abgeschoben, immer im Wettlauf mit dem Leben, stets als Last empfunden, für die Behörden nur eine Zahl und ein paar Akten mehr. Im Kinderhospiz sind sie endlich angekommen, für die Zeit, die ihnen bleibt. Keine Nummer mehr, etwas verwöhnt, schmerzfrei, sauber. Man hat das Gefühl, dass sich hier der Tod erst einmal zurückzieht. Dann pocht viel Leben in der verbleibenden Zeit. Das Kinderhospiz kann zehn Kinder, die auf Palliativpflege angewiesen sind, und ihre Familien betreuen.

Evangelischer Verein kümmert sich

Das Kinderhospiz in Hermannstadt (Sibiu) war 2016 das erste in Rumänien, das sterbenskranke Kinder umsorgt. Der Trägerverein Dr. Carl-Wolff gehört zur Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Rumänien. Er unterhält nicht nur ein Kinderhospiz, sondern auch noch ein Pflegeheim und ein Hospiz für Erwachsene.

Dank zu Ostern 2026

Heimleiterin Ortrud Rhein hat uns geschrieben.

Leben auf Zeit

Den neun bis zehn Kindern, die ständig im Hospiz betreut werden, kommt die Unterstützung aus Deutschland zugute, wie Andrea (14 Jahre). Sie verlor bei einem Autounfall in diesem Jahr ihre Eltern und ihren Onkel. Sie und ihr 7 Jahre jüngerer Bruder überlebten schwerverletzt. Andrea liegt im Wachkoma im Kinderhospiz. Ob sie aufwacht oder nicht, ist nicht abzuschätzen. In einer E-Mail schreibt Ortun Rein, die Leiterin: “Es ist ein Leben auf Zeit in unseren Häusern. Unsere Kinder brauchen uns und wir danken Ihnen, dass Sie unsere Arbeit unterstützen. So können wir den Kindern die notwendige Pflege zukommen lassen.”


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