Die evangelische Minderheit in Usbekistan

Gelegentlich besucht der kirgisische Bischof Alfred Eichholz die Gemeinde

Seit mehr als 25 Jahren unterstützt das Gustav-Adolf-Werk Hessen-Nassau die kleine Evangelisch-Lutherische Kirche in Usbekistan. Das Land hat 32,4 Millionen Einwohner, 90 Prozent sind Muslime (Sunniten). Religiöse Minderheiten sind Orthodoxe, Protestanten, Juden und Katholiken. Nach der massenhaften Ausreise von Russlanddeutschen gibt es nur noch Gemeinden in den größeren Städten, in Taschkent mit 80 Gemeindemitgliedern und in Fergana mit etwa 40 Gemeindemitgliedern.

Das 1896 eingeweiht Kirchengebäude in Taschkent ist die einzige historische lutherische Kirche in Zentralasien. Die übrigen Gemeinden versammeln sich in Bethäusern oder Wohnhäusern. Die Gottesdienste werden von Laienpredigerinnen gehalten, denn aktuell gibt es in der Kirche keine Pfarrer. Als bischöflicher Visitator besucht der kirgisische Bischof Alfred Eichholz die Gemeinde nach Möglichkeit.

Kirchenrenovierung in Taschkent abgeschlossen

Renovierte Kirche Taschkent

Das Dach der ehrwürdigen Benoit-Kirche wurde neu gedeckt. Die marode Dachlattung wurde vorher erneuert. Der Sanitärbereich wurde neu gestaltet und ein eigener Stromanschluss hergestellt. Der Kirchenraum wurde gründlich renoviert und erstrahlt im neuen Glanz. Und auch die Außenanlage wurde hergerichtet und die Eingangsstufen saniert und neu gefliest. Die Gemeinde wäre mit den Kosten der umfangreichen Sanierung völlig überfordert gewesen und war hoch erfreut und dankbar über die Hilfe des GAW und des Martin-Luther-Bundes.

Das GAW Hessen-Nassau unterstützt auch weiter- hin die Gemeinde bei den Löhnen und Sachkosten. In der Gemeinde gibt es einen aktiven Kirchenchor, eine Jugendgruppe und intensive Arbeit mit Kindern, die ehrenamtlich geleistet wird. Auch gibt es eine Diakoniegruppe, die den betagten und hilfsbedürftigen Gemeindegliedern beisteht.

Schon seit längerem besteht die Notwendigkeit, die maroden Kirchenfenster zu erneuern. Auch sollte ein Raum in der Kirche für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hergerichtet werden, was aber aufgrund der Coronapandemie und den damit verbundenen Einschränkungen bislang nicht realisiert werden konnte. Es besteht die Hoffnung, dass dies jetzt bald angegangen werden kann. Zudem wurden kürzlich staatlicherseits verschiedenste Auflagen erteilt: Installaion von Überwachungskameras innen und außen und zum Brandschutz, die erfüllt und finanziert werden müssen, damit die Gemeinde weiterhin das Gebäude nutzen darf.