Täglich Brot für Beregovo

Hilfe für Menschen in Transkarpatien

Beregovo ist eine Stadt in der westlichen Ukraine nahe der ungarischen Grenze. Die etwa 1000 Jahre alte Stadt wird mehrheitlich von Ungarn bewohnt. Sie nennen ihre Stadt Beregszász. Sie gehörte bis 1919 zu Ungarn, kam dann bis 1938 zur Tschechoslowakei, wurde wieder ungarisch und war von 1945 bis 1991 Sowjetrepublik.

Seit 2001 unterstützt das humanitäre Hilfsprojekt „…täglich Brot für Beregovo“ die Menschen im Gebiet Beregovo. Jährlich sammelt das Projekt unter Leitung von Jutta Loesch bis zu 30 Tonnen Sachspenden, und transportiert die Hilfsgüter nach Beregovo. Dort verteilt das Diakoniezentrum der Reformierten Diözese Transkarpatien die Hilfsgüter an Bedürftige in Kindergärten, Schulen, Krankenstationen, Altenbetreuungen und Einzelpflegestationen. Tag für Tag werden in Beregovo u.a. tausend Brote gebacken und 400 Portionen Essen gekocht und verteilt.

So helfen wir in Transkarpatien

Der Vorstand des GAW Hessen-Nassau hat bei seiner Klausurtagung am 26. März 2022 beschlossen, „…täglich Brot für Beregovo“ im Jahr 2022 mit 5.000 € zu unterstützen. Bereits im August 2022 konnte das GAW Hessen-Nassau den Spendenbetrag überweisen.

Auch Sie können mit einer Online-Spende helfen.

Die Lage in Beregovo im sechsten Kriegsmonat

Der russische Überfall auf die Ukraine und die dadurch ausgelösten tragischen Ereignisse haben die Unterkarpaten und die Region Beregovo in den letzten Monaten vor sehr große Probleme und Herausforderungen gestellt. Obwohl die Kämpfe die Region bisher verschont haben, sehen sich die Menschen in den Unterkarpaten mit noch nie dagewesenen wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten konfrontiert.

Die Preise für Lebensmittel und Treibstoff sind außer Kontrolle geraten.  Die Menschen, die hier geblieben sind, blicken mit Angst in die Zukunft, weil sie nicht wissen, was der Winter bringen wird. Nach wie vor kommen Flüchtlinge in Wellen aus den Kriegsgebieten der Ukraine, je nachdem, wo sich die Frontlinie befindet. Kindergärten und Schulen werden auf staatliche Anordnung in Flüchtlingsunterkünfte umgewandelt. Verlassene Gebäude müssen ertüchtigt werden, wofür aber Geld gebraucht wird.

Viele der umgesiedelten Menschen, wie Mütter mit kleinen Kindern oder ältere Menschen, können nicht einfach eine Arbeit suchen und finden. Die Last der Betreuung von Flüchtlingen fällt auf die Kommunen zurück, was eine enorme Belastung für die lokalen Haushalte darstellt. Vom Staat erhalten diese Menschen fast keine Unterstützung, so dass die einzige Lösung darin besteht, dass gemeinnützige Organisationen sie unterstützen. Diese Hilfe leistet das Diakoniezentrum der Reformierten Diözese Transkarpatien.

Das Diakoniezentrum in Beregovo

Männer, die bleiben, haben Angst vor der Einberufung. Die Wehrpflicht schwebt wie ein Damoklesschwert über ihren Köpfen. Das Gleiche gilt für das helfende Personal im Diakoniezentrum. Mehrmals am Tag gibt es Fliegeralarm im ganzen Land. Das Diakoniezentrum erhält in kleinen Raten humanitäre Hilfe. Auch das Gustav-Adolf-Werk unterstützt das Zentrum. In einem langen Schreiben bedankte sich Béla Nagy, der Verwaltungsdirektor des Diakoniezentrums. Allein aus Hessen-Nassau kamen Mitte 2022 insgesamt 5050 Euro.

Béla Nagy berichtet

Unsere Abteilung steht in ständigem Kontakt mit den lokalen Behörden, den Flüchtlingszentren und allen unseren Kirchen in den Unterkarpaten. Unsere Seelsorger sind vor Ort, sie stehen fest. Fast jede Kirche hatte oder hat Flüchtlinge. Auf der Grundlage der Informationen und Anfragen, die wir erhalten, versuchen wir, mit unverderblichen Lebensmitteln, Reinigungsmitteln und allem, worum sie bitten, zu helfen.

Die Sozialbäckerei ist im Dauerbetrieb. Wir liefern täglich frisches Brot an die Standorte - wir beliefern 5 Flüchtlingsunterkünfte.  In den ersten sechs Monaten des Jahres hat die Bäckerei 35 815 Brote gebacken. Auch die Sozialküche ist durchgehend in Betrieb. Wir danken dem Herrn, dass wir unseren Bauernhof, wenn auch unter großen Schwierigkeiten, aufrechterhalten können und so helfen, die Standorte mit Frischfleisch zu versorgen.

Das Diakonische Werk der Reformierten Diözese der Unterkarpaten hat frisches Schweinefleisch an das Ungarische Gymnasium Bethlen Gábor in Beregovo geliefert, wo 200 Flüchtlinge vollständig untergebracht und verpflegt werden. Frisches Fleisch wurde auch an die Flüchtlingsunterkünfte in den Lyzeen von Nagybereg und Nagydobrony geliefert. Im Schatten des Krieges haben wir auch diejenigen nicht vergessen, die in der Region geblieben sind, die Bauern, denen wir mit Saatgut und Pflanzkartoffeln helfen konnten, um sicherzustellen, dass die Felder nicht verlassen werden.

Seit der zweiten Kriegswoche bieten wir den Flüchtlingen, die zu uns kommen, eine ständige Unterkunft in den Gästezimmern des Katastrophenschutzzentrums und im Krisenzentrum des CPR. Ihre Zahl schwankt, aber es gab eine Zeit, in der wir 50 Personen untergebracht und verpflegt haben. Wir haben tonnenweise Spenden an die militärischen Hauptquartiere der Bezirke und Kreise geliefert, um sie ins Landesinnere zu transportieren. Außerdem transportierten wir dreimal Lastwagenladungen nach Charkiw, Kiew, Bucha, Borodjanka und Iwano-Frankiwsk. In diesem Zeitraum haben wir fast 400 000 kg humanitäre Hilfe transportiert. Die Empfänger waren Kinderheime, Waisenhäuser, Altenheime, Pflegeheime für geistig Behinderte, soziale Stiftungen in Kriegsgebieten und Militäreinheiten.

Zur Information: Zwischen dem 27. Februar und dem 10. Juli 2022 haben wir rund 185 Hilfssendungen erhalten. Mit den eingegangenen Spenden konnten wir folgenden Einrichtungen und Organisationen in oder in der Nähe der Subregion Beregovo und in den Unterkarpaten helfen: Wir hatten die Möglichkeit, Einrichtungen und Organisationen in der Umgebung und in den Unterkarpaten zu helfen:

- Militärdirektion des Bezirks h
- Grenzpolizei: Asztély, Badaló, Mukachevo
- Stadtverwaltung Wolotsk - Zentralkrankenhaus Wolotsk
- Militärische Einheiten A 7125, A 7122
- Klinisches Krankenhaus der Zentralstadt Uzhhorod
- Unabhängige Schützendivision Uzhhorod Nr. 5
- Staatliche Feuerwehr- und Rettungsabteilung Nr. 4
- Landwirtschaftliches Lyzeum Mukachevo
- Kommando der Grenzpolizei 27
- Ungarisches Gymnasium Bethlen Gábor in Berehove
- Regionales Kinderkrankenhaus Mukachevo
- Stadtverwaltungen - Nagybégány, Péterfalva, Izsnyéte, Halábor, Nagylucska, Gecse, Korlathelmets, Vilyhovec, Onokóc, Újlak, Bustino, Péterfalva
- Egri Ferenc Lyceum in Kisgejőc
- Ferenc Rákóczi Ungarische Hochschule
- Dayka Gábor Lyzeum Nr. 10 in Uzhhorod
- Schulen: Nagylucski, Beregardó, Tiszakeresztúr, Beregszász, "Esze Tamás" Gymnasium, Nagybakos, Beregsom, Kindergarten Nr. 12, Nagyberegi, Mittelschule, Kígyós Schule und Kindergarten, Bereg