Projekt des Monats Juni

Frauen und Kinder basteln an einem Tisch

Kolumbien: Haus des Friedens in Medellín

Die lutherische Gemeinde braucht einen festen Ort für ihre Friedensarbeit und das Gemeindeleben

Casa de Reconciliación y Formación para la Paz (Haus der Versöhnung und der Bildung für den Frieden) heißt das Friedenshaus – das Gemeindehaus der lutherischen Emmausgemeinde in Medellín – mit vollem Namen. Allerdings kürzen ihn auch die Gemeindeglieder selbst gern auf Casa de Paz zusammen. So oder so, es ist ein guter Name für ein Haus in einem Land, das so lange durch Krieg und Gewalt geprägt worden ist wie Kolumbien.

Die kleine lutherische Emmausgemeinde hilft den Menschen, aus der Botschaft des Evangeliums heraus Wege zur friedlichen Konfliktbewältigung zu finden. Unter Leitung des Pastors John Hernández arbeitet die Gemeinde insbesondere mit Jugendlichen und Frauen. Die Workshops mit Themen wie „Familie und Frieden“ finden in verschiedenen Gruppen und auch mit professioneller Unterstützung statt. Die Gemeinde hat gut 30 konfirmierte Glieder, erreicht jedoch durch verschiedene Angebote wie das offene Café Lutero mindestens 150 Personen.

Medellín ist weltweit bekannt durch die Drogenkartelle, die die Region mehrere Jahrzehnte lang beherrschten. Die Gewalt wirkt bis heute nach. Man schätzt, dass 80 % der Stadtteile Medellíns unter Bandenkriminalität zu leiden haben.

Die lutherische Gemeinde gestaltet ihre Angebote insbesondere für Menschen aus dem berüchtigten Stadtteil Comuna 13. „Es gibt unsichtbare Grenzen in der Comuna 13, die es zu beachten gilt. Die Sektoren werden von unterschiedlichen Banden kontrolliert, die sich gegenseitig bekämpfen“, beschreibt Pfarrer John Hernández die Situation. „Nach dem Regierungswechsel ist unsere Arbeit nur noch eingeschränkt möglich. Die Anzahl der Morde ist erheblich nach oben gegangen.“ Präsident Uribe gilt als entschiedener Gegner des Friedensprozesses und hat in Medellín seine politische Hochburg. Trotz dieser neuen Hemmnisse nehmen regelmäßig zwischen 12 bis 20 Personen an den Friedensworkshops teil.

Die Gemeinde Emmaus setzt deshalb weiterhin auf Versöhnungsarbeit. „Wir wollen Friedensprozesse unterstützen, Gewalt überwinden und Menschen dabei helfen, sich gegenseitig als Menschen und nicht als Feinde anzusehen“, betont Pfarrer Hernández.

Die Missionsgemeinde hat keine eigenen Räumlichkeiten. Um ihre Versöhnungs- und Gemeindearbeit weiter zu stabilisieren, möchte sie ein Gemeindezentrum erwerben. Das GAW möchte bis zum Jahr 2020 insgesamt 48 000 Euro sammeln.

Helfen Sie mit, die Emmausgemeinde und ihr Haus des Friedens zu stärken!

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