Stipendien

Unsere Partnerkirchen in Europa, Mittelasien und Lateinamerika brauchen gut ausgebildete kirchliche Mitarbeitende. Deshalb vergibt das GAW aus seinem Studien- und Stipendienfonds jährlich bis zu 10 Stipendien an Theologiestudierende aus seinen Partnerkirchen für einen Studienaufenthalt in Deutschland. Während ihres Aufenthaltes werden die Studierende intensiv betreut. Mit neuen, interkulturellen Erfahrungen, fundiertem theologischen Wissen und guten Deutschkenntnissen kehren sie dann zurück in ihre Länder. Nach Abschluss ihres Studiums arbeiten sie als Pfarrer, Religionslehrer, Universitätsdozenten und übernehmen auch Leitungsaufgaben in ihren Kirchen.

Danke für die Erfahrungen!

Zsolt Erzse, Rumänien

Das Stipendium des GAW habe ich in Rumänien meinen Kommilitonen weiterempfohlen. Ich hoffe, dass auch sie die Möglichkeit bekommen, solche Erlebnisse zu haben und solche Menschen wie der Pfarrer meiner Praktikumsgemeinde kennenzulernen. Mir werden diese Erfahrungen, die ich in Deutschland gemacht, und die Freundschaften, die ich geschlossen habe, in der Zukunft viel helfen. Deshalb möchte ich mich beim Gustav-Adolf-Werk für die Unterstützung bedanken.

Pfarrer Roland Vekony, Rumänien

Mein Studienaufenthalt in Leipzig war eine der prägendsten Erfahrungen meines Leben. Diese Zeit erweiterte meinen Horizont. Man neigt schnell dazu, zu glauben, dass das Vorhandene das Beste ist, wenn man nur seine eigene Kultur und Kirche kennt. Sobald man jedoch eine Zeit lang im Ausland war, erkennt man, dass auch andere Länder viele positive Seiten haben. Während meines Austauschjahres in Leipzig habe ich so Toleranz und Demut gelernt.
Es war für mich eine positive Überraschung zu sehen, wie sich die Kirche für Arme, Flüchtlinge und andere Bedürftige einsetzt. Auch ich persönlich erlebe zurzeit diese Hilfsbereitschaft. Die evangelisch-reformierte Kirche in Leipzig, in der ich als Praktikant gearbeitet habe, hat uns eine Kollekte für die Renovierung unserer Kirche in Apahegy zugesagt!
Die Arbeit eines solchen Hilfswerks wie das GAW ist wichtig, weil es Menschen zusammenbringt und sie so die Vielfalt der Christenheit kennenlernen können.


Ansprechpartner

Enno Haaks

Generalsekretär 
Gustav-Adolf-Werk e.V.
Pistorisstraße 6
04229 Leipzig
Tel.: 0341.
490 62-28
Fax: 0341/.490 62-67
E-Mail: info@gustav-adolf-werk.de

Johanna Scheithauer

Stipendiatenbetreuerin
E-Mail: johanna.scheithauer@uni-leipzig.de

Kriterien

Kriterien

Antragsverfahren

Die Bewerbungen laufen über die Kirchenleitung der Partnerkirchen des GAW (eine Kopie an das GAW ist zu empfehlen) mit dem Antragsformular des GAW zum Studium an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig und sind bis zum 31. Januar des jeweiligen Jahres bei der Zentrale des GAW einzureichen.

Voraussetzungen

  • Mitgliedschaft in einer Partnerkirche des GAW
  • Theologinnen und Theologen die sich in der 2. Hälfte ihrer theologischen Ausbildung befinden
  • Pastorinnen und Pastoren für ein Kontaktstudium (ein Semester)
  • Befürwortung durch die Partnerkirche (Empfehlung der Kirchenleitung)
  • Zwei akademische Empfehlungen für Studierende
  • Bereitschaft zur späteren Mitarbeit in der Partnerkirche
  • Beteiligung an GAW-Veranstaltungen in Deutschland
  • Motivation für ein Studium in Leipzig
  • Kurze Darstellung des Zieles des Studiums in Leipzig
  • Finanzielle Bedürftigkeit

Stipendienleistungen

  • Als monatliches Stipendium haben Sie 390,- € zur Verfügung.
  • Das Semesterticket für Bus und Bahn in Leipzig ist kostenfrei.
  • Büchergeld von 100.- € wird erstattet.
  • Ein vierwöchiger Sprachkurs bei InterDaF ist Bestandteil des Studiums.
  • Die An- und Rückreise werden erstattet.

Weitere wichtige Informationen

  • Die Lehrveranstaltung, die das GAW in Zusammenarbeit mit der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig organisiert, sind Pflichtveranstaltungen für die Stipendiatinnen und Stipendiaten des GAW.
  • Die Monate, für die ein Stipendium gezahlt wird, sollen in Deutschland verbracht werden. Ein Teil der vorlesungsfreien Zeit (evtl. Wochenenden) soll für Kontakte mit Kirchengemeinden, Praktika, Sonderkurse oder kirchliche Aktivitäten (z. B. GAW-Veranstaltungen) genutzt werden.
  • In den Winterferien findet ein vierwöchiges Gemeindepraktikum statt. Das Praktikum wird als Teil des Studiums verstanden.
  • Der Stipendiat oder die Stipendiatin sollte während des Studienaufenthaltes in Deutschland keine Studien- und Prüfungsverpflichtungen in der jeweiligen Heimatland haben. Entsprechendes muss während der Studienzeit mit dem Zuständigen im GAW abgesprochen und von dort genehmigt werden.

Betreuung der Stipendiaten

Beratung der Stipendiaten

  • Durch begleitende Partnerkirchen
  • Theologische Fakultät der Universität Leipzig
  • Vom GAW zur Verfügung gestellten Mentoren

Studienbegleitprogramm

  • Einführungstagung
  • Mündliche und schriftliche Kontakte mit der Zentrale des GAW
  • Semesterbericht
  • Regelmäßige Treffen / Stipendiatenabende
  • Lehrveranstaltungen des GAW in der Zusammenarbeit mit der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig_
  • Veranstaltungen der GAW Hauptgruppen bzw. der Zentrale_· Besuch in Gemeinden
  • Gemeindepraktikum und Bericht über das Praktikum
  • Gespräche / Infos / Interviews

 

Antrag

Dokumente

  • Antrag
  • Lebenslauf
  • Empfehlung der Kirchenleitung
  • Zwei akademische Empfehlungen (nur für Studierende)
  • Durch Hochschule beglaubigte Kopie und Übersetzung des akademischen Werdeganges / des Diploms
  • Darstellung der gesammelten Erfahrungen im sozialen, pädagogischen und kirchlichen Bereich.
  • Motivation und Ziel für das Studium

Geschichte

Seit seiner Gründung ist es für das GAW ein besonderes Anliegen, den theologischen Nachwuchs in den evangelischen Diasporakirchen zu fördern.
 
1857 feierte der Gustav-Adolf-Verein sein 25-jähriges Bestehen. Der langjährige Schatzmeister des Vereins, der Leipziger Kaufmann Karl Lampe, bestimmte den Erlös aus dem Verkauf des Gedenkblattes  für "Stipendien für mittellose, in Deutschland studierende evangelische Theologen aus katholischen Landen, insbesondere aus Ungarn ... da wohl kein Zweifel aufkommen kann über die besondere Wichtigkeit derartiger Unterstützungen!" (Karl Lampe an Karl Zimmermann, 28. August 1857).
 
In den 1920er Jahren kam dazu der Wille, den Theologiestudierenden aus Partnerkirchen in Leipzig ein Haus zum gemeinsamen Leben zur Verfügung zu stellen. 1930 wurde das Franz-Rendtorff-Haus eingeweiht. Heute befindet sich in dem Gebäude zusätzlich die Zentrale des GAW der EKD.
 
1997 wurden mit dem neuen Studien- und Stipendienfonds die Unterstützung von Studierenden und die Stipendienvergabe neu geordnet. Im selben Jahr wurde mit Hilfe des GAW auch das Evangelische Studienhaus Leipzig fertiggestellt. Träger dieses Hauses ist ein Förderverein, dem u.a. auch das GAW angehört. Neben der Beteiligung an den Baukosten hat das GAW dort einige Zimmer für seine Stipendiatinnen und Stipendiaten gemietet und ausgestattet.

Finanzierung des Studien- und Stipendienprogramms

Das Studienjahr kostet pro Student oder Studentin rund 9 000 €. Darin enthalten sind: der Semesterbeitrag, die Miete, ein monatlicher Unterhalt, ein vierwöchiger Sprachkurs in Deutsch, Literaturhilfe (max. 100 € Zuschuss pro Person), An- und Rückreise, Semesterticket für Leipzig und Krankenversicherung (soweit erforderlich), Lehrveranstaltungen, Blockseminare.

Der Studien- und Stipendienfonds kann vielfältig unterstützt werden: durch Übernahme eines Einzelstipendiums, durch Patenschaften für bestimmte Stipendiaten oder durch Übernahme einzelner Leistungen.

Spendenkonto

KD-Bank - LKG Sachsen

BIC: GENO DED1 DKD
IBAN: DE42 3506 0190 0000 449911

Stichwort: Studien- und Stipendienprogramm

Weitere Stipendienprogramme

Über Stipendienprogramme der Evangelischen Kirche in Deutschland gibt es Informationen unter https://www.ekd.de/Stipendienprogramm-EKD-15564.htm.