Rumänien - Südosteuropa

Partnerkirchen des Gustav-Adolf-Werks

Signet der Reformierten Kirche in Rumänien, Westlicher Kirchedistrikt

Reformierte Kirche in Rumänien
(Romániai Református Egyház)

Westlicher Kirchendistrikt

(Királyhágómelléki Református Egyházkerület)
146 290 Gemeindeglieder, 293 Kirchengemeinden, 271 Pfarrerinnen/Pfarrer


Bischof: János Szabolcs Bogdan
Sulyok István Strada 9, 410210 Oradea (Nagyvárad/Großwardein), jud. Bihor, RUMÄNIEN,
Tel.: 0040 259. 43 17 10
E-Mail: partium@rdsor.ro

Internet: www.kiralyhagomellek.ro

Weitere Informationen zu Geschichte und Organisation der Reformierten Kirche in Rumänien

Die Geschichte der Reformierten Kirche in Transsilvanien (Siebenbürgen) ist eng verbunden mit der Kirchengeschichte der Reformierten Kirche in Ungarn. Bereits zwischen 1540 und 1550 verbreitete sich – von Ungarn kommend – die calvinistisch geprägte Reformation auch unter den ungarischsprachigen Menschen in Siebenbürgen. Ca. 90 % der Ungarn gehören zum reformierten Protestantismus. Gemeinsam mit den reformierten Christen in Ungarn bildete sich 1559 eine eigenständige Reformierte Kirche, die 1577 das Zweite Helvetische Bekenntnis und den Heidelberger Katechismus annahm. 1604 verteidigte der reformierte Fürst István Bocskai den reformierten Glauben gegen die beginnende Gegenreformation. Auch im 17. Jahrhundert konnte die Reformierte Kirche in Transsilvanien ihren Glauben frei ausüben. Die Gemeinden im Nordwesten jedoch hatten unter der Gegenreformation zu leiden. Nachdem im 18. Jahrhundert Transsilvanien Teil des habsburgischen Reichs wurde, blieb die Glaubensfreiheit weitgehend unangetastet. 1897 kam Transsilvanien zum ungarischen Königreich. 1895 konnte die Theologische Fakultät in Kolozsvár (Klausenburg) ihre Arbeit beginnen.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Transsilvanien laut Friedensdiktat von Trianon Teil des neu gebildeten Staates Rumänien. Außerdem wurden, wie schon im Norden und Osten Ungarns, Teile Südungarns vom ungarischen Staat getrennt. Letztere bildeten dann einen zweiten ungarischsprachigen reformierten Kirchendistrikt (Westlicher Kirchendistrikt) im Staatengebilde Rumäniens.

Als Folge der systematischen rumänischen Umsiedlungspolitik nach dem Zweiten Weltkrieg bekam die bis dahin in den ungarischen Siedlungsgebieten als Mehrheitskirche geltende Reformierte Kirche den Status einer Minderheit. In den 1950er Jahren wurden viele Pfarrer inhaftiert. Nach dem Fall des Kommunismus gab es mehr Freiheit, die Minderheitenrechte wurden jedoch bei Weitem nicht vollständig eingeführt. Erst ab 1999 begann ein Prozess der langsam voranschreitenden rechtlichen Gleichstellung, wenn auch mit ständig neuen Rückschlägen. Heute sind von den ca. 1,45 Millionen Ungarn in Rumänien etwa 50 % Reformierte. Die Kirche ist Mitglied der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa.

Projekte 2027

Adea (ung. Ágya): Sanierung von Gemeindeküche und -terrasse Zur Gemeinde gehören neben Ungarn auch zahlreiche Romafamilien. Die Terrasse und die Küche werden intensiv für Gemeindeveranstaltungen genutzt. Beide Bereiche befinden sich in einem schlechten Zustand. Förderung: 5 000 €
#Sanierung #Küche #Fußboden #Roma

Băbeşti (ung. Kisbábony): Dachsanierung des Pfarrhauses Eindringendes Wasser hat die Dachkonstruktion beschädigt. Daher muss das gesamte Dach erneuert werden. Förderung: 5 000 €
#Sanierung #Pfarrhaus #Dach

Hodos (ung. Jákóhodos): Sanierung des Pfarrhauses Zusätzlich zur energetischen Sanierung soll das Heizsystem erneuert werden. Förderung: 5 000 €
#Sanierung #Pfarrhaus #Heizung

Peregu Mic (ung. Kispereg): Außensanierung des Pfarrhauses Die Außenwände müssen isoliert und neu verputzt werden. Zudem sollen die Dachrinnen erneuert werden. Förderung: 5 000 €
#Sanierung #Pfarrhaus #Fassade

Viile Satu Mare (ung. Szatmárhegy): Sanierung des Gemeindehauses Geplant sind verschiedene Baumaßnahmen, darunter der Austausch von Türen und Fenstern. Förderung: 5 000 €
#Sanierung #Gemeindehaus #Tür #Fenster

Signet der Reformierten Kirche in Rumänien, Siebenbürgischer Kirchendistrikt

Siebenbürgischer Kirchendistrikt

(Erdélyi Református Egyházkerület)
257 210 Gemeindeglieder, 507 Kirchengemeinden, 560 Pfarrerinnen/Pfarrer


Bischof: Prof. Dr. Vilmos József Kolumbán
Strada I. C. Bratianu 51-53,
400079 Cluj-Napoca (Kolozsvár/Klausenburg), RUMÄNIEN,
Tel.: 0040 264. 59 74 72
E-Mail: egyhazkerulet@reformatus.ro

Internet: www.reformatus.ro

Projekte 2027

Boroșneu Mare (ung. Nagyborosnyó): Sanierung der Kirche Aufgrund von Feuchtigkeitsschäden wird der Holzfußboden durch einen Ziegelbelag ersetzt. Zudem werden Fenster und Türen ausgetauscht. Förderung: 10 000 €
#Sanierung #Kirche #Fußboden #Tür #Fenster

Grănari (ung. Nagymoha): Neue Kirchenbänke Nachdem die Kirche vollständig saniert wurde, sollen die morschen und vom Holzwurm beschädigten Kirchenbänke erneuert werden. Förderung: 10 000 €
#Kirche #Ausstattung #Kirchenbänke

Mera: Unterstützung für das Pflegeheim Das Pflegeheim der Diakonia Cluj-Napoca benötigt Hilfe bei der Erneuerung der Küchenausstattung sowie für die Aufrechterhaltung der ambulanten Pflege. Förderung: 30 000 €
#Altersheim #Pflege #Diakonie #Küche
(Dieses Projekt wird mit Mitteln aus dem OPM-Programm der Evangelischen Waldenserkirche in Italien gefördert.)

Târnăveni (ung. Dicsőszentmárton): Sanierung des Gemeindehauses Eine Außenmauer des Gebäudes muss komplett erneuert werden, da sie einsturzgefährdet ist. Förderung: 10 000 €
#Sanierung #Gemeindehaus

Signet der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Rumänien

Evangelisch-Lutherische Kirche in Rumänien

(Romániai Evanghélikus-Lutheránus Egyház / Biserica Evanghelica-Lutherana din Romania)
23.500 Gemeindeglieder, 49 Gemeinden, 48 Pfarrerinnen und Pfarrern

Bischof: Dezső Zoltán Adorjáni
Bulevardul 21 Decembrie 1989 Nr. 1, 400105 Cluj (Kolozsvár/Klausenburg), RUMÄNIEN
Tel.: 0040 264. 59 66 14
E-Mail: puspokseg@evangelius.ro

Internet: www.evangelikus.ro

Weitere Informationen zu Geschichte und Organisation der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Rumänien

Die ungarischen Christen der Evangelisch-Lutherischen Kirche betonen ihre „doppelte Minderheit“ – sowohl bzgl. ihrer lutherischen Konfession als auch ihrer nationalen Identität als ungarischsprachige Minderheit.

Zur Kirche gehören noch slowakisch-, deutsch- und (in Bukarest) rumänischsprachige Gemeindeglieder, die den Gottesdienst in ihrer eigenen Muttersprache feiern.

Die Gemeindeglieder leiden ebenso wie andere unter der schlechten wirtschaftlichen Lage in Rumänien. Die Kirche unterstützt besonders aktiv den Religionsunterricht (Schulen, Kindergärten), diakonische Projekte (Altenheime, Suppenküchen) und andere Einrichtungen für benachteiligte Gemeindeglieder. Partnerkirche ist die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland.

Die Kirche ist Mitglied der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa.

Projekt 2027

Cluj-Napoca (ung. Kolozsvár, dt. Klausenburg): Errichtung eines Studentenwohnheimes Die Gemeinde in Cluj-Napoca will ein denkmalgeschütztes Gebäude im Stadtzentrum zu einem Studentenwohnheim für 20 bis 25 sozial benachteiligte Studierende umbauen. Das Projekt soll auch die Gemeinschaft stärken, geistliche Begleitung bieten und zu sozialem Engagement anregen. Förderung: 15 000 €
#Sanierung #Umbau #Studentenwohnheim #Bildung #Studierende #Gemeinschaft
(Dieses Projekt wird mit Mitteln aus dem OPM-Programm der Evangelischen Waldenserkirche in Italien gefördert.)

Evangelische Kirche A.B. in Rumänien

(Biserica Evanghelica C. A. din Romania)
10 863 Gemeindeglieder, 223 Gemeinden, (31 sind eigenständige Gemeinden, 193 Diasporagemeinden), 33 Pfarrerinnen/Pfarrer, 4 Diakoninnen/Diakone, vier Vikare

Bischof: Reinhart Guib
Tel.: 0040 372731798
E-Mail: ekr.bischofsamt@evang.ro

Hauptanwalt: Friedrich Gunesch
Tel.: 0040 37109187664
E-Mail: ekr.landeskon@evang.ro

Landeskonsistorium: Strada General Magheru 4,
550185 Sibiu (Hermannstadt), RUMÄNIEN,

Internet: www.evang.ro

Weitere Informationen zu Geschichte und Organisation der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien

Die Siebenbürger Sachsen siedelten im Karpatenbogen seit etwa 1150. Lange Zeit bildeten sie zusammen mit den Ungarn den überwiegenden Bevölkerungsteil in Siebenbürgen. Mit der Reformation wurden sie zu fast 100 % Lutheraner. Als Reformator der Siebenbürger Sachsen gilt der Humanist und Universalgelehrte Johannes Honterus (ca. 1498 – 1549). Den Sachsen gelang es, in den folgenden Jahrhunderten eine eigenständige Kultur mit deutscher Sprache zu erhalten. Eine Besonderheit bilden die einmaligen Kirchenburgen aus dem 13.–15. Jahrhundert, von denen einige zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören.

Nach der politischen Wende von 1989 verringerte sich der Anteil der deutschsprachigen Bevölkerung in Siebenbürgen infolge der Auswanderung nach Deutschland erheblich. Die Zahl der Gemeindeglieder der Evangelischen Kirche A.B. sank innerhalb von 15 Jahren von ca. 100 000 auf 14 000. Die Betreuung alter Gemeindeglieder, deren Familien zumeist ausgewandert sind, und der Erhalt der Kirchenburgen bilden heute eine besondere Aufgabe.

Seit einigen Jahren tritt die Arbeit mit Jugendlichen wieder in den Mittelpunkt. Eine besondere Herausforderung bildet die starke Nachfrage seitens der rumänisch- und ungarischsprachigen Bevölkerung, ihre Kinder an den deutschsprachigen Schulen unterrichten zu lassen. Auch das Interesse am evangelischen Religionsunterricht in den staatlichen Schulen wächst.

Durch den gemeinsamen Unterricht von deutschen, rumänischen, ungarischen und Roma-Kindern könnte für die Zukunft ein verständnisvollerer Umgang mit der jeweils anderen Kultur erwachsen.

Die kleine Evangelische Kirche A.B. betreibt umfangreiche diakonische Arbeit, die sich angesichts der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Situation nicht auf die eigenen Gemeindeglieder beschränkt.

Die Kirche ist Mitglied der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa.

Projekte 2027

Aţel (dt. Hetzelsdorf): Ein neues Dach für das Altersheim Das Altenheim besteht aus drei ehemaligen Bauernhöfen und bietet neben der Unterbringung auch ambulante Pflege sowie „Essen auf Rädern“ an. Wegen Wassereinbrüchen muss das Dach eines der Gebäude dringend erneuert werden. Förderung: 40 000 €
#Sanierung #Altersheim #Dach #Diakonie
(Dieses Projekt wird mit Mitteln aus dem OPM-Programm der Evangelischen Waldenserkirche in Italien gefördert.)

Batoş (dt. Botsch): Studienstipendien des Bildungswerks Im Pfarrhaus in Batoş begleiten Schülerinnen, Schüler und Studierende ab 16 Jahren Kinder aus benachteiligten Familien schulisch. Besonders aktive Freiwillige sollen durch ein Stipendium gefördert werden. Förderung: 5 000 €
#Stipendium #Bildung #Ehrenamt #Kinder #Jugend #Roma #Diakonie

Fişer (dt. Schweischer): Stromspeicher für das Alten- und Pflegeheim Um eine stabile Energieversorgung des Heimes zu gewährleisten, soll ein Stromspeicher angeschafft und an die bestehende Photovoltaikanlage angeschlossen werden. Förderung: 5 000 €
#Altersheim #Stromspeicher #Klima #Umweltschutz #Diakonie

Mediaş (dt. Mediasch): Motorisierungshilfe Für die Versorgung der 46 weit verstreuten Diasporagemeinden des Bezirkskonsistoriums Mediaş wird ein Kleinbus benötigt. Förderung: 5 000 €
#Motorisierung #Gemeindeaufbau

Partnerorganisation

Gustav-Adolf-Werk Rumänien (GAW-RO)

Mitglieder des GAW-RO sind die folgenden Kirchen:
Reformierte Kirche - Siebenbürgischer Distrikt
Reformierte Kirche - Westlicher Distrikt
Evangelische Kirche A.B.
Evangelisch-Lutherische Kirche

Präsident: Friedrich Gunesch

Geschäftsführer: Pfarrer Attila Mátyás
Strada Tudor Vladimirescu 26-28, 410203 Oradea, jud. Bihor, RUMÄNIEN
Tel.: 0040 359. 401530
E-Mail: matyasgawro@yahoo.de

Weitere Informationen zum Gustav-Adolf-Werk Rumänien

Das Zentralbüro des GAW-RO ist seit 1. Januar 2003 tätig und wurde Anfang 2010 offiziell als eigenständige juristische Person registriert. Das Büro koordiniert die Hilfsaktionen seiner Mitgliedskirchen und ihre gemeinsame Diasporasammlung.

Darüber hinaus berät es die Gemeinden bei der Aufbereitung der Projekte für den Projektkatalog des GAW und vermittelt zwischen der GAW-Zentrale in Leipzig und den Projektverantwortlichen.

Projekt 2027

Oradea: Vertrauensgabe für GAW-RO Unterstützung für die Verwaltungs- und Koordinierungsarbeit der GAW-Partnerorganisation. Förderung: 3 000 €
#Vertrauensgabe