Kirgisistan

Partnerkirche des Gustav-Adolf-Werks

Evangelisch-Lutherische Kirche in der Republik Kirgisistan

ca. 1 000 Gemeindeglieder, 14 Gemeinden, acht Pastoren und fünf Prediger

Geistlicher Leiter: Bischof Alfred Eichholz

Kanzlei: Arsamasskaja ul. 98, 720046 Biškek, KIRGISTAN
Tel.: 00996 312. 34 93 58
Mobil: 00996 772. 32 86 31
E-Mail: bischofelkk@yandex.ru

Weitere Informationen zu Geschichte und Organisation der ELKK

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in der Republik Kirgisistan ist seit 2001 offiziell als eigenständige Kirche registriert. Sie ist Mitglied im Bund der Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Russland und anderen Staaten (Bund der ELKRAS).

Ihre Geschichte geht bis in das Jahr 1907 zurück, als Deutsche wegen Landmangel aus dem Gebiet um Saratow nach Kirgisistan kamen. In den 1940er Jahren wurden zahlreiche Deutsche unter Stalin nach Kirgisistan zwangsumgesiedelt. Viele der nach Sibirien Deportierten zogen nach ihrer Befreiung aus den Arbeitslagern 1956 in klimatisch günstigere Gebiete im Süden der Sowjetunion. In ihre ursprünglichen Herkunftsgebiete durften sie nicht zurückkehren. Nach einer Zeit der unerbittlichen Verfolgung wurden 1968/69 erste lutherische Gemeinden staatlich anerkannt und Bethäuser gebaut.

Heute gibt es in jeder Gemeinde Gemeindeleiterinnen und -leiter sowie Mitarbeitende für die Kinder- und Jugendarbeit. Über diese intensive Arbeit war ein Zuwachs aus der russischsprachigen Bevölkerung zu verzeichnen, der die starke Abwanderung deutschstämmiger Gemeindeglieder in den 1990er Jahren teilweise ausgeglichen hat.

In Biškek steht der Kirche ein geräumiges Seminargebäude mit Gästehaus zur Verfügung, in dem jährlich die Synode stattfindet. Schulungen und Seminare für Prediger und Predigerinnen sowie für Mitarbeitende in der Kinder- und Jugendarbeit und in der Diakonie werden hier ebenfalls durchgeführt. Die Kirche ist bemüht, sich den verschiedenen in Kirgisistan lebenden Volksgruppen zu öffnen und ihnen muttersprachliche Gottesdienste anzubieten.

Seit 1995 besteht eine Kirchenpartnerschaft zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, die auch Bischof Eichholz entsandt hat.

Im Jahr 2012 wurden vom kirgisischen Parlament neue Leitlinien zum bestehenden Religionsgesetz festgelegt, die die Zukunft der Evangelischen Kirche in Kirgisistan gefährden. Sie sehen eine „Umregistrierung“ vor, die das Ende der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kirgisistan als zentrale Religionsgemeinschaft bedeuten könnte. Jede örtliche Gemeinde mit weniger als 200 Mitgliedern soll für illegal erklärt und ihre Versammlungen unter Strafe gestellt werden. Hintergrund dieser Entwicklung ist das Interesse der Regierung, den Einfluss wahabitischer und salafistischer Gruppen zu behindern.