Armenien
Partnerkirche des Gustav-Adolf-Werks

Evangelische Kirche Armeniens
Evangelical Church of Armenia (ECA)
1 450 Gemeindeglieder, 23 Gemeinden, 14 Pfarrer, zehn Prädikanten, fünf Laienleitende, zwei Theologiestudierende an der Near East School of Theology (NEST) in Beirut.
Leitender Pfarrer:
Avetik Khachatryan
E-Mail: avetik.khachatryan@eca.am
Internet: Facebookseite
Um 1800 kam es in Konstantinopel zu einer pietistisch geprägten Reformbewegung unter den apostolischen Armeniern. Diese Bewegung erhielt ab 1820 Unterstützung durch Bibelübersetzungen in türkischer und armenischer Sprache und Schulgründungen durch US-Missionare. 1828 wurde unter dem armenischen Patriarchat ein theologisches Seminar gegründet, in dem sich reformatorische Ideen verbreiteten. Die Bewegung, die inzwischen eine „Pietistische Union“ gegründet hatte, wurde allerdings vom Patriarchat exkommuniziert und gezwungen, sich in einer eigenen Protestantischen Millet zu organisieren. 1846 gründete sich schließlich in Konstantinopel die Armenische Evangelische Kirche.
In Ostarmenien entwickelte sich die Kirche anders: Im Jahr 1821 entsendete die Basler Mission zwei Missionsprediger in den Kaukasus. Sie begannen in Schuschi zunächst Schulen und Druckereien zu eröffnen. In den folgenden Jahren bauten sie ihre Aktivitäten kontinuierlich aus, bis 1833 ein kaiserlicher Erlass aus St. Petersburg jegliche Missionstätigkeit der Basler Missionare unter den Armeniern verbot. 1828 wurde die Mission in Schuschi aufgelöst. Das Scheitern wurde durch die feindliche Haltung der armenisch-apostolischen Kirche beeinflusst.
Kurz vor dem Völkermord an den Armeniern hatte die Armenische Evangelische Kirche vier „Unionen“ im gesamten Osmanischen Reich. Diese Unionen hatten 137 Gemeinden, 179 Pastoren, etwa 51.000 Anhänger, 34 weiterführende Schulen, sieben Hochschulen und drei theologische Seminare. Bei dem Genozid im Jahr 1915 ermordeten die türkischen Täter je nach Schätzung 300.000 bis 1,5 Millionen Menschen. Durch die Flucht Hunderttausender wuchs die weltweite armenische Diaspora an. Heute gibt es weltweit rund hundert armenische evangelische Kirchen.
In Armenien wurde die ECA 1994 nach der religionsfeindlichen Unterdrückung in der Sowjetunion neu gegründet. Einige der 23 Gemeinden haben eigene Gebäude, andere treffen sich in Wohnungen oder an anderen Versammlungsorten. Darüber hinaus gibt es sieben Bildungszentren, in denen christliche Programme für Kinder und Bibelstudien für Erwachsene stattfinden. Die Leitung der ECA besteht aus einem Gremium von elf Mitgliedern, dem ein Präsident vorsteht.
Neben den Mitgliedern hat die ECA eine weit größere Anzahl an „Sympathisanten“, die zur Kirche kommen und am Gemeindeleben teilnehmen. Durch ihre Kinder- und Jugendprogramme erreicht sie weit mehr Menschen als sie Mitglieder hat