Kinder mit Winterjacken am langen Esstisch in der Schule

Projekt des Monats Dezember 2016

Im sechsten Kriegswinter

Schulen evangelischer Gemeinden in Syrien brauchen Hilfe

Ob man sich in Aleppo in Syrien vor Bomben fürchtet oder vor Granaten, ist eine Frage des Wohnorts. Aleppo ist eine zweigeteilte Stadt. Der Osten der Stadt wird von syrischen und russischen Bomben zerstört, der Westen von Granaten der Rebellen aus dem Ostteil der Stadt getroffen.

Raketentreffer in der Bethelschule
in Aleppo im Oktober 2016

Die Menschen in Ost-Aleppo werfen der syrischen Armee vor, gezielt Krankenhäuser zu zerstören. Inzwischen gibt es dort keine mehr. Die Menschen in West-Aleppo sind überzeugt, dass ihre Schulen vom Ostteil der Stadt aus absichtlich beschossen werden. Am 22. November wurden 17 Schulkinder getötet und viele schwer verletzt – an verschiedenen Bildungseinrichtungen. Kaum ein Zufall.

Evangelische Gemeinden in Syrien unterhalten zahlreiche Schulen, so auch die Evangelisch-Armenische Bethel-Gemeinde in Aleppo. Sie hat ihren Sitz in dem etwas sichereren Westteil der Stadt. Auch ihre Schule ist vom Krieg nicht verschont geblieben. Die letzten Treffer gab es im August und im Oktober. Mit Unterstützung des GAW wurden die Schäden jeweils schnell beseitigt.

Die Gemeinde kämpft darum, ihre Schule offen zu halten. „Wenn wir die Schulen einige Tage lang schließen, verlieren die Menschen schnell die Hoffnung“, berichtet Haroutune Selimian, Pfarrer der Gemeinde. Doch die Schulen offen halten allein reicht nicht.

Wegen des Krieges sind die Preise für Nahrung, Kleidung und Treibstoff so hoch gestiegen, dass ein durchschnittlicher Syrer die täglichen Ausgaben kaum zu decken vermag, vom Schulgeld oder von den Transportkosten ganz zu schweigen. Im privaten Sektor sind die Einkommen gesunken, während zehntausende Arbeitnehmer arbeitslos geworden sind.

Deshalb muss die Gemeinde die Schülerinnen und Schüler auch anderweitig unterstützen: Es gibt Beihilfen für Schulgeld, Essenspakete für Familien, Schulmilch für unterernährte Kinder, Wintermäntel und Stiefel für Kinder, deren Familien sie nicht mehr kaufen können, Hausaufgabenhilfe in der Schule, weil es dort Licht gibt und warm ist – dank Generatoren und dem Heizöl, dank den Spenden aus dem Ausland.

30 Euro kostet die Schulmilch für einen Kind

15 Euro kostet ein Paar Stiefel

50 Euro verdient ein Lehrer, der in der Schule Nachhilfeunterricht erteilt

25 Euro kostet ein Lebensmittelpaket für eine bedürftige Familie

Sie können helfen, mit Ihrer Spende und mit Ihrem Handeln.

Pfarrer Haroutune Selimian aus Aleppo sagt: „Was wir brauchen ist, dass unseren Klagen gehört werden, dass es Reaktionen gibt, dass auch Kirchen in der westlichen Welt Einfluss auf ihre Regierungen nehmen und sagen: Stoppt endlich den Krieg!“

>> Spenden