Projekt des Monats März 2017

Rund 20 Menschen von Jung bis Alt stehen auf der Treppe vor dem Altar

Kirchendach in Taschkent, Usbekistan

„Dank unserer Eltern und Nächsten wussten wir immer, wo sich das Gebäude der ehemaligen Kirche befindet, wir achteten diese heilige Stelle stets. Das war für uns ein inoffizieller, geheimer Verehrungsort“, erzählte vor einigen Jahren Kornelius Wiebe, der bis zu seinem Tod 2015 Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Usbekistan war.

Die 1899 eingeweihte Kirche stand an ihrem Platz an der Schukowskaja-Straße (heute Sadyk-Asimow-Straße) in der usbekischen Hauptstadt Taschkent, doch sie war seit 1937 geschlossen und ihres Kreuzes beraubt. Der letzte Pfarrer Heinrich Berendt und seine Frau Hedwig waren verhaftet worden und starben in stalinistischen Arbeitslagern. Auch alle Gemeindeglieder, die im Anschluss versucht hatten, Gottesdienste fortzusetzen, waren verhaftet worden. Die Gemeinde war zerfallen, aber die Erinnerung lebte.

Erst 1990, kurz vor Weihnachten, konnte wieder ein Gottesdienst in der Kirche gefeiert werden.

Auch heute haben es die Christen in Usbekistan nicht leicht. Das islamisch geprägte Land ist eine der autoritärsten Diktaturen in Zentralasien. Die Gemeinde in der Hauptstadt Taschkent ist mit 100 Gemeindegliedern die größte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Usbekistan. Die Gottesdienste, die von 40 – 50 Menschen besucht werden, finden in Russisch und Deutsch statt. Lektorin Ludmilla Schmidt leitet die Gemeinde geistlich. „Nach jahrelangem Stillstand passiert wieder etwas in Taschkent“, freut sich Alfred Eichholz, Bischof der Evangelisch-Lutherischen in Kirgisistan, der seit zwei Jahren auch die Lutheraner des Nachbarlandes Usbekistan mit begleitet. Ende 2016 hat er vier neue Gemeindeglieder konfirmiert. Es gibt wieder eine Jugendgruppe und eine kleine Kindergruppe.

Ein Sinnbild für diese Entwicklung ist auch das Kirchengebäude in Taschkent – das einzige historische lutherische Kirchengebäude in Zentralasien. Lange wurde sie von Bäumen und Büschen verdeckt, inzwischen ist sie wieder weithin sichtbar.

tl_files/bilder/Projektbilder/01_taschkent.jpgDie Gemeinde erhielt die Kirche 1993 zurück. Danach wurde sie notdürftig saniert. Das Dach ist jedoch undicht, die Stahlträger sind verrostet und die Dachbalken verrotten langsam. Durch diese Schäden leiden die Kirchenmauern.


Die Kirche ist für die kleine Gemeinde überlebenswichtig.
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