Projekt des Monats Januar 2018

Eine Gruppe junger AfroamerikanerInnen in einer Diskussionsrunde in einem sehr einfach ausgestatteten Raum

Haus des Friedens

Ein Ort für Gebete und Friedensarbeit in Medellin, Kolumbien

„Unsere Kirche soll ein Haus des Friedens sein“, betont Pastor John Hernandez von der lutherischen Emmausgemeinde in Medellin immer wieder. Im kolumbianischen Bürgerkrieg ist Medellin ein Synonym für die Gewalt zwischen den unterschiedlichen Konfliktparteien geworden. Ausgerechnet hier will John mit seiner kleinen Gemeinde dazu beitragen, dass der Frieden in Kolumbien eine Chance hat.

„Frieden muss von unten wachsen, an den Orten, an denen wir leben und immer noch unter Gewalt leiden. Es geht um Menschen und ihre Geschichten. Hier wird Versöhnung real“, erläutert John Hernandez seine Sichtweise. „Dazu braucht es natürlich auch politische Vereinbarungen, die diesen Prozess unterstützen. Aber der Frieden beginnt von unten.“

So heißt auch das Haus der Emmausgemeinde in Medellin Casa de Paz – Haus des Friedens. Im November ging hier ein mehrmonatiger Kurs über Konfliktbearbeitung, Gerechtigkeit und Versöhnung zu Ende. Psychologen, Soziologen, Rechtsanwälte, Menschenrechtler und Theologen führten ihn zusammen durch und jeder der 15 Teilnehmenden bekam ein Diplom. Unter ihnen waren Menschen wie Daniel, ein Kriegsdienstverweigerer, der einfach nur ein normales Leben führen will, junge Aktivisten, die sich sensibilisieren wollen in diesem Themenfeld, aber auch ehemalige FARC-Kämpfer, die alle in der berüchtigten Comuna 13 in Medellin leben.  

Dieses Armenviertel mit mehr als 300 000 Bewohnern ist berüchtigt als Umschlagplatz für Drogen, Prostitution und Waffenhandel. Während des Bürgerkrieges war es lange unter Kontrolle linker Guerillagruppen, die später durch rechte Paramilitärs vertrieben wurden. Diese kontrollieren quasi auch heute noch die Comuna 13.

Für Pfarrer John Hernandez ist es wichtig, mit den Menschen in der Comuna 13 zu arbeiten, gegen die täglich präsente Gewalt und Kriminalität anzugehen, die Menschen zu stärken, an Traumata zu arbeiten. „Wir wollen der Gewalt, die Teil der kolumbianischen Kultur geworden ist, etwas entgegensetzen", sagt er. „Diejenigen, die an den Kursen in Casa de Paz teilnehmen, sollen Friedensstifter sein und aus dem Teufelskreis der Gewalt aussteigen.“

Derzeit werden die Räume für Casa de Paz angemietet. GAW will der Gemeinde helfen, ein eigenes Haus zu erwerben. Dafür werden wir in den kommenden drei Jahren Spenden sammeln.

Helfen Sie, mit Casa de Paz Frieden in Kolumbien zu schaffen!

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