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sozial benachteiligte Kinder und „Euro-Waisen“
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Hilfe für Kinder mit Behinderung
Ascheregen in Südargentinien - Evangelische Gemeinde in San Martin de los Andes betroffen
Diakoniehaus für die evangelische Gemeinde in Nissi
Ein Versammlungsort für die evangelische Gemeinde in Bucaramanga
Die Wände des Klassenzimmers sind blau. Rechts von der Tür schwimmen Fische, links von der Tür flattern Vögel und Schmetterlinge. Vor der Schule breitet sich ein Teefeld aus, hinter der Schule der Wald mit Hütten der Dorfbewohner. Der ursprüngliche Lebensraum der Guaraní-Indigenas ist von Tee-, Mate- und Tabakfeldern verschluckt worden. Ihr traditionelles Leben, das Umherziehen im Urwald und die Jagd, sind nicht mehr möglich. Das kann ihnen auch ihre Schule, Instituto Aborigen Bilingüe Takuapí, nicht zurückgeben. Dafür gibt sie ihnen etwas anderes. Der Häuptling freut sich über die Schule im Dorf: „Sie erklärt uns, wie die Welt der Weißen funktioniert.“
Nicht weniger wichtig ist, dass die Schule der Guaraní hilft, ihre Sprache und ihre Kultur zu bewahren. Bilingüe bedeutet zweisprachig. In der Schule ist vieles anders als in den staatlichen Schulen. Die Lehrer kennen die Kultur und Sprache der Guaraní. Zusätzlich gibt es in den Klassen indigene Hilfslehrer, die kulturelle und sprachliche Probleme lösen. Die Kinder nehmen keine Hefte mit nach Hause, sondern lernen den ganzen Stoff während des Unterrichts. Das tun sie sehr konzentriert und aufmerksam. Dafür sind die Pausen länger. Dank der Schulküche, in der Frauen aus dem Dorf kochen, ist die Mangelernährung der Kinder zurückgegangen.
Der Schulträger ist die evangelische Gemeinde in Ruiz de Montoya, eine reformierte Gemeinde schweizerischen Ursprungs, die zur Evangelischen Kirche am La Plata (Iglesia Evangélica del Río de la Plata, IERP) gehört. Als die Gemeinde in den 1980er Jahren das Projekt in Takuapí startete, waren die Indigenen nicht als Bürger Argentiniens registriert. Den Staat interessierten weder sie noch ihre Probleme. Die Nachkommen der reformierten Siedler aus der Schweiz kauften ein Stück Land und ermöglichten damit einigen Guaranífamilien, in Takuapí sesshaft zu werden. Gleichzeitig begann das Schulprojekt. Erster „Klassenraum „war der Schatten eines großen Baumes, später folgte ein fensterloses Holzhaus.
Die heutige Schule ist ein freundliches Steinhaus am Eingang des Dorfes und bietet Platz für über hundert Kinder. Sie ist schon einmal erweitert worden, dennoch ist das Gebäude wieder zu klein geworden. Vor allem fehlen Räume für den so notwendigen praktischen Unterricht – für eine Schreinerei und einen Computerraum.