Rosafarbenen Ruinen vor einem violett-organgenen Abendhimmel

Projekt des Monats Mai 2016

Vom Erdboden gefegt

Tornado zerstörte die Waldenserkirche in Dolores, Uruguay

Als der Tornado am 15. April 2016 um 18 Uhr über die Stadt Dolores in Uruguay hinwegstürmte, traf sich Pfarrerin Carola Tron gerade mit einigen Frauen in der Kirche. Sie nahmen seltsame Geräusche wahr und konnten sich zum Glück in Sicherheit bringen.

Wie viel Glück sie hatten, davon zeugen Fotos und Berichte aus der Stadt: Es gab über 200 Verletzte. Vier Menschen verloren ihr Leben. Von der Kirche der Waldensergemeinde San Salvador und dem Gemeindehaus blieben nur einige Mauern stehen.

Pfarrerin Carola Tron, seit Februar zugleich Moderatorin der Waldenserkirche am La Plata, schreibt: „Auch das Pfarrhaus hat einige Schäden durch den Tornado davongetragen. Das Dach ist undicht. Aber unserer Familie geht es gut, und diese Schäden sind nicht vergleichbar mit denen, die viele Menschen in Dolores erleiden mussten. Mehr als tausend Familien sind ohne Obdach und müssen sehen, wo sie unterkommen.“

Direkt nach dem Tornado am Freitag haben die Gemeindeglieder erst einmal versucht, Häuser und den Bereich um die Kirche zu sichern. Am Sonntag, dem 17. April, versammelte sich die Gemeinde mit ihrer Pfarrerin vor dem zerstörten Gebäude zum Gottesdienst, um für die Toten, die Verletzten und alle Überlebenden zu beten.

„Inzwischen haben wir unsere Gedanken schon in die Zukunft gerichtet“, berichtet Pfarrerin Tron. „Wir denken an den Wiederaufbau der Kirche. Dazu werden wir mit der Stadt entsprechende Gespräche aufnehmen. Auch werden wir ein Konto einrichten zum Wiederaufbau. Zuerst gilt es aber, jenen Menschen, die alles verloren haben, zur Seite zu stehen.“

Der Tornado war der zweite innerhalb von vier Jahren in der Region. Bei dem Bau der neuen Kirche will die Gemeinde diese Gefahr nun berücksichtigen.

„Wir wollen unsere Gottesdienste weiter feiern, so wie wir es am Sonntag in den Kirchenruinen getan haben und auf die Gnade Gottes bauen“, betont Carola Tron. „Es muss einen Ort geben, wo Wort Gottes Raum hat. Dieses Wort brauchen die Menschen als Trost und Zuspruch.“

Bestärkt wird die Gemeinde durch Zeichen der Solidarität von außen und durch Mut machende Worte.

Helfen Sie mit! Das GAW will für den Wiederaufbau aus dem Nothilfefonds 10 000 Euro zur Verfügung stellen

>> Spenden