Anlässlich der Gedenkfeiern zum 200. Todestag des
Schwedenkönigs Gustav II. Adolf ruft der Leipziger Superintendent Prof. D.
Christian Großmann dazu auf, die Protestanten in der Diaspora zu unterstützen.
Gegründet werden soll "... eine Anstalt zu brüderlicher Unterstützung
bedrängter Glaubensgenossen und zur Erleichterung der Not, in welche durch die
Erschütterung der Zeit und durch andere Umstände protestantische Gemeinden in
und außer Deutschlands mit ihrem kirchlichen Zustand geraten, wie dies nicht
selten bei neu entstehenden Gemeinden zu sein pflegt."
Prof. D. Christian Großmann
Die lutherische Siedlungsgemeinde Karlshuld im Donaumoos bei Ingolstadt erhält die erste von der Gustav-Adolf-Stiftung vergebene finanzielle Hilfe.
Der Darmstädter Hofprediger Karl Zimmermann richtet einen
"Aufruf an die protestantische Welt": "Protestanten, Lutheraner,
Reformierte, Anglicaner, und welche Namen Ihr führen möget, Glieder der
protestantischen Kirche, welches auch Eure besondere Glaubensansicht sei, ob
Ihr Supranaturalisten oder Nationalisten oder Vermittelnde seid, ob man Euch
Altlutheraner oder Neuevangelische, Pietisten oder Mystiker oder noch anders
nennt, Protestanten - ich fasse das Wort im weitesten Sinne - weihet den
heutigen Tag durch den Entschluß, einen Verein für die hülfsbedürftigen
protestantischen Gemeinden zu gründen."
Karl Zimmermann
Die sächsische Gustav-Adolf-Stiftung und der hessische Diasporaverein schließen sich in der Thomaskirche zu Leipzig unter dem Namen "Evangelischer Verein der Gustav-Adolf-Stiftung" zusammen. Organisationsform: Gleichberechtigte Haupt- und Zweigvereine "in den deutschen Landen".
Der erste Projektkatalog erscheint. Im Projektkatalog werden seither jährlich alle Anträge protestantischer Diasporagemeinden auf finanzielle Unterstützung zusammengefasst.
Erste Kontakte nach Lateinamerika (Buenos Aires) werden geknüpft.
Zur Unterstützung des Gustav-Adolf-Vereins im Rheinland wird 1848 in Rees der erste Gustav-Adolf-Frauenverein gegründet. 1851 entstand in Berlin der erste Frauenkreis, dessen Existenz sich durch schriftliche Quellen belegen lässt. Dieses Datum feiert die heutige Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit im Gustav-Adolf-Werk als ihren Geburtstag.
Die "Gustav-Adolf-Frauen" unterstützen erstmals ein eigenes Projekt. Diese erste, sogenannte Frauenliebesgabe (heute: Jahresprojekt der Frauenarbeit) geht an die Waisenanstalt in Ostrowo/Posen.
Der Bremer Pastor Paul Zauleck ruft zu einer regelmäßigen Kindergabe im Gustav-Adolf-Verein auf. Die Gemeinde St. Joachimstal in Böhmen erhält diese erste Kindergabe.
In Leipzig wird das Franz-Rendtorff-Haus eingeweiht. Bis
1993 wohnen dort Theologiestudenten verschiedener evangelischer
Diasporakirchen. Benannt ist das Haus nach Franz Rendtorff (1860-1937),
Professor für Praktische Theologie an der Universität Leipzig und Vorsitzender
des Gustav-Adolf-Centralvereins (1917-1934).
Franz-Rendtorff-Haus - jetzige GAW-Zentrale
Die Zentrale des Gustav-Adolf-Vereins in der Leipziger Innenstadt wird während eines Bombenangriffs zerstört. Dabei wird die bedeutende Diasporabibliothek vernichtet. Die Verwaltung des Gustav-Adolf-Vereins zieht ins Franz-Rendtorff-Haus und ist zusätzlich zum Studentenwohnheim dort untergebracht.
Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) erklärt, dass die Arbeit des Gustav-Adolf-Vereins unter der offiziellen Bezeichnung "Gustav-Adolf-Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland" fortgeführt werden soll. Der Rat zieht damit die Konsequenz aus einem Jahrhundert enger Zusammenarbeit zwischen den evangelischen Landeskirchen und dem Gustav-Adolf-Verein.
1947: Infolge der Teilung Deutschlands wird zusätzlich
zur Zentrale des Gustav-Adolf-Werks in Leipzig eine Geschäftsstelle für den
Bereich der westlichen Besatzungszonen eingerichtet: zunächst in Assenheim -
1952 in Kassel.
1948: Die Hauptgruppen des Gustav-Adolf-Werks im Westen Deutschlands schließen sich zur "Notgemeinschaft der Gustav-Adolf-Stiftung" zusammen. Diese Notgemeinschaft wird als vorübergehendes Provisorium verstanden. Die Diasporaarbeit wird weiterhin von Leipzig aus geleitet.
1963: Die Arbeit des Gustav-Adolf-Werks im geteilten Deutschland gestaltet sich zunehmend schwieriger. Das Überleben des GAW ist gefährdet. Das Gustav-Adolf-Werk (West) wählt deshalb zum ersten Mal einen eigenen Vorsitzenden. Die Hauptgruppen im Osten Deutschlands gründen eine "Arbeitsgemeinschaft des Gustav-Adolf-Werks in der Deutschen Demokratischen Republik", die elf Jahre später als Werk des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR anerkannt wird.
Ehemalige GAW-Zentrale in Kassel
In der so genannten "Berliner Vereinbarung" wird das Verhältnis zwischen Gustav-Adolf-Werk (West) und Gustav-Adolf-Werk (Ost) geregelt. Beide Werke bekennen sich zum Auftrag des bisherigen Gesamtwerks und geben sich gleichzeitig frei zum selbständigen Handeln in ihren Bereichen.
In Herrnhut wird nach Auflösung der Gustav-Adolf-Werke Ost und West das "Gustav-Adolf-Werk e.V. Diasporawerk der Evangelischen Kirche in Deutschland" gegründet.
Als erstes kirchliches Werk in Deutschland nimmt das
Gustav-Adolf-Werk seinen Sitz in einem der neuen Bundesländer: Die Zentrale des
neuen Werks zieht ins Franz-Rendtorff-Haus nach Leipzig. Die Zentrale des
ehemaligen Gustav-Adolf-Werks (West) in Kassel wird geschlossen.
Besuch des Schwedischen Königspaares auf Einladung des GAW anlässlich der Feierlichkeiten des 400. Geburtstag Gustav II. Adolf.
König Karl XVI. Gustav und Königin Silvia
Seit seiner Gründung ist es dem Gustav-Adolf-Werk ein besonderes Anliegen den theologischen Nachwuchs aus protestantischen Diasporakirchen zu fördern. 1997 wird der bestehende Stipendienfonds zu einem umfangreichen Studien- und Stipendienprogramm erweitert.
Protestantische Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen in der innerdeutschen Diaspora werden seit 2000 wieder vom Gustav-Adolf-Werk unterstützt.