Der ferne Nächste ist auch in unserer Nähe

Kirchenpräsident Joachim Liebig, Evangelische Landeskirche Anhalts

Seit Jahrzehnten haben Christen in Mitteldeutschland einen ganz eigenen Blick auf kirchliche Diaspora: Wenn nur neun Prozent der Wohnbevölkerung Mitglied einer christlichen Kirche sind — so in Teilen unserer Region — spricht die Unesco zurecht von einer „entkirchlichten“ Situation. Der Blick in die weltweite Diaspora wird auf diese Weise besonders eindrücklich. Dabei wird deutlich: Die Selbstverständlichkeit des Glaubens und die Prägekraft von Kirche kann nicht vorausgesetzt werden. Diaspora, also Kirche in der Minderheit, hat andere Aufgabenschwerpunkte als in langer Tradition sich entfaltendes Christentum. Grundlegende Kenntnis ist die Voraussetzung für ein BeKenntnis. Die Diaspora-Arbeit des GAW trägt diesem Gedanken über den deutschsprachigen Raum hinaus und hat damit zugleich eine Rückwirkung auf die Kirche in unserer Region. So ist der ferne Nächste immer auch in unserer Nähe.

Nothilfeaufruf für ukrainische Kriegsflüchtlinge

2 Monate Krieg in der Ukraine - 12,7 Millionen Geflüchtete innerhalb und außerhalb des Landes

Fassungslos über den Krieg in der Ukraine hat das GAW eine Nothilfesammlung für die Flüchtlinge gestartet, die auch in den evangelischen Partnergemeinden in der Westukraine, in Polen, in der Slowakei und in Ungarn ankommen. Bitte spenden Sie!

Aktuelle Infos

Gottesdienst am Schwedenstein

Am 5. September 2021 nahm das GAW-Anhalt am traditionellen Gottesdienst am Schwedenstein bei Göritz teil. Es wurde für das Jahresprojekt, das Haus der Barmherzigkeit in Winogradnoje / Kirgistan gesammelt. Vielen Dank an die Gastgebergemeinde und an alle Spenderinnen und Spender!


Nachrichten

Die Synode der Deutschen Evangelisch Lutherischen Kirche (DELKU) sollte die Aufnahme von vier reformierten Gemeinden ukrainischer Sprache beschließen. Der Krieg hat das bisher verhindert. Dennoch haben sich vom 2.-5. August die Pfarrer der lutherischen und der reformierten Gemeinde in Rivne getroffen.

Gemeinsames Bibelstudium, Berichte über ökumenische Kontakte, die Arbeit an einer gemeinsamen Liturgie in ukrainischer Sprache, die Herausforderungen an die diakonische Arbeit der Gemeinden und auch Seelsorge in Kriegszeiten waren Themen der gemeinsamen Konferenz.

Zum Abschluss der Tagung wurde das Buch der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) zum Problem der Leihmutterschaft präsentiert: „„Bevor ich Dich im Mutterleib gebildet habe...“ (https://bit.ly/3QrKhaQ). Etwa 2000 Kinder jährlich werden in der Ukraine von Leihmüttern geboren. Im Krieg ist es für die ausländischen Eltern schwierig, die Babys abzuholen - und auch die Leihmütter stehen vor komplizierten Fragen.

Ab dem Jahr 1745 zogen slowakische lutherische Familien aus der heutigen Mittel- und Ostslowakei in die Vojvodina in Österreich-Ungarn, weil die Gegend nach dem Rückzug der Türken fast menschenleer war. Heute gehört die Vojvodina als autonome Provinz zur Republik Serbien. Als nach dem Ersten Weltkrieg neue unabhängige Staaten entstanden, wurde 1921 in Stara Pazova aus drei slowakischen Senioraten die heutige Slowakische Evangelische Kirche A.B. in Serbien (Slovenská evanjelická a. v. cirkev v Srbsku https://seavc.rs/ ) gegründet. Bis heute verwendet die Kirche Slowakisch als Amtssprache und unterstützt die Pflege der Identität, der Traditionen und Bräuche der kleinen nationalen und religiösen Minderheit. Am 21./22. Juni 2022 feierte die Kirche in Novi Sad ihr 100-jähriges Bestehen im Beisein von slowakischen Bischöfen, Senioren und Pfarrern aus verschiedenen Ländern, ökumenischen Gästen und Vertretern der Politik.

Am 21. Juni wurde im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten das rundum sanierte Gebäude des Bischofsamtes in Novi Sad eingeweiht. Die Arbeiten wurden anlässlich des Jubiläums mit einer beachtlichen Summe vom Staat mitfinanziert. Auch das GAW unterstützte die Sanierung (Projektkatalog 2017).

 

Ab dem Jahr 1745 zogen slowakische lutherische Familien aus der heutigen Mittel- und Ostslowakei in die Vojvodina in Österreich-Ungarn, weil die Gegend nach dem Rückzug der Türken fast menschenleer war. Heute gehört die Vojvodina als autonome Provinz zur Republik Serbien. Als nach dem Ersten Weltkrieg neue unabhängige Staaten entstanden, wurde 1921 in Stara Pazova aus drei slowakischen Senioraten die heutige Slowakische Evangelische Kirche A.B. in Serbien (Slovenská evanjelická a. v. cirkev v Srbsku https://seavc.rs/ ) gegründet. Bis heute verwendet die Kirche Slowakisch als Amtssprache und unterstützt die Pflege der Identität, der Traditionen und Bräuche der kleinen nationalen und religiösen Minderheit. Am 21./22. Juni 2022 feierte die Kirche in Novi Sad ihr 100-jähriges Bestehen im Beisein von slowakischen Bischöfen, Senioren und Pfarrern aus verschiedenen Ländern, ökumenischen Gästen und Vertretern der Politik.

Am 21. Juni wurde im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten das rundum sanierte Gebäude des Bischofsamtes in Novi Sad eingeweiht. Die Arbeiten wurden anlässlich des Jubiläums mit einer beachtlichen Summe vom Staat mitfinanziert. Auch das GAW unterstützte die Sanierung (Projektkatalog 2017).

 

Glauben verbindet - Der GAW-Blog

Pfarrer Enno Haaks, Generalsekretär des GAW, und Mitarbeiterinnen der GAW-Zentrale berichten über Projekte des GAW und aktuelle Entwicklungen in evangelischen Minderheitskirchen in der Welt.

>> zum Blog: glauben-verbindet.blogspot.com

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