Der Vorstand des GAW Oldenburg

Mitglieder des Vorstands von links nach rechts:

Sabine Duda, Mitglied im Vorstand (Bockhorn)
GAW – Warum?
 
Mein Name ist Sabine Duda und ich bin jetzt schon seit über einem Jahr als Beisitzerin Mitglied im Vorstand des GAW.
Angefangen hat es am 01.05.2016 mit dem Jahresfest des GAW in Bockhorn  am Jadebusen, an dem ich gerne teilgenommen habe. Kurze Zeit später sprach ich Pfarrer Dietrich Schneider aus Wilhelmshaven auf das GAW an. Ich interessierte mich für die Arbeit des GAW, wollte mehr erfahren. Und so wurde ich dort Mitglied.
Pfarrer Schneider schlug mir auch vor, durch einen Besuch in Oldenburg das GAW besser kennenzulernen, was ich dann auch gerne machte und das Miteinander dort hat mir sehr gut gefallen. Für die Mitarbeit im GAW habe ich mich darum gerne entschieden, um so mit Gleichgesinnten Projekte zu gestalten und der Diaspora zu helfen.
Denn: das habe ich schnell gemerkt: Mein Herz schlägt für die Diaspora. Darum habe ich auch schon ein paar Menschen für die Mitgliedschaft in unserem Werk gewinnen können.
 
Ihre Sabine Duda
Rita Beutin, Leiterin der Frauenarbeit (Oldenburg)
Diaspora braucht Dächer – und Heizungen!
 
Hätte mich vor ca. 20 Jahren jemand gefragt, was ich über Wladiwostok weiß, hätte ich geantwortet: Es gibt die berühmte Bahnlinie von Moskau nach Wladiwostok, die Transsibirische Eisenbahn. Sie endet im fernen Osten gegenüber von Japan – eine Traumreise. Auf dem Atlas hätte ich die Stadt gefunden.
Hätte mich vor ca. 20 Jahren jemand gefragt, was ich über das Gustav-Adolf-Werk weiß, wäre meine Antwort gewesen: Eigentlich nichts, nur dass im Gottesdienst einmal oder zweimal im Jahr eine Kollekte abgekündigt wird, leider selten erklärt.
Mit der Transsibirischen Eisenbahn bin ich leider immer noch nicht gefahren. Aber heute weiß ich mehr über das GAW und die ferne Stadt. Das hängt mit einem Vortrag von Architekt Gregor Angelis über die ev.-luth. Pauluskirche in Wladiwostok zusammen. Er ist tatsächlich (auf eigene Kosten) mit Fachleuten auf Bitten des Gustav-Adolf-Werkes dorthin gereist. Durch sein Gutachten zur Bausubstanz der historischen Kirche, 1908 von einem Architekten aus Hannover im norddeutschen neugotischen Stil  erbaut, erhielt die Gemeinde ihr enteignetes Gebäude zurück. Dass so weit weg eine Kirche steht, die fast so aussieht wie meine eigene Kirche von 1902 in Oldenburg Eversten, hat mich fasziniert. So kam auch für mich das Gustav-Adolf-Werk ins Spiel. Seitdem habe ich mich gerne für das GAW engagiert.
Pastor Manfred Brockmann kam mit einer Delegation der Paulusgemeinde nach Oldenburg. Sie baten um Hilfe bei der Renovierung ihrer Kirche. Eine der wichtigsten Fragen war: wie heizen wir im sibirischen Winter dieses Gebäude? Auch heute ist noch finanzielle Unterstützung nötig. Das habe ich auch zu meinem eigenen Anliegen gemacht. Die Frauenarbeit im Oldenburger GAW hält Kontakt und freut sich über die regelmäßigen Grüße und Bilder (re. Pauluskirche im Winter) von der Gemeinde, die nach Osten hin am weitesten von uns entfernt ist.
                            
Ihre Rita Beutin
Hans H. Schmidt, Mitglied im Vorstand (Oldenburg)
Das GAW bedeutet mir Weltoffenheit und Solidarität
 
Das GAW unterstützt die Arbeit evangelischer Gemeinden weltweit. Durch diese Projekte werde ich mit den Situationen, Problemen und Aktivitäten anderer Länder vertraut und kann mir ein besseres Bild über deren soziale und politische Gegebenheit  verschaffen.
Das GAW kann viel über erfolgreiche Projekte der Gemeinden im Ausland erzählen. Deshalb möchte ich durch verstärkte Medienarbeit viele Oldenburger an diesen Erfolgsgeschichten teilhaben lassen und motivieren, die moderne Vernetzung des GAW zu unterstützen.
Ebenso gehört zur effizienten Arbeit im Oldenburger GAW  der Erfahrungsaustausch effizienter Projekte zwischen den Gemeinden. Diese Vermittlungstätigkeit sehe ich als weitere Aufgabe für die erfolgreiche Unterstützung der Gemeinden im Ausland an.
Meinen 3ten Schwerpunkt lege ich auf eine Verstärkung der GAW-Einnahmen durch eine intensivierte Spendenacquisition, damit Projekte von Gemeinden in wirtschaftlich schwächeren Ländern nachhaltig gesichert realisiert werden können.
 
Ihr Hans-Hermann Schmidt
Jürgen Becker, Schatzmeister (Oldenburg)

Warum engagiere ich mich im Gustav-Adolf-Werk?

Die erste Antwort lautet: das GAW ist ein Hilfs- und Spendenwerk, dass sich dem Anliegen verschrieben hat, evangelischen Kirchengemeinden weltweit, die in der Diaspora leben, Solidarität und Unterstützung zukommen zu lassen. „Gutes zu tun“ ist für mich aber ein zentraler Leitsatz, und Diasporagemeinden mit ihren Mitgliedern befinden sich auch heute noch immer wieder in einer schwierigen Lage: mal mehr materiell, mal mehr ideell; fühlen sich mehr oder weniger intensiv bedrängt und alleindastehend. Sie brauchen Hilfe und die gewährt ihnen das GAW nach klaren Kriterien, so dass ein Missbrauch praktisch ausgeschlossen und die Unterstützungsleistungen dem angegebenen Zweck tatsächlich zugute kommen.

Die zweite Antwort lautet: aus Dankbarkeit! Als Gemeindepfarrer der Kirchengemeinde Essen/Oldb. im Landkreis Cloppenburg erhielt die verhältnismäßig kleine Kirchengemeinde für die notwendig gewordene Erweiterung ihres Gemeindehauses, die Gemeindegliederzahl hatte sich in den 90iger Jahren mehr als verdoppelt, eine beträchtliche finanzielle Unterstützung. Ohne diese Zuwendung wäre die Verwirklichung der notwendig gewordenen Baumaßnahme erheblich schwieriger geworden; vielleicht sogar nicht einmal möglich geworden. Das war großartig.

Ein weiterer wichtiger Aspekt für mich ist, dass die „Fokussierung“ des Gustav-Adolf-Werkes auf evangelische Gemeinden nicht so zu verstehen ist, als ginge es um konfessionelle Abgrenzung oder Zuspitzung. Es geht ihm und mir vielmehr darum, ein gutes Werk an „Schwestern und Brüdern in der Diaspora“ zu tun und sie so zu stärken, damit sie ihre Stimme im Leben, aber auch im ökumenischen und/oder interreligiösen Dialog umso besser erheben und einbringen zu können.

Dafür lohnt es sich zu engagieren und wer Interesse hat, dabei mitzuhelfen, ist ganz bestimmt bei uns im GAW sehr herzlich willkommen.

Mit besten Grüßen
Pfarrer Jürgen Becker

Uwe Löwensen, Schriftführer (Bad Zwischenahn)

Wie ich in den Vorstand der Oldenburger Hauptgruppe gekommen bin?

Die Frage ist einfach zu beantworten. Durch zwei Frauen und einen Mann.

Die eine Frau war meine Frau. Sie war viele Jahre Vorsitzende des Oldenburger Pfarrfrauendienstes. Und  die andere Frau war Frau Gisela Schäfer. Sie war viele Jahre Vorsitzende der Frauenarbeit des Gustav-Adolf-Werkes. Auf den jedes Jahr stattfindenden Treffen der Oldenburger Pfarrfrauen im Blockhaus Ahlhorn erhielt Frau Schäfer jedes Jahr die Gelegenheit, sehr überzeugend und ausführlich über die wichtige Arbeit des Gustav-Adolf-Werkes zu berichten. Davon erzählte mir meine Frau  dann - wieder Zuhause - ausführlich, so dass die segensreiche Arbeit des Gustav-Adolf-Werkes auch in meinen Wahrnehmungshorizont rückte. Zwar kannte ich das Gustav-Adolf-Werk u.a. auch durch die jährliche Kollekte, die am Sonntag Rogate gesammelt wurde. Aber die Arbeit wurde mir erst durch die Schilderung meiner Frau in seiner ganzen Tragweite wirklich deutlich. Wir nahmen seither an vielen Jahresfesten des Gustav-Adolf-Werkes teil, und  ich wurde Mitglied. Irgendwann kam dann der schon genannte Mann in meinen Blick. Pfarrer Schneider, Vorsitzender der Oldenburger Hauptgruppe, fragte mich eine Tages, ob ich mir vorstellen könnte, mich als Beisitzer in den Vorstand  wählen zu lassen. Ich stimmte zu und wurde gewählt. Dann wurde die Stelle als Schriftführer frei. Pfarrer Schneider fragte mich, da ich schon öfter vertretungsweise das Protokoll geschrieben hatte, ob ich bereit sei, diese Stelle zu übernehmen. Ich stimmte zu und bin seither als Schriftführer im Vorstand.

Ihr Pfarrer i.R. Uwe Löwensen

Gisela Schäfer, Schatzmeisterin der Frauenarbeit (Oldenburg)

Wie kam ich zum Gustav-Adolf-Werk?

Nach unserem Umzug im Jahr 1971 von Baden-Württemberg nach Oldenburg, wo mein Mann zum Mitglied im Oberkirchenrat gewählt worden war, wurden wir auch zu Veranstaltungen des Gustav-Adolf-Werks (GAW) der oldenburgischen Kirche eingeladen. Diese hatten damals einen guten Zuspruch.

Ich nahm 1981 am 125 jährigen Jubiläum der oldenburgischen Gustav-Adolf-Frauenarbeit teil. Tief beeindruckte mich der Festakt zum 150jährigen Bestehen des Gustav-Adolf-Werks der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in der Stadthalle von Kassel. Die dort vorgetragenen Berichte aus allen Partnerkirchen öffneten einen Blick in die vielschichtige Welt der Diaspora mit ihren Problemen und ihrem hochgeschätzten Glauben.

In dieser Zeit überraschte mich die Leiterin der Frauenarbeit, Else von Bock und Polach (Accum), mit der Frage, ob ich bereit wäre, Schirmherrin der Gustav-Adolf-Frauenarbeit zu werden. Ich wusste, dass die Großherzogin Elisabeth von Oldenburg 1901 diese Aufgabe übernommen hatte und die Versammlungen besuchte. Ich zögerte einen Augenblick, dankte für die zugedachte Ehre und meinte, besser an der Basis mitarbeiten zu wollen.

So wurde ich im April 1983 in den Vorstand der Hauptgruppe Oldenburg unter dem Vorsitz von Pfarrer Gottfried Maaß gewählt. Mir tat sich ein ganz neues „Feld“ kirchlicher Befindlichkeit auf: evangelische Christen in der Minderheit und in Bedrängnis, aber von starker und meist froher Überzeugung. Ich lernte mit der Zeit sehr viel über unsere Partnerkirchen, vor allem durch persönliche Begegnungen.

1984 trat ich bei der oldenburgischen Gustav-Adolf-Frauenarbeit die Nachfolge von meiner vorbildlichen Vorgängerin Else von Bock und Polach an. Gleichzeitig konnte ich viele Jahre im Gesamtvorstand West des GAW mitwirken. Nach der deutschen Wiedervereinigung 1989, als die beiden Zentralen (Leipzig und Kassel) wieder in Leipzig zusammengelegt werden konnten, gehörte ich auch dem Vorstand des Gesamtwerkes an. 1992 wurde ich zu dessen Stellvertretender Präsidentin gewählt (bis 1998).

Die erlebte Gemeinschaft vieler engagierter Frauen und Männer, die mir in unserer oldenburgischen Kirche, in den evangelischen Kirchen Deutschlands und nicht zuletzt in den Dienststellen des GAW begegnet sind, bleibt mir unvergessen. Die Aufgabe hielt uns zusammen. Es gab viel zu entscheiden und auszuführen, um den Schwestern und Brüdern in der Diaspora in ihrer jeweiligen Lage zu helfen. Auch nach unserem 175-jährigen Jubiläum in Oldenburg werden wir mit Engagement dieser Aufgabe weiter dienen.

In Dankbarkeit für diese Zeit

Ihre Gisela Schäfer

Dietrich Schneider, Vorsitzender (Wilhelmshaven)

Wie bin ich zum Gustav-Adolf-Werk gekommen?

Mit diesem Grußwort möchte ich Ihnen erzählen, wie ich zum Gustav-Adolf-Werk gekommen bin. Ich bin ja nun auch schon, seit 2000 gewählt und seit 2001 eingeführt, fast 18 Jahre lang Vorsitzender in unserem Verein.

Schon als Konfirmand bei Pastor Hinrichs in der Christuskirche in Oldenburg habe ich etwas über das Gustav-Adolf-Werk gehört und mich dafür interessiert, dass es nur wenige evangelische Christen in Spanien gibt, wohin ich mehrere Male mit meinen Eltern in den Sommerferien gefahren bin, weil meine Großeltern dort an der Costa Brava ein kleines Ferienhaus hatten. Evangelischen Gottesdienst konnte ich dort nicht besuchen, was ich zu Hause sonst immer gerne gemacht habe. Als ich dann in Münster und Bonn studiert habe, ist mir deutlich geworden, wie schwer es evangelische Christen oft hatten, ihren Glauben offen leben zu dürfen. Ich habe 1985 das erste Mal ein Jahresfest in Oldenburg besucht, weil ich zu dem Zeitpunkt gerade vom Studium in Münster nach Hause gekommen war. Das hat mir gefallen, dass da Leute für die kleinen evangelischen Kirchen eintreten, die man sonst gar nicht wahrnimmt.

Und dann habe ich mein Vikariat in Lohne in Südoldenburg gemacht. Dort haben mir noch manche der alten Gemeindeglieder erzählt, wie schwer sie es als Evangelische nach dem Krieg oft hatten, gar nicht als „Christen“ anerkannt wurden, Angehörige vor der Friedhofsmauer beigesetzt wurden, - und sie sich darum ganz intensiv für einen eigenen evangelischen Friedhof eingesetzt haben. Mir ist dabei deutlich geworden, wie wichtig es für die Ökumene ist, dass man auf „Augenhöhe“ miteinander sprechen kann, nicht eine Gruppe völlig in die Bedeutungslosigkeit abgedrängt wird.

Deshalb habe ich mich darum bemüht, mein Sondervikariat in Kassel in der Zentrale des Gustav-Adolf-Werkes machen zu dürfen. Dabei hat mich freundlicherweise OKR Professor Schäfer sehr unterstützt, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Ich konnte dabei an der Vorbereitung und Durchführung der Feierlichkeiten zum 160jährigen Jubiläum des Gesamtwerkes 1992 in Hofgeismar mitarbeiten, habe dabei viele Engagierte aus allen Hauptgruppen und interessante und freundliche Mitchristen aus unseren Partnerkirchen getroffen. Das hat mich dazu gebracht, mich dann auch selbst ab 1992 als Beisitzer in unserer Hauptgruppe zu engagieren.

Und ich kann nur sagen, dass es für mich, neben meinem Beruf als Pfarrer in der Gemeinde, eine wichtige Bereicherung war und ist, dass ich durch unser Werk und die Jahresfeste jedes Jahr auf eine andere Partnerkirche geschaut und damit weit über den Tellerrand unserer Kirche geblickt - und bei den Begegnungen mit evangelischen Christen aus anderen Ländern viel gelernt habe. Es hat mir selbst gut getan, dass ich seit 2001 vielen jungen Theologen aus der Diaspora mit einem Praktikum in meiner Gemeinde und unserer Kirche einen Einblick in unsere deutsche Situation geben konnte, von Ihnen viel über die Situation ihrer Kirchen gelernt und sie zum Teil auch in ihren Pfarrämtern besucht habe.

Ich bin sehr dankbar für all diese Begegnungen und Freundschaften, die mein Leben sehr bereichert haben und immer noch bereichern. Schon bei einer der ersten Tagungen, die ich vom Gustav-Adolf-Werk besuchen durfte, wurde von der „Gustav-Adolf-Familie“ gesprochen. Und ich kann nur bestätigen. Ich bin hier so gut aufgenommen und getragen, wie in meiner Familie. Und ich möchte mich weiter dafür einsetzen, dass wir so füreinander da sind und miteinander leben.

Herzliche Grüße

Ihr Pfarrer Dietrich Schneider

Gerlinde Thierfeld, Mitglied im Vorstand (Wiefelstede)
Das GAW bedeutet herzliche Kontakte
 
Ein Geburtstag, und besonders ein „runder“, ist in besonderer Weise ein Anlass zur Besinnung, zur Erinnerung. Solch ein runder Geburtstag veranlasste mich, meine Geburtstagsgäste zu bitten, statt gut gemeinter Geschenke mit mir zusammen in Gedanken eine kleine evangelische Gemeinde in Jaroslawl an der Wolga zu besuchen, um sie finanziell zu unterstützen. Das Ergebnis war überwältigend und konnte schon wenige Wochen später von der früheren Vorsitzenden der Frauenarbeit, Frau Gast-Kellert, persönlich übergeben werden. Frau Gast-Kellert brachte mir einen sehr berührenden Dankesbrief mit.
 
Ihre Gerlinde Thierfeld
Dr. Stefan Welz, Mitglied im Vorstand (Oldenburg)

Warum mein Herz für die Arbeit des GAW schwingt…

Es war ein hoch interessantes Wochenende im Jahr 2016. Der Moderator (Bischof) der kleinen Evangelischen Kirche in Griechenland, Meletis Meletiadis, war zu Gast bei uns im GAW in Oldenburg.  Was habe ich bei den Gesprächen und Begegnungen mit ihm lernen, ja entdecken dürfen! Anfang des 18. Jahrhunderts machten Missionare aus den USA den Protestantischen Glauben unter der griechischen Bevölkerung im damals Osmanischen Reich bekannt.  Bald wurden erste Gemeinden gegründet. Diese machten sich auf den Weg durch eine Geschichte von Wachsen, Ablehnung und Vertreibung.  Immer wieder haben sie ihren Platz finden müssen. Und heute? Die mit ca. 5000 Gemeindegliedern in 32 Gemeinden über das griechische Festland und einige Inseln  verstreute Ev. Griechische Kirche wurde – erst und endlich! - im Frühjahr 2015 vom griechischen Staat offiziell als Religionsgemeinschaft anerkannt.  Seit dem Anwachsen des  Flüchtlingsstroms im Jahre 2015 engagiert sich die Kirche für Flüchtlinge im Camp Idomeni, am Athener Victoriaplatz und in einigen staatlichen Camps. Sie machten und machen ihr ehrenamtliches Engagement dort so gut, dass die kleine Griechische Evangelische Kirche vom UN-Hilfswerk UNHCR  als offizieller Partner anerkannt wurde. Und das GAW unterstützt die Arbeit der Evangelischen in Griechenland.

Was für ein Vorbild für uns! Eine kleine Kirche, die in ihrem Land eine der härtesten Wirtschaftskrisen erleben muss (und in ihrer Geschichte selbst verfolgt wurde), bückt sich zu den Geschundenen, Hungernden und Frierenden.

2004 in Portugal. Beim Lesen der Geschichte der Deutschen Evangelischen Kirche in Lissabon erfahre ich, wie das GAW Anfang des 20. Jahrhunderts den Bau der Kirche tatkräftig und mit hohen finanziellen Beiträgen unterstützt hat.  Während meiner Zeit in Lissabon berichten mir meine Kollegen der kleinen Portugiesischen Evangelischen Kirche, wie noch heute die Hilfe des GAW partnerschaftlich organisiert „ankommt“ und wie das GAW  mit den portugiesischen evangelischen Gemeinden geschwisterlich verbunden ist. Bei einer der Begegnungen lerne ich den damaligen Generalsekretär des GAW Hans Schmidt kennen und werde Jahre später Pfarrer einer oldenburgischen Gemeinde, in der er selbst Dienst getan hatte.

Was für schöne Begegnungen und Erfahrungen! Kleine Kirchen erheben ihre Stimme, werden Partner auf Augenhöhe und schenken mir Einsichten in das Glaubensleben fern meiner Heimat.

2006 in Porto. Die kleine deutschsprachige Evangelische Gemeinde in Porto weiht ihr „Begegnungshaus“ ein – und alle sind gekommen: Bischöfe, Vertreter*innen der benachbarten Kirchen, Katholiken, Presbyterianer, Methodisten und Anglikaner freuen sich mit uns über dieses wunderbare Gemeindehaus nicht weit vom 15 Kilometer langen Traumstrand in Vila Nova de Gaia. Und wer hat zu einem großen Teil zum Werden und Gelingen des Hauses beigetragen? Das GAW - Hauptgruppe Pfalz mit ihrem engagierten Pfarrer.

Was für eine evangelische wie ökumenische Weite und Offenheit! Ich lerne, wie sich kleine evangelische Gemeinden auf den Weg machen, in ihre Region ausstrahlen und in ökumenischer Verbundenheit „als evangelische Partner“ wahrgenommen werden.

Dies sind nur drei kleine Beispiele, die mir das Herz für die Arbeit des GAW geöffnet haben. Seitdem ich von diesen Gemeinden - ob in Süd-, Osteuropa oder in Lateinamerika - erfahren, hören und lernen darf, ist mir um die Zukunft der Evangelischen Kirche in Deutschland und in Oldenburg nicht mehr bang! Starren wir nicht auf die abnehmenden Zahlen, ob Gemeindegliederzahl oder Finanzkraft. Starren wir nicht auf all die Probleme unserer Kirche. Schauen wir vielmehr darauf, wie Gott auch und gerade mit überschaubar großen Christengemeinden sein Werk, seine Liebe und Fürsorge  in die Welt trägt!

Ja, machen Sie mit und werden Sie Teil dieses weltweiten Netzes der Arbeit im GAW, in und aus dem Gott uns selbst „herausfischt“ und in die Nachfolge ruft.

Ihr Pfarrer Dr. Stefan Welz

Jessika Behrens, Geschäftsstelle (Friesoythe)

Warum ich schon seit 20 Jahren beim GAW arbeite?

Diese Frage ist eigentlich ganz leicht zu beantworten: Es macht mir Spaß!

Mein Name ist Jessika Behrens, ich wohne in Friesoythe, bin verheiratet und habe drei Kinder.
Am 3. November 2000 war mein erster Arbeitstag und bis heute macht es mir immer noch Freude, meinen Aufgaben in der Geschäftsstelle nachzukommen. Unter anderem erledige ich die Buchhaltung, organisiere unsere Vorstandssitzungen, unsere Tagung der Norddeutschen Hauptgruppen sowie die Mitgliederversammlung und das Jahresfest, erstelle Spendenbescheinigungen, pflege unsere Spendendateien, entwerfe Plakate und Faltblätter, sowie diesen schönen kleinen Gustav-Adolf-Brief und sorge dafür, dass alles mit der Post verschickt wird.

Ein besonderes Highlight sind für mich unsere Jahresfeste. Immer wieder lernt man motivierte Menschen aus verschiedenen Diasporaländern  kennen, die sich für die evangelische Minderheit einsetzen. Diese Begegnungen vorzubereiten und so evangelische Gemeinschaft  zu erleben, bewegt mich. Oftmals hört man auch später noch von unseren Gästen. Besonders spannend ist es, den Werdegang unserer jährlichen Stipendiaten zu verfolgen und von ihren Erfolgen zu hören.

In jedem Jahr unterstützen wir ein anderes Land und ein anderes Projekt, mal eine diakonische Arbeit, mal die Renovierung eines Gemeindehauses oder einen Motorisierungsfonds. Richtig interessant ist die Unterstützung beim Bau einer Kirche, denn zu verfolgen, wie dieses Gebäude entsteht, ist sehr bewegend.

Ihre Jessika Behrens

Doris Möllenberg, Stellvertretende Vorsitzende (Wilhelmshaven)
Warum bin ich beim GAW?
 
Ich bin beim GAW, weil ich möchte, dass alle Christinnen und Christen überall auf der Welt die Möglichkeit haben, ihren Glauben zu leben und zu feiern. Dazu gehören zu allererst Räume, um sich zu versammeln. Dann gehören natürlich Menschen dazu, die das Gemeindeleben gestalten wollen und können. Dazu sind Aus- und Fortbildung wichtig. Dies zu unterstützen, ist mir wichtig.
Die oft sehr kleinen Gemeinden in unseren Partnerkirchen schaffen - trotz manch großer Probleme vor Ort - immer wieder Erstaunliches (sie schieben soziale Projekte an oder helfen Flüchtlingen, wie in Griechenland…). Mir persönlich tut es immer wieder gut, davon zu erfahren und dadurch ein Stück weit „geerdet“ zu werden.   
 
Ihre Pastorin Doris Möllenberg