Unser Vorstand

Vorsitzender

Pfarrer i. R. Dr. Arndt Haubold, Meuselwitz OT Wintersdorf

Stellvertretender Vorsitzender

Pfarrer Eckehard Graubner, Falkenstein

Schatzmeisterin

Dorothee Ludwig, Löbau

Leiterin der Frauenarbeit

Marion Kunz, Leipzig

Berufener Vertreter des Landeskirchenamtes

Oberkirchenrat Friedemann Oehme, Dresden

Beisitzerinnen und Beisitzer

Monika Hönigschmid, Leisnig

Pfarrer i. R. Friedrich Krohn, Dresden

Superintendent Harald Pepel, Zwickau

Jörg Pfeifer, Dresden

Pfarrer Jan Schober, Radeberger Land

Pfarrer i. R. Reinhard Schoene, Grimma

Pfarrer Michael Schubert, Dresden

Matthias Storz, Leipzig

Vorstandsmitglieder befragt

Sie studieren Projektunterlagen, verfolgen Vorhaben in Diasporakirchen und entscheiden in gemeinsamen Sitzungen über Förderanliegen: Unsere Vorstandsmitglieder. Was sie antreibt und für das GAWiS brennen lässt, erfahren Sie in unserer Reihe „Vorstandsmitglieder befragt“.

Harald Pepel

Das GAWiS kenne ich seit …
...meiner Zeit in Siebenbürgen. Ich war Vikar in der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Broos, rum. Orastie. Zu dieser Kirchgemeinde gehörten noch weitere 12 Schwesterkirchgemeinden in einem Diaspora-Gebiet das sich auf etwa 130 km erstreckte. Ich war viel unterwegs bei Gottesdiensten, Kasualhandlungen oder wenn es um Bauarbeiten, Religionsunterricht, Konfirmandenunterricht, Senioren- und andere Gemeindekreise ging. Im Sommer war das gut möglich. 
Im Winter bedeutete das jedoch, dass ich aufgrund der Straßenverhältnisse nicht reisen konnte. An solchen Tagen oder Wochen konnte man sich nur per Telefon mit den Kirchenvorständen oder den Gemeindegliedern verständigen. Bei Bestattungen, Gemeindekreisen oder unaufschiebbaren seelsorgerlichen Anliegen, wie Krankenabendmahl oder Sterbebegleitung, rief ich beim römisch-katholischen, beim reformierten oder beim orthodoxen Pfarrer an und bat ihn, diesen Dienst zu übernehmen. 
Dieses Netzwerk war wichtig. Genauso wichtig waren auch die Kontakte ins Ausland, zu anderen Konfessionen und zu den Kirchen im Evangelischen Verbund. Auf diesem Wege lernte ich das Gustav-Adolf-Werk kennen. Einige „meiner“ Kirchgemeinden hatten finanzielle Hilfen erhalten. Zudem gab es Briefkontakte und Partnerschaften zu Kirchgemeinden oder Gemeindegliedern in Deutschland oder in Österreich, die über das Gustav-Adolf-Werk zustande kamen. Den sächsischen Ableger des Diasporawerkes, also das Gustav-Adolf-Werk in Sachsen, lernte ich später kennen. Das war im Jahr 2001, als ich als sächsischer Pfarrer Kollektensammlungen abkündigte, Projekte des GAWIS in den Gemeindekreisen vorstellte und dafür warb. 



Die Kirche in der Diaspora bedeutet für mich…

…nach wie vor Heimat. Ich verbinde damit ein gutes Gefühl der Nähe und der Geborgenheit sowie der Verbundenheit mit Menschen. 
Die Kirche in der Diaspora war immer größer als ihre Möglichkeiten und lebendiger als viele es von außen her wahrnehmen konnten. Sie hat mich sehr geprägt und mich in meiner Entwicklung begleitet. An vielen Stellen hat sie mir Kraft für den Alltag gegeben und ist bis heute eine Quelle der Hoffnung und der Zuversicht geblieben. An ihr bildet sich die Urkirche ab mit dem wunderbaren Wort Jesu aus Matthäus 28,20: „Christus spricht: Und siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.“ 
Es ist ein Satz, der zum Urbestand christlichen Glaubens gehört. Zugleich ist er eine Herausforderung für jede Kirche die den Anspruch hat, in der Gegenwart Gottes zu leben. Insofern sind auch wir Kirche der Diaspora, und Gott sei Dank, Heimat für viele. Diese Verbindung über Grenzen hinweg ist unheimlich reizvoll und geheimnisvoll, weil Gott in jede Situation unseres Lebens hineinwirken kann. 



Mit meiner Arbeit möchte ich…

…Zeuge sein. Ich will sehen, wie sich die Kirche verändert und spüren, wie Gott an ihr wirkt. Das Evangelium von Jesus Christus belegt ja, dass Gott sich dem Einzelnen zuwendet, weil er sein Schicksal, oder sagen wir es anders – sein Leben in dieser Welt – kennen will, um ihn niemals fallen zu lassen. Wir können uns gegenseitig als Christen in diesem Zuspruch stärken. Die Sprache hat uns nie gehindert, etwas dafür zu tun. 
Auch jetzt erleben wir, mit vielen Geschwistern mit denen wir über das GAWIS verbunden sind, wie wertvoll es ist, voneinander zu wissen und einander zu helfen. Es kann dabei der Neubau einer Kirche ins Blickfeld rücken, eine Renovierung eines Gemeindehauses oder die Unterstützung für Projekte des Gemeindeaufbaus. 



Deshalb engagiere ich mich im Vorstand…

...weil ich den Austausch mit anderen Kirchen und Geschwistern wichtig finde. Christsein ist keine Einbahnstraße und zum Glück auch keine Einzelfahrt. Es ist jeder angefangene Weg betretenswert. Gerade der mit dem Fremden. Eine kleine Emmausgeschichte, die nicht mehr an Ort und Zeit gebunden ist. 


 

Friedemann Oehme

Friedemann Oehme

Das GAWiS kenne ich durch meine Arbeit als Pfarrer in den Kirchgemeinden, in denen ich früher tätig war. Dabei war die Konfirmandengabe immer ein Fixpunkt, wo es galt bei Konfirmandinnen und Konfirmanden das Bewusstsein für ihre evangelischen Altersgenossen in der Diaspora zu wecken. Ich selbst hatte meine ersten Diaspora-Kontakte als Jugendlicher bei internationalen diakonischen Rüstzeiten im Weimarer Sophien-Stift. Dort begegnete ich erstmals Glaubensgeschwistern aus Tschechien. Später war Prag der Ausgangspunkt für Reisen in die Länder Mittel- und Osteuropas mit vielen Begegnungen mit Christinnen und Christen unterschiedlicher Konfessionen.

Die Kirche in der Diaspora bedeutet für mich nach dem biblischen Motto „Ihr seid das Salz der Erde“ zu leben. Evangelische Kirchen in Europa und in Lateinamerika, aber auch im Nahen Osten sind meist Minderheitskirchen. Und dennoch wirken sie in die Gesellschaft hinein. Sie verkündigen das Evangelium und setzen in ihrer diakonischen Arbeit Zeichen für ein gerechtes Zusammenleben und für Barmherzigkeit und Nächstenliebe. So wie das Salz gestreut wird, sind auch die Gemeinden zerstreut, aber doch wirken sie. Wichtig ist, dass sie nicht allein bleiben, sondern vernetzt sind in ihren Ländern, aber auch weltweit in ökumenischer Gemeinschaft. In diesem Sinn ist auch das GAW ein Netzwerker, das an diesem weltweiten Netz knüpft, das uns alle miteinander verbindet.

Mit meiner Arbeit möchte ich zur Unterstützung dieser Kirchen beitragen. Dabei weiß ich, dass dies ein wechselseitiges Geben und Nehmen ist. Als GAWiS sind wir nicht nur Gebende. Wir empfangen auch viel an Erfahrungen und Glaubenszuversicht von unseren Partnern. Das wiederum kann auch unsere Gemeinden in Sachsen stärken. In den Schwierigkeiten, die auch unsere Gemeinden bewältigen müssen, ist der Blick zu den Partnern hilfreich und ermutigend. Wir nehmen wahr, wie auch unter ungleich schwierigeren Bedingungen kirchliches Leben möglich ist.

Deshalb engagiere ich mich im Vorstand – weil es mir Freude macht, gemeinsam mit anderen diese Arbeit zu gestalten. Seit 2003 bin ich als Referent für ökumenische Beziehungen für die internationalen Kontakte zu unseren Partnerkirchen zuständig. In dieser Funktion bin ich in den Vorstand des GAWiS berufen worden. Meine Erfahrungen kann ich in die Vorstandsarbeit einbringen. Das GAWiS ist das Diaspora-Werk unserer sächsischen Landeskirche. Ich sehe meine Aufgabe darin, für eine gute Zusammenarbeit zu sorgen und die Arbeit des GAWiS zu unterstützen. Umgekehrt ist die Arbeit des GAWiS eine große Stütze für die Partnerschaftsarbeit der Landeskirche und ihrer Kirchgemeinden.

 

Friedrich Krohn

Friedrich Krohn

Das GAWiS kenne ich seit …
seit Kindesbeinen: In Dresden bin ich aufgewachsen und die Reformationsbrötchen mit Zuckerguss und Marmeladenklecks in der Mitte haben seit eh und je für mich eine Verbindung zum Gustav-Adolf-Werk (GAW) und umgekehrt. Erklären kann ich das nicht, aber es ist so. Die Kollekte am Reformationstag für das GAW wurde zum Impuls für Fragen. Im Pfarrdienst seit 1980 kam ich immer wieder in Kontakt mit dem GAW durch die jährliche Konfirmandengabe samt ihrem Informationsschub und zum Erntedankfest durch die Kollektenbitten mit den konkreten Projektangaben. Meine tiefere und eigentliche Verbindung zum GAW wuchs in meinem Löbauer Dienst seit 2000. Dort entdeckte ich über den Gustav-Adolf-Frauendienst die vielfältige, weltweite Arbeit des GAW.

Die Kirche in der Diaspora bedeutet für mich …
protestantische Christen und ihr Leben zu kennen und kennenzulernen über die Grenzen der eigenen Gemeinde hinaus, in Nachbarschaften zu anderen Gemeinden, in Partnerschaften und in ganz fremden Gemeinden. Andere Orte und andere Länder kommen in den Blick und meist in Verbindung mit lebendigen Menschen, also nicht nur per Medien. Seit ich Kirche kenne, erlebe ich diese Grenzüberschreitung. Gravierend unterschiedliche Bedingungen im Leben als Christ wurden mir mehr und mehr bekannt, besonders auch die von evangelische-lutherischen und protestantischen Gemeinden. Diaspora benennt das Leben als Christ und Gemeinde in einer konfessionellen oder religiösen Minderheitssituation, oft bedrängt, oft äußerlich ärmlich und doch wie oft gerade dennoch geistlich reich und fröhlich im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe.

Mit meiner Arbeit möchte ich …
den Dienst des GAWiS fördern und mitgestalten und andererseits in den Gemeinden unserer Kirche auf diesen Dienst aufmerksam machen, das Anliegen des GAWiS in unserem Gemeindeleben lebendig werden lassen.  Und wie wir selber in den DDR-Jahren als Kirche Hilfe erfuhren, finanziell und vor allem auch durch Besuche und Kontakte auf allen Ebenen, so möchte ich heute dies anderen tun.

Deshalb engagiere ich mich im Vorstand …
weil ich gefragt wurde, ob ich im Vorstand mitarbeiten möchte. Gern sagte ich zu, um die oben genannten Anliegen im Vorstand praktisch umzusetzen und mich mit meinen Möglichkeiten in die Arbeit des GAW einzubringen. Gespräche, Informationen, Diskussionen erweitern den eigenen Blick, die gute Gemeinschaft im Vorstand schenkt Freude und gräbt ihre Spuren auch im Dienst im Ruhestand.