Studientag 2021

Montag, 8. Februar 2021

Thema des Studientages „Lateinamerika“

Weitere Informationen folgen.


Rückblick 2020

Mitwirkende: (v.l.n.r.) Wolfgang Barthen, Dr. Volker Faigle, Dr. Justus Werdin, Tamara Tazenko, Evgeny Philippov, Constanze Schwuchow, Tatiana Wagner, Propst Wladimir Winogradow, Gertrud Dailidow-Gock

Studientag "Lutherische Kirche in Russland ELKUSFO"

Einheit in Vielfalt

Am 10. Februar 2020 fand in Berlin der Studientag über die Evangelisch-Lutherische Kirche in Russland (ELKER) und die Evangelisch-Lutherische Kirche Ural, Sibirien und Ferner Osten (ELKUSFO) statt. Dazu eingeladen hatte das GAW Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Nach der einführenden Bibelarbeit durch Pfarrer Justus Werdin vom Berliner Missionswerk begrüßten wir Propst Wladimir Winogradow und Pastor Evgeny Philippov, die eindrücklich vom evangelischen Leben in Omsk und den vier Propsteien Ural, West- und Ostsibirien und Ferner Osten berichteten. Unter der Überschrift „Die Errichtung einer lutherischen Kirche in Sibirien – aus dem Leben der Gemeinde in Omsk“ schilderten sie die Situation vieler Kleinstgemeinden, die zum Teil über 1 000 Kilometer voneinander entfernt sind. Die 40 Teilnehmenden staunten über das Engagement und die „Einheit in Vielfalt“. An der regen Aussprache beteiligte sich auch als Gast aus Kaliningrad William Yoder, Herausgeber eines Informationsdienstes zum Christlichen Leben in Russland.

Nach der Mittagspause erzählte Pfarrerin Tatiana Wagner von ihren Stationen „Zwischen Orthodoxie und Luthertum – der Weg einer Pastorin: Wladiwostok – Omsk – St. Petersburg – Kaliningrad/Königsberg – Berlin“, wo sie heute in der Stephanusstiftung tätig ist. Zusammen mit Tamara Tatsenko aus St. Petersburg schauten wir auf die GAW-Partnerschaft zwischen Deutschland und Russland. Allein im Jahr 2020 werden elf Projekte durch das GAW unterstützt.

In einer Veröffentlichung der ELKUSFO wird erläutert, warum diese Kirche oft von „Einheit in Vielfalt“ spricht. Die ELKUSFO ist geprägt vom Gegensatz zwischen den wenigen großen städtischen Kirchengemeinden und den 110 kleinen ländlichen Gemeinden sowie von riesigen Entfernungen.

Von den elf russischen Zeitzonen befinden sich acht auf dem Gebiet der ELKUSFO. Gemeindebesuche bedeuten fast immer lange Reisen. Zwischen Omsk und Novosibirsk liegen 730 km. Für den Besuch einer kleinen Dorfgemeinde braucht es einen ganzen Tag Zeit, einen geländegängigen Wagen und günstiges Wetter. Die Wege müssen trocken oder gefroren sein.
Durch die Entfernung und die gesellschaftliche Isolierung entwickelten sich in Sibirien viele unterschiedliche liturgische Formen, es entstanden verschiedene Gesangbücher und es gibt Gottesdienste sowohl in russischer als auch in deutscher Sprache.
Durch diese Vielfalt bieten sich viele Möglichkeiten, verschiedene Menschen und Gruppen zu erreichen, es ist aber auch eine Herausforderung, all diesen Kreisen gerecht zu werden.

Constanze Schwuchow