106 Projekte für Evangelische in der Diaspora

Dabei hält das GAW an bewährten Strukturen fest:

„Diaspora braucht Dächer“ so lautet seit Jahren eine Überschrift für die Projekte in unseren 50 Partnerkirchen. Traditionsgemäß werden weiterhin Bildungsprojekte sowie sozial diakonisches Engagement gefördert. Hier erhalten Sie den gesamten Projektkatalog zum Download.

Das GAW ist kein Katastrophenhilfswerk und doch bewegen uns die Katastrophen dieser Welt.  Politische oder klimatische Ereignisse erfordern schnelle Hilfe für die Glaubensgeschwister in Not. Der Not- und Sonderhilfsfonds macht das möglich! Aktuelle Informationen dazu erhalten Sie über unsere Geschäftsstelle.

Deutschland: Ein Lesecafé für die Ev. Grundschule in Berlin-Steglitz

Evangelische Schulstiftung in der EKBO

Lesen ist für Kinder der Schlüssel zu Bildung, Kreativität und gesellschaftlicher Teilhabe. Es befähigt sie, sich auszudrücken, Zusammenhänge zu erkennen und kritisch zu denken. Deshalb ist die gezielte Förderung der Lesekompetenz ein zentrales Anliegen der Evangelischen Grundschule Steglitz.

Bereits jetzt ist in der Schule eine aktive Lesekultur verankert: Lesenächte, Vorlesetage, Buchausstellungen und regelmäßige Buchempfehlungen im Schulflur wecken und stärken früh die Begeisterung für Bücher. Doch in einer zunehmend digitalen Welt brauchen Kinder zum Lesen reale, inspirierende Räume.

Derzeit befindet sich die Schulbibliothek jedoch im Keller – in einem dunklen, engen Raum mit wenig Tageslicht, der kaum zum Verweilen einlädt. Sie soll nun ins Erdgeschoss umziehen, wo ein offenes, kindgerechtes Lesecafé geplant ist – ein Ort, der das Lesen nicht nur ermöglicht, sondern feiert.

Das Lesecafé soll ein zentraler Treffpunkt im Schulalltag werden – hell, freundlich und gemütlich. Für die Umsetzung ist eine umfassende Sanierung notwendig: Wände, Decke, Tür und Stromanschlüsse müssen erneuert werden. Ein mehrstufiges Podest am Fenster soll flexible Leseplätze schaffen. Ergänzt wird die Ausstattung durch Bücherregale, einen Tisch und Stühle.

Der neue Raum soll nicht nur Rückzug und Ruhe bieten, sondern auch gemeinsames Lernen ermöglichen – etwa durch Gruppenarbeiten oder kreative Projekte. So wird das Lesecafé zu einem Ort, an dem Kinder nicht nur Bücher entdecken, sondern auch miteinander wachsen können.

Mit diesem Projekt setzt die Schule ein klares Zeichen für die Bedeutung von Sprache, Bildung und Fantasie – und schafft einen Raum, der junge Menschen stark macht für die Zukunft.

Wir wollen das Projekt mit 8.000 Euro fördern.

Kollekten-Empfehlung

Estland - Tageszentrum zum Unterstützung ukrainischer Kriegsflüchtlinge in Tartu

Estnische Evangelisch-Lutherische Kirche

Seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine im Februar 2022 engagiert sich die Evangelisch-Lutherische Kirche Estlands aktiv in der Flüchtlingshilfe. Der anhaltende Konflikt führt dazu, dass weiterhin Menschen aus der Ukraine in Estland Schutz suchen. Für jene, die bereits seit 2022 hier leben, ist eine Rückkehr in die Heimat oft unmöglich, da ihre Häuser zerstört und Angehörige ums Leben gekommen sind. Diese Menschen benötigen weiterhin umfassende Unterstützung. Neben praktischen Hilfen sind sichere Orte für Austausch, gegenseitige Unterstützung und psychologische Betreuung essenziell.

Das Ukrainische Tageszentrum in Tartu befindet sich in den Räumlichkeiten der lutherischen St.-Marien-Gemeinde und leistet hier wichtige Arbeit. Larissa, selbst ukrainische Kriegsflüchtling und erfahrene Psychologin, bietet zusammen mit Lea, diakonischer Mitarbeiterin und Seelsorgerin, Beratung und Unterstützung an. Larissa betont die psychische Belastung der Ankommenden: „Wir sind mit zerstörten Seelen, mit Angst und Unruhe hierhergekommen.“ Sie baut vertrauensvolle Beziehungen auf und vermittelt bei Bedarf spezialisierte Hilfe. Lea, deren Familie Wurzeln in der Region Mariupol hat, erlebt die ukrainischen Geflüchteten als offen für Glaubensthemen und bemerkt, dass Krisen Menschen oft näher zu Gott führen: „Wenn es keine andere Hoffnung gibt, dann gibt Gott immer noch Hoffnung.“

Das Zentrum bietet zudem Gesprächsgruppen, Sprachtreffs zum Erlernen des Estnischen, Aktivitäten für Kinder und humanitäre Hilfe an. Trotz seiner wertvollen Arbeit kämpft das diakonische Tageszentrum in Tartu mit einer unsicheren Finanzierung. Es bedarf weiterer Unterstützung, um diese unverzichtbare Arbeit fortzusetzen.

Wir wollen das Tageszentrum mit 15.000 Euro unterstützen.

Kollekten-Empfehlung

 

 

 

Kollektenempfehlung

Libanon und Syrien: Hilfe für notleidende Familien

Evangelische Kirche in Syrien und im Libanon

Im Libanon leben derzeit etwa 1,5 Millionen syrische Geflüchtete (Stand: Februar 2025). Viele von ihnen leben in extremer Armut. Diese enorme Zahl – ein Viertel der Gesamtbevölkerung – überfordert die Infrastruktur und Wirtschaft des Landes massiv. Zudem leidet der Libanon unter den Folgen des Krieges zwischen der Hisbollah und Israel im Süden, der massive Zerstörungen und eine hohe Zahl von Binnenflüchtlingen verursacht hat. Viele Menschen sind arbeitslos oder obdachlos geworden und befinden sich in einer wirtschaftlich prekären Lage. Sie können sich die notwendigsten Dinge des täglichen Lebens wie Lebensmittel, Kleidung und Hygieneartikel nicht leisten.

Selbst nach dem Machtwechsel Ende 2024 herrscht in Syrien kein Frieden. Immer wieder kommen blutige Konflikte zwischen islamistischen Gruppen und religiösen Minderheiten wie Drusen und Alawiten auf, die bereits Tausende Todesopfer forderten. Sie Regierung ist unfähig oder unwillig, diese Gewalt einzudämmen. Laut einem Weltbankbericht wird die Inflation in den kommen-den Jahren aufgrund der Währungsabwertung, anhaltender Knappheit und potenzieller weiterer Kürzungen von Subventionen für Lebensmittel und Brennstoffe voraussichtlich hoch bleiben.

Die Evangelische Kirche in Syrien und im Libanon (National Evangelical Synod of Syria and Lebanon – NESSL) hat ein humanitäres Hilfsprogramm ins Leben gerufen: In Syrien sollen monatlich rund 1.040 Familien über die evangelischen Gemeinden finanziell unterstützt werden, während im Libanon 260 Fa-milien monatliche Hilfe erhalten.

„Unser Hauptziel ist es, den Familien beizustehen und das Leid, dem sie täglich ausgesetzt sind, so weit wie möglich zu lindern“, sagt Pastor Joseph Kassab, Präsident der NESSL. Die GAW-Hilfe ist Teil dieses humanitären Hilfsprogramms.

Wir unterstützen diese Hilfe mit 15.000 Euro.

Kollekten-Empfehlung

Paraguay: Aufbau eines Frauenzentrums in Ñacunday Sur

Evangelische Kirche am La Plata

In der ländlichen Region Raúl Peña in Paraguay stehen Kleinbauernfamilien vor großen Herausforderungen. Die Gegend ist stark von Soja-Monokulturen und den Folgen des Klimawandels geprägt. Zusätzlich verschärfen der massive Einsatz von Chemikalien bei gentechnisch veränderten Pflanzen und die daraus resultierende Umweltverschmutzung die Situation. Durch das Vordringen des Agrobusiness sehen sich besonders Frauen und Jugendliche gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.

Obwohl die meisten Frauen selbst Lebensmittel produzieren, sehen sie sich oft nur als Hausfrauen. Seit 2016 hilft die evangelische Gemeinde Ñacunday Sur diesen Frauen, sich zu organisieren. Im Bezirkskomitee der Gartenbau-Frauen haben sich bereits rund 190 Familien zusammengeschlossen. Sie bauen Gemüse an und halten Kleintiere, vor allem Hühner. Obwohl sie oft nur wenig Land besitzen, arbeiten die Frauen unermüdlich für ihre Lebensgrundlage. Sie haben gelernt, dass sie nur gemeinsam für ihre Rechte eintreten und ihre Interessen vertreten können.

Mit der neuen Phase des Projekts wird das Wissen der Mitglieder über nachhaltige Landwirtschaft vertieft, um jede Frau zu befähigen, einen eigenen Gemüsegarten anzulegen. Dies stärkt die Ernährungssouveränität der Familien, da gesunde Lebensmittel in der Region Mangelware sind.

Ein zentrales Problem bleibt jedoch: Die Frauen haben keinen eigenen Ort für ihre Arbeit. Sie brauchen einen festen Treffpunkt, um sich auszutauschen. Mit Unterstützung des GAW will die evangelische Gemeinde Ñacunday Sur nun einen multifunktionalen Raum errichten. Dieser Ort soll den Frauen eine Anlaufstelle für Schulungen, soziale Aktivitäten und den Verkauf ihrer Produkte bieten. Ziel des Projekts ist es, die Lebensbedingungen der Frauen langfristig zu verbessern.

Wir wollen das Frauenzentrum mit 15.200 Euro fördern.

Kollekten-Empfehlung

 

Portugal - Gemeinsam einen Ort der Hoffnung neu gestalten

 

Gemeinsam einen Ort der Hoffnung neu gestalten

Montijo: Sanierung des Gemeindezentrums

Die Evangelisch-Presbyterianische Kirche von Montijo ist seit vielen Jahren ein Ort der Begegnung, des Gebets und der gegenseitigen Unterstützung. Hier kommen Menschen aus der Gemeinde zusammen, hier wird geholfen, zugehört und Gemeinschaft gelebt. Damit dieser Raum auch in Zukunft offen, sicher und einladend bleiben kann, möchte die Gemeinde den Gemeindesaal der Kirche dringend renovieren.

Das Projekt umfasst die Erneuerung des Gemeindesaals, den Bau eines einfachen Schlafzimmers für Gäste und Mitarbeitende in kirchlichen Diensten, die vollständige Renovierung der Küche und der Sanitäranlagen sowie die Verbesserung des Treppenhauses, das derzeit schlecht beleuchtet und abgenutzt ist. Ziel ist es, einen würdigen, funktionalen und gastfreundlichen Ort zu schaffen – für die lokale Gemeinschaft ebenso wie für Menschen, die in der Region im Dienst des Glaubens unterwegs sind.

Ihre Spende schenkt mehr als neue Räume – sie schenkt Sicherheit, Gemeinschaft und Hoffnung.
Helfen Sie mit, diesen Ort neu zum Leben zu erwecken. Jeder Beitrag, ob groß oder klein, ist ein wertvoller Teil dieser Mission. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Förderung: 12.000 Euro

Kollekten-Empfehlung

 

Serbien - Seniorenprojekt

Novi Sad:

Die Ökumenische Hilfsorganisation EHO ist eine der größten Nichtregierungsorganisationen (NGO) in der Vojvodina. Sie stärkt die Zivilgesellschaft, bekämpft Armut und setzt sich für Menschenrechte ein. Dazu gehört auch die Arbeit mit und für Seniorinnen und Senioren, denn in Novi Sad leben ca. 60 000 ältere Menschen. Jeder dritte von ihnen braucht gesundheitliche oder  soziale  Unterstützung. Mit kreativ-kulturellen Workshops will die EHO ihre Lebensqualität verbessern und der Vereinsamung  entgegenwirken.  Es werden u.a.  eine Nähwerkstatt, Schreib-  und Malwerkstatt sowie digitale Workshops angeboten.

Förderung: 20.000 Euro

Kollekten-Empfehlung

 

Tschechien: Erholung für Menschen mit Behinderung und ihre Familien in Běleč nad Orlicí

Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder

1929 wurde im Herzen der ostböhmischen Wälder in Běleč nad Orlicí ein zentrales Freizeit- und Begegnungszentrum der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) gegründet. Das nach dem Philosophen, Pädagogen und evangelischen Theologen Comenius (tschechisch: Komenský) benannte Camp wird ganzjährig genutzt. Auch dank dem nahegelegenen See ist es sehr beliebt. Angeboten werden Freizeiten für Kinder mit Themen aus der Bibel, Seminare für Pfarrpersonen und andere kirchliche Mitarbeitende, Aufenthalte für Senioren und Familienfreizeiten. Fast alle Kirchenglieder waren bereits einmal dort. Zudem steht das Lager auch nicht-kirchlichen Organisationen offen.

Jedes Jahr bietet die EKBB mehrere einwöchige Aufenthalte an, die für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderung sowie ihre Familien konzipiert sind. Vier Aufenthalte sind für Familien gedacht, um pflegenden Angehörigen eine dringend benötigte Erholung zu ermöglichen. Zwei Aufenthalte richten sich an junge Menschen mit Behinderung, die an anderen Freizeiten oft nicht teilnehmen können, insbesondere an jene mit Autismus, Zerebralparese oder Down-Syndrom. Für bis zu 20 Teilnehmende mit Behinderung werden maßgeschneiderte Sport- und Freizeitaktivitäten angeboten, begleitet von Therapeuten, Freiwilligen und in manchen Fällen Familienmitgliedern. Insgesamt profitieren 400–500 Personen.

„Durch dieses Projekt fördern wir die Inklusion. Wir entlasten die Familien und stärken Gemeinschaft – für eine Welt, in der jeder Mensch seinen Platz hat,“ sagt Pavel Pokorny, Synodalsenior der EKBB.

Wir wollen das Inklusionsprojekt mit 20.000 Euro fördern.

Kollekten-Empfehlung

Spendenkonto

Evangelische Bank
IBAN: DE80 5206 0410 0003 9013 60

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Projektkatalog

Die GAW-Partnerkirchen entscheiden selbst, wo Hilfe für sie am notwendigsten ist, und wenden sich mit ihren Projekten an das Gustav-Adolf-Werk. Seit 1843 werden diese Projekte jährlich im Projektkatalog zusammengefasst.

Neben ausführlichen Projektbeschreibungen, die einen Einblick ins kirchliche Leben im Land und vor Ort gewähren, beinhaltet er Karten, Informationen zu Ländern und Partnerkirchen sowie Adressen von Kirchenleitungen und kirchlichen Ausbildungsstätten.

Projektkatalog als Blätterkatalog im Internet: https://gustav-adolf-werk.1kcloud.com/ep1Ezbrv/#

Projektkatalog kostenlos zu bestellen:
Gustav-Adolf-Werk, Pistorisstraße 6, 04229 Leipzig
Tel.: +49.341. 490 62-0, E-Mail: verlag@gustav-adolf-werk.de