Unsere Projekte 2020

Evangelische Minderheiten brauchen Hilfe: Kleine Ge­mein­den in der Diaspora können notwendige Baumaßnahmen, Aus- und Fortbildung von Mitarbeitenden, Kinder- und Jugendarbeit und sozial-dia­ko­nisch­e Auf­ga­ben oft nicht aus eigenen Mit­teln fi­nanzie­ren. Das bayerische GAW unterstützt deshalb Pro­jek­te von Di­a­spo­ra­ge­mein­den in aller Welt, vor allem in Mittel-, Süd- und Osteuropa.

Syrien: Ein Ort der Hoffnung

Unterstützung für die Schule der Bethelgemeinde in Aleppo

Von Beginn des Krieges in Syrien an waren auch Schulen der armenischen Minderheit Angriffsziele bewaffneter Gruppen. Die armenisch-evangelische Bethelschule in Aleppo wurde viermal von Raketen getroffen. Das Dach wurde zerstört, die Klassenräume, die Fenster, die Inneneinrichtung. Nach jedem Angriff wurden die Schäden notdürftig repariert, um den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten.
Inzwischen ist es in Aleppo ruhiger geworden. Deshalb wagt die Bethelgemeinde eine grundlegende Sanierung des Schulgebäudes. Auch Unterrichtsmaterialien, Spiel- und Bastelsachen müssen neu angeschafft werden. Der angegliederte Kindergarten soll einen Spielplatz bekommen.
Die Bethelschule ist eine der ältesten armenischen Schulen in Syrien. Sie wurde 1923 von Menschen gegründet, die den Völkermord der Regierung des Osmanischen Reiches überlebt und in Aleppo Zuflucht gefunden hatten. Der Krieg in Syrien hat die Minderheit erneut hart getroffen. Das Weiterbestehen der Bethelschule bedeutet der armenischen Gemeinschaft viel – es ist ein Hoffnungszeichen, dass es für sie eine Zukunft in Syrien geben kann.
Seit 2013 ist das GAW an der Seite evangelischer Gemeinden in Syrien. Aus der anfänglichen Nothilfe ist eine vertrauensvolle Partnerschaft erwachsen.

(Stichwort: Syrien, Bethelschule)

Tschechien: Ein Ort der Geschichte

Ein neues Dach für das Gemeindehaus in Skuteč

Skuteč (Dt.: Skutsch) ist eine Stadt mit etwa 5.000 Einwoh- nern in Ostböhmen, im Nachbarland Tschechien. Obwohl nicht groß, ist Skuteč dennoch bekannt durch seine Schuh- und Textilindustrie und nahegelegene Steinbrüche, in denen hochwertiger Granit abgebaut wird. Skuteč hat auch eine rei- che kulturelle Tradition. Einer der bekannten Söhne der Stadt ist der Komponist und Pädagoge Václav Jan Křtitel Tomášek (1774 – 1850).

Zwischen der Kirchengemeinde Krouna-Skuteč, die 1781 als erste reformierte Gemeinde in Böhmen gegründet wurde, und dem berühmten Komponisten gibt es noch heute eine Verbindung. Das Zentrum der Gemeinde befindet sich zwar
in Krouna (Dt.: Krauna), aber es gibt auch eine Predigt-
stelle in Skuteč. Das dortige Gemeindehaus ist zugleich das Geburtshaus des Komponisten und beherbergt neben den kirchlichen Räumen auch ein Museum: den Václav Jan Tomášek Gedächtnissaal.

Das Satteldach des historischen Gebäudes ist mit Bitumen- schindeln bedeckt, die zunehmend poröser werden. Die Denkmalpflege fordert nun deren Ersatz durch Schindeln aus Fichtenholz – eine große finanzielle Herausforderung für die kleine Gemeinde.

Danke, wenn Sie den Geschwistern in Ostböhmen helfen, die Dachsanierung finanziell zu stemmen.

(Stichwort: Tschechien, Dachsanierung)

Frankreich: Ort der Begegnung

Kapelle der Begegnung in Straßburg

Über den Zusammenhalt in der Europäischen Union wird viel diskutiert. Zwei Städte zeigen, dass und wie es geht, das Zusammenwachsen in Europa: Zwischen Kehl am Rhein und Straßburg wächst ein neuer Stadtteil heran, Port du Rhin, in dem künftig etwa 20.000 Menschen leben werden. Die Evangelische Landeskirche in Baden und die Union Protestantischer Kirchen von Elsass und Lothringen begleiten das Projekt mit einer gemeinsamen pastoralen Arbeit.

„Wir wollen für Europa einstehen, für Versöhnung und Frieden“, sagt der Kehler Dekan Günter Ihle. Zentrum der gemeinsamen Aktivitäten ist die Kapelle der Begegnung im Herzen von Port du Rhin. Andachten, Konzerte, Ausstel- lungen, länderverbindende Pilgerwege und Kinderbibeltage fördern die Gemeinschaft der Menschen diesseits und jenseits des Rheins, über Konfessionen und Religionen hinweg. Einziges Problem: Die 1941 errichtete Kapelle ist stark sanierungsbedürftig und muss den heutigen Vorschriften und Bedürfnissen angepasst werden. Notwendig sind Dach- und Wanddämmung, Brandschutz, barrierefreie Zugänge, Medientechnik und eine Teeküche.

Das GAW hat zugesagt, dieses zukunftsweisende Projekt zu fördern. Danke, wenn Sie uns dabei unterstützen!

(Stichwort: Frankreich, Kapelle der Begegnung)

Litauen: Ein Ort der Hilfe

Jons Malwitz* ist einer von 18 Männern, die im Rehabilitationszentrum Gabrielius in Vyžiai (Dt.: Wieszen) lernen, ohne Sucht zu leben. „Gabrielius ist meine Chance. Hier fin- de ich Hilfe, um von meiner Alkoholsucht los zu kommen“, ist Jons überzeugt. Seit einem Jahr wird er hier in Vyžiai psychologisch betreut. Weit weg von seinem früheren schwierigen Umfeld lernt er, wieder auf eigenen Füßen zu stehen.

Das Rehazentrum Gabrielius ist eine Einrichtung der litauischen lutherischen Diakonie Sandora (Dt.: Gemeinschaft). Seit 2007 ist es im ehemaligen Pfarrhaus in Vyžiai beheimatet. Aufgrund der hohen Erfolgsquote hat Gabrielius im ganzen Land Beispielcharakter. Die meisten Klienten bleiben rund eineinhalb Jahre. Zur Therapie gehört neben Gesprächs- und Sportangeboten auch ein täglicher Arbeitseinsatz.

Um die Arbeitseinheiten mehr zu professionalisieren, soll nun in einem alten Stall auf dem Gelände eine Werkstatt eingerichtet werden – zu therapeutischen Zwecken, aber auch um den Männern das Erlernen eines Berufes zu ermöglichen.

* Name geändert

Mit Ihrer Spende schenken Sie hilfsbedürftigen Menschen wie Jons Malwitz eine echte Perspektive für die Zukunft.

(Stichwort: Litauen, Werkstatt Gabrielius)

Rumänien: Ein Ort der Inklusion

Gemeinschaft für Menschen mit Behinderung

Daniel Zelenák wurde mit dem Down-Syndrom geboren. Seine Eltern suchten Kontakt zu anderen betroffenen Familien. In der lutherischen Gemeinde in Sfântu Gheorghe (Dt.: Sankt Georgen), in der Daniels Vater als Pfarrer arbeitet, gründeten sie eine Spielgruppe für Kinder mit Down-Syndrom und deren Geschwister. Inzwischen nehmen 40 Kinder regelmäßig teil. Sie lernen Volkstänze, spielen Theater, machen Sport und fahren im Sommer zusammen auf Freizeit.

Die Gemeinschaft tut den Kindern gut und der gegenseitige Austausch stärkt ihre Familien. Pfarrer Zelenák versucht die Eltern auch zu überzeugen, ihren Kindern mit Down-Syndrom den Schulbesuch zu ermöglichen: „Wir dürfen unsere Kinder nicht zu Hause isolieren. Dort erhalten sie keine Förderung“. Das Beispiel seines Sohnes gibt ihm Recht. Daniel besucht die Regelschule. Er ist ein leidenschaftlicher Schwimmer und hat schon mehrere Medaillen gewonnen.

Die inklusive Arbeit für Kinder mit und ohne Einschränkun- gen soll weiter entwickelt werden. Mit Hilfe staatlicher Fördermittel konnte die Kirchengemeinde ein Haus kaufen, das sie zu einem integrativen Tageszentrum mit Hort ausbauen möchte.
 
Das GAW fördert die fachliche Weiterbildung der Mitarbeitenden – danke, wenn Sie uns dabei helfen!
Dieses Projekt ist ein Teil des Jahresprojekts der Frauenarbeit.
 
(Stichwort: Rumänien, Inklusion)
Tauziehen
Rumänien: Orte der Nächstenliebe

Unterstützung für die häusliche Pflege der Diakonie

Magda Bálint war verzweifelt, als sie nach einer missglückten Operation erfuhr, dass sie lebenslang von Infusionen abhängig sein würde. Ihre Rettung war, dass sie Kontakt zur Diakonie in Cluj aufgenommen hat. „Die Mitarbeiterinnen kommen jeden Tag zu mir. Ich bin dankbar für ihre Professionalität, Geduld und Hingabe. So kann ich ein weitgehend normales Leben führen“, freut sie sich.

Die Diakonie der Reformierten Kirche kümmert sich in zwei Städten und zwölf Landgemeinden um ältere Menschen, die zu Hause leben und medizinische Hilfe brauchen. Und sie bietet palliative Pflege für unheilbar Kranke an, die es in Ru- mänien bisher kaum gibt. Die Pflegedienste sind für die Pa- tienten kostenlos. Möglich wird das durch Spenden und durch engagierte Mitarbeitende, die bei anderen Arbeitgebern oder im Ausland viel mehr verdienen könnten.

Unter der Überschrift „Wer ist denn meine Nächste?“ fördert die GAW Frauenarbeit diakonische Projekte in vier pro- testantischen Kirchen in Rumänien. Neben häuslicher Pflege und inklusiven Aktivitäten für Kinder werden noch das Alten- heim in Schweischer und die Frauenarbeit in der Evangeli- schen Kirche A. B. unterstützt.

Die Frauenarbeit im GAW dankt herzlich für jede Spende.

(Stichwort: GAW Frauenarbeit, Jahresprojekt 2020)

Spendenkonten

Gustav-Adolf-Werk, Hauptgruppe Bayern
Sparkasse Neuendettelsau
IBAN: DE 17 7655 0000 0760 7022 17
BIC: BYLADEM1ANS

VR-Bank Mittelfranken West
IBAN: DE65 7656 0060 0000 0245 54
BIC: GENODEF1ANS

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