Forum Diaspora

Begegnung verändert - Begegnung heilt: Die deutsch-französische Begegnungskapelle (Chapelle de la Rencontre) an der Grenze zwischen Kehl und Strasbourg ist ein gemeinsames Projekt der Evangelischen Kirchen in Baden (EKIBA) und der Union des Eglises protestantes en Alsace et Lorraine (UEPAL). Die alte Rheinhafenkapelle wurde mit Mitteln von beiden Seiten saniert. Dort wurde die erste und einzige deutsch-französische Pfarrstelle eingerichtet. Es gibt zweisprachige geistliche und andere Angebote in Kooperation mit kirchlichen und nichtkirchlichen Partnern. Die Mitarbeiter gehen mit Jugendlichen oder Erwachsenen den grenzüberschreitenden Versöhnungsweg. In drei blutigen Kriegen sind in diesem Gebiet unzählige Menschen gestorben. Wie nötig diese Arbeit ist, wurde während der Corona-Zeit und der zeitweiligen Grenzschließung zwischen beiden Ländern deutlich, als alte Ängste und Ressentiments gegenüber den Nachbarn wieder aufkeimten.
„Ich bin davon überzeugt, dass Begegnung Menschen verändert.
Deshalb sind wir immer wieder mit anderen Menschen unterwegs,
zweisprachig, generationsübergreifend, ökumenisch, geistlich, künstlerisch, kulinarisch.
Ich bin dankbar, dass Menschen hier vor Jahrzehnten den Mut hatten,
wieder aufeinander zuzugehen.
Ich freue mich darüber, was hier immer wieder neu durch Begegnungen entsteht." Günther Ihle
Miteinander gestalten - Versöhnung ermöglichen: Das ist auch die Mission des neuen Pfarrers Richard Vlasák in Rumburk (Tschechien). Seine Kirche, ursprünglich in lutherischer Tradition, gehört zur Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder. Vlasák, ehemaliger GAW-Stipendiat in Leipzig, gestaltet die grenzüberschreitende Arbeit mit der Partnergemeinde in Jonsdorf. Versöhnungsarbeit findet jedoch nicht nur mit den Deutschen statt. Nach der Vertreibung der Deutschen wurden im Grenzgebiet Roma angesiedelt, die sich lange Zeit nicht angenommen fühlten. Vlasák spürt ein Gefühl des Aufbruchs im böhmischen Niederland und einen starken Willen zum Miteinander. Als seine Kirche im Jahr 2003 abbrannte, sammelten die deutschen Gemeinden entlang der Grenze Spenden für den Wiederaufbau. Ebenso halfen sie mit bei der Beschaffung von Materialien für die Kinder- und Jugendarbeit. Im Forum berichtete uns Vlasák von seiner spannenden Arbeit.