Ungarn: Neuanfang in der Pflege für ukrainische Geflüchtete
Auch in Ungarn haben viele Geflüchtete Schutz vor dem Krieg in der Ukraine gesucht – besonders Frauen. Sie tragen die Verantwortung für Kinder oder ältere Angehörige und sind plötzlich Alleinversorgerinnen geworden. Herausforderungen wie wirtschaftliche Not, traumabedingter Stress, Betreuungsaufgaben und Sprachbarrieren erschweren ihren Zugang zum Arbeitsmarkt.
Die Lutherische Diakonie in Ungarn engagiert sich seit der Migrationskrise 2015 für Menschen, die Unterstützung und neue Perspektiven brauchen. Das aktuelle Projekt verbindet zwei Herausforderungen miteinander: den Wunsch geflüchteter Frauen nach beruflicher Integration und den wachsenden Fachkräftemangel im ungarischen Sozial- und Pflegebereich. Rund 20 Frauen aus der Ukraine erhalten die Möglichkeit, sich beruflich neu zu orientieren. In praxisnahen Kurzausbildungen werden sie zu Assistentinnen in der Alten- und Behindertenpflege sowie in der Unterstützung suchtkranker Menschen qualifiziert. Bereits während der Ausbildung sammeln sie Erfahrungen in diakonischen Einrichtungen. Die Teilnehmerinnen werden von der Evangelischen Diakonie sorgfältig ausgewählt, damit diejenigen in das Programm aufgenommen werden, die strukturierte Unterstützung am dringendsten benötigen.
Ein wichtiger Bestandteil des Programms ist die persönliche Begleitung: Berufsbezogener Sprachunterricht, psychosoziale Unterstützung und bei Bedarf Hilfe zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf begleiten die Frauen auf ihrem Weg. Die Diakonie ist dabei nicht nur Ausbildungsträger, sondern zugleich ein großer sozialer Arbeitgeber und eröffnet konkrete Chancen auf eine langfristige Beschäftigung. Die Teilnehmerinnen sollen innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss eine feste Anstellung finden. So gewinnen die Frauen wirtschaftliche Selbstständigkeit, Familien erhalten Stabilität und die ungarische Gesellschaft profitiert von engagierten neuen Fachkräften im sozialen Bereich.
Zusätzlich unterstützt die Diakonie mit einem Nothilfeprogramm Geflüchtete in akuten Notsituationen wie etwa einer drohenden Obdachlosigkeit.
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(Dieses Projekt wird mit Mitteln aus dem OPM-Programm der Evangelischen Waldenserkirche in Italien gefördert.)
Wir wollen das Projekt mit 35 000 Euro fördern.
Partnerkirche: Evangelisch-Lutherische Kirche in Ungarn