Libanon und Syrien: Hilfe für notleidende Familien
„Wir versuchen, einen Unterschied zu machen, selbst wenn wir nur für wenige etwas verändern können“, schrieb Amir Bitar, Leiter des Hilfswerks Compassion Protestant Society (CPS), Ende März 2026 aus dem Libanon. Angesichts der mehr als einer Million Menschen aus dem Süden des Libanons, die vor den Gefechten zwischen der Hisbollah und Israel geflohen sind, kämpfen die beiden Partnerkirchen des GAW verzweifelt gegen das Gefühl der Ohnmacht. Die Freiwilligen konzentrieren sich nur noch auf die konkrete Hilfe, von Tag zu Tag. „Es ist erdrückend, wie verzweifelt unsere Bemühungen wirken“, so Bitar.
Auch wenn es inzwischen einen Waffenstillstand gibt und die Situation sich leicht verbessert hat, können nicht alle Geflüchteten zurück. Viele Orte sind einfach zerstört. Das christliche Dorf Alma al-Shaab im Süden Libanons, das GAW-Präsident Martin Dutzmann und Generalsekretär Enno Haaks erst im Februar 2026 besucht hatten, ist evakuiert. Aufgrund der anhaltenden israelischen Präsenz weiß niemand, ob die Menschen jemals in ihre Häuser zurückkehren können.
Zudem leben im Libanon derzeit weiterhin etwa 1,5 Millionen syrische Geflüchtete, viele von ihnen in extremer Armut. Sie können sich die notwendigsten Dinge des täglichen Lebens wie Lebensmittel, Kleidung und Hygieneartikel nicht leisten. Diese enorme Zahl – ein Viertel der Gesamtbevölkerung – überfordert die Infrastruktur und Wirtschaft des Libanon massiv. In Syrien herrscht selbst nach dem Machtwechsel Ende 2024 kein Frieden. Immer wieder kommen blutige Konflikte zwischen islamistischen Gruppen und religiösen Minderheiten wie Drusen und Alawiten auf, die bereits Tausende Todesopfer forderten.
Die Evangelische Kirche in Syrien und im Libanon (National Evangelical Synod of Syria and Lebanon – NESSL) unterstützt notleidende Familien sowohl in Syrien als auch im Libanon. „Unser Hauptziel ist es, den Familien beizustehen und das Leid, dem sie täglich ausgesetzt sind, so weit wie möglich zu lindern“, sagt Pastor Joseph Kassab, Präsident der NESSL.
Wir unterstützen diese Hilfe mit 15 000 Euro.
Partnerkirche: Evangelische Kirche in Syrien und im Libanon