Partner-Talk Mai 22

Am 9. Mai 22 berichtete Ortun Rein im digitalen Partner-Talk über das Kinderhospiz in Sibiu/Hermannstadt. Die Kindergärtnerin und Theologin leitet die Einrichtung der Dr.-Carl-Wolff-Stiftung, zu der auch ein Altenheim gehört.

In den 90er Jahren ist die Mehrzahl der jüngeren Menschen aus Siebenbürgen nach Deutschland ausgewandert. Zurück blieben die Älteren. Um deren Leben zu stabilisieren wurde 1994 zunächst ein Altenheim für die Siebenbürger Sachsen gegründet. Da die Familien ihre zurückgebliebenen Älteren in den Dörfern nicht mehr unterstützen konnten, sollten sie im Altenheim einen schönen Lebensabend verbringen.

Im Partner-Talk beschreibt Ortrun Rein wie viele Patienten „unwürdig, unzureichend und beschämend“ eingeliefert werden, oft ohne Windel, ohne Sauerstoff, „ohne jede Würde“. Sie spricht von rumänischen Krankenhausverhältnissen. Viele Krebspatienten hätten keine Krebstherapie bekommen um sie vor Corona zu schützen.

 

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Kinderhospiz aus der Not entstanden

 

2016 konnte das Kinderhospiz gegründet werden. Auch dieses sei „aus der Not entstanden“. Für totkranke Kinder, die nirgendwo unterkommen, gibt es hier zehn Plätze, auch die Eltern könnten dabei sein. Viele Kinder würden aber von den Familien in den Krankenhäusern zurückgelassen, oft wenn die Diagnose unheilbar gestellt werde. „Wenn Heilung nicht mehr möglich ist, ist es unsere Aufgabe zu pflegen.“ Viele dieser unheilbar kranken Kinder würden auch im Hospiz nicht besucht, sie blieben dort und würden schließlich auch im Hospiz in Sibiu bestattet.

Kürzlich konnten drei Kinder getauft werden, erzählt Ortun Rein. Taufpaten habe man aus der orthodoxen Kirche gefunden. Zurzeit seien es mehr Jugendliche als Kinder und Babys aus der neugeboren Abteilung, „die sich noch nicht entscheiden ob sie leben oder sterben wollen“ und Kinder nach schwere Operationen sowie Kinder mit Schädigungen. Im Kinderhospiz sind alle Ärzte und Pflegepersonen palliativ-medizinisch medizinisch ausgebildet. Eine Supervision sei im Aufbau.

Finanziell geht es dem Hospiz nicht gut. Der Staat verhalte sich in der Förderung der Hospize passiv. Auch seien durch die COVID-Aufwendungen die Ausgaben gestiegen . Zudem zahle die Krankenkasse an private Einrichtungen weniger Geld. Der Preise für Gas sei um 200 % gestiegen der Strompreis um 120 %. Zudem steige die Inflation rasant an. Die Dr.-Carl-Wolff-Stiftung mit ihren Einrichtungen lebe zum großen Teil von Spenden.

Aber Geld sei nicht das einzige was hilft.  Auch Sachspenden seien wichtig, dabei handele es sich um spezielle Dinge, die gebraucht würden. Dafür bietet Frau Rein eine Liste an, auf der solche Dinge stehen wie spezielle Absaugkatheter für Kinder, Windeln oder Pflegematerialien. „Praktikanten können auch helfen“, sagt Ortrun Rein. Sie könnten mit Kindern spielen oder spazieren gehen, oder sie können alte Menschen im Bereich des Altenheims begleiten.