Tschechien: Synode der EKBB traf sich in Cheb
Die Synode der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder findet aktuell vom 21.-23. Mai 2026 in Cheb/Eger statt.
Im Mittelpunkt standen Reformen der kirchlichen Strukturen, Fragen der Finanzierung und die Zukunft der Gemeinden. Deutlich wurde: Die Kirche will auch in den aktuell herausfordernden Zeiten nah bei den Menschen bleiben: in Gemeinden, diakonischen Einrichtungen, Krankenhäusern, Gefängnissen und der Militärseelsorge.
Ein bedeutender Schritt war die Verabschiedung eines neuen Verhaltenskodexes für ein sicheres Umfeld in der Kirche. Synodalsenior Pavel Pokorný betonte, dass damit ein klares Zeichen gegen jeglichen Missbrauch gesetzt wird.
Positiv aufgenommen wurde außerdem, dass die Kirche das Jahr 2025 mit einem finanziellen Überschuss abschließen konnte. Gleichzeitig wurden höhere Beiträge für den Personalfonds beschlossen, um die Finanzierung der Pfarrstellen langfristig zu sichern.
Synodenkurator Jiří Schneider informierte die Synode über den Neubau der Evangelischen Akademie in Prag. Für die EKBB habe dieses Projekt eine große Bedeutung. Neben dem Bau des neuen Gebäudes stehen auch die Ausstattung der Schule sowie die Zusammenführung der bestehenden Grund- und Sekundarschulen mit ihren Lehr- und Verwaltungsteams im Fokus. Obwohl der Bau etwas hinter dem Zeitplan liegt, laufen die Vorbereitungen für die nächsten Schritte bereits auf Hochtouren. Das GAW unterstützt die Finanzierung der Ausstattung im kommenden Projektkatalog 2027.
Der Synodalrat legte der Synode des Weiteren einen Vorschlag zur Gründung Stiftung vor, die nicht mehr benötigte Immobilien der Gemeinden verwaltet und über deren Zukunft entscheiden kann. Der Vorschlag entstand auf Wunsch von Gemeinden, die unnötige Immobilien als Belastung empfinden und sich eine einheitliche Unterstützung ihrer Verwaltung durch die Zentrale wünschen. Z.B. geht es um Kirchen wie in Fleißen/Plesná. Die evangelische Kirche wurde maßgeblich mit Unterstützung des GAW errichtet und steht damit in einer langen Tradition evangelischer Diaspora-Hilfe. Heute ist das Gebäude jedoch nicht mehr in Nutzung und steht leer. Eine sinnvolle Nachverwendung gestaltet sich aufgrund der Lage, Größe und lokalen Rahmenbedingungen als sehr schwierig.
In seinem Grußwort betonte der GAW-Generalsekretär Pfarrer Enno Haaks die Verbundenheit mit der EKBB: „Die Kirche lebt davon, dass sie nicht nur für sich selbst da ist.“ Er warnte davor, internationale Partnerschaften aus finanziellen oder personellen Gründen zu vernachlässigen, und warb für Austausch, Begegnung und gegenseitiges Lernen in Europa.