Syrien: Zwischen Weihnachtsfreude und neuer Angst in Aleppo

Am 6. Januar 2026 feierte die armenisch-evangelische Gemeinde in Aleppo das Weihnachts- und Epiphaniefest. Pfarrer Haroutune Selimian begrüßte u.a. kirchliche Würdenträger und Regierungsvertreter. In seinen Ansprachen unterstrich er, wie wichtig in der aktuellen Situation die weihnachtliche Friedensbotschaft ist. Er unterstrich zudem, dass die evangelische Kirche sich für das Wohl Syriens und ein friedliches Miteinander einstetzt.

Umso schmerzlicher steht dieser Aufruf im Kontrast zu dem, was nur kurze Zeit später geschah.

Was als ein Tag des Gebets, der Gemeinschaft und der Hoffnung begann, endete für viele Menschen in Aleppo in Unsicherheit und Flucht. Kurz nach dem Ende der Feiern veränderte sich die Lage in der Stadt dramatisch. In den nördlichen Stadtteilen Sheikh Maqsoud und Ashrafiyah eskalierten die Spannungen. Zivilistinnen und Zivilisten wurden im Zuge neuer Sicherheitsmaßnahmen aufgefordert, ihre Wohnviertel zu verlassen. Wenig später kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen.

Nach Angaben lokaler Notfalldienste mussten mehr als 2.000 Menschen evakuiert werden. Viele weitere flohen aus Angst und Unsicherheit. Erneut zeigt sich, wie fragil der Alltag in Aleppo geblieben ist – und wie schnell Worte des Friedens von der Realität der Gewalt eingeholt werden.

Pastor Haroutune Selimian beschreibt dies so:

„Was mit Gebet, Feier und Hoffnung begann, ging rasch in Vertreibung und Angst über. Von unserer Seite aus tun wir unser Bestes, der Gemeinschaft nahe zu bleiben, seelsorgerliche Präsenz zu zeigen und Ermutigung zu bieten und weiterhin für Ruhe, den Schutz der Zivilbevölkerung und einen verantwortungsvollen Weg weg von weiterer Eskalation zu beten. Selbst in solchen Momenten versuchen wir, an der Hoffnung festzuhalten und unsere Menschen mit Standhaftigkeit und Glauben zu begleiten.“

Die Unsicherheit über die Zukunft in Syrien dauert an. Besonders Kinder leiden unter Armut und Hunger. In Aleppo bekommen viele Familien nicht täglich genug zu essen. In der Schule der evangelischen Bethelgemeinde  erhalten die Schülerinnen und Schüler verlässliche Mahlzeitrn.

Das GAW-Projekt „Schulessen in Aleppo“ versorgt dort täglich 100 Kinder kostenlos mit gesundem Essen – direkt in der Schule der evangelischen Bethelgemeinde.
30 Euro im Monat schenken einem Kind Kraft und Hoffnung.

Helfen Sie mit, Hunger zu lindern und Zukunft zu ermöglichen.

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Foto: GAW -  Pfr. Haroutune Selimian am 6. Januar

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