Syrien: Neuanfang für das christliche Dorf Al-Ghassaniyah

Die schwer beschädigte protestantische Kirche in Al-Ghassaniyah. Foto: NESSL

Im Dorf Al-Ghassaniyah im Nordwesten Syriens lebten vor dem Syrienkrieg etwa 500 Familien – Orthodoxe, Katholiken und evangelisch-presbyterianische Christen der Nationalen Evangelischen Synode in Syrien und Libanon (NESSL).

Im Oktober 2012 fielen jedoch radikal-islamistische Gruppen in das Dorf ein. Ein Priester wurde ermordet, das historische Kloster angegriffen, Kirchen geschändet und Häuser geplündert. Das gesamte Dorf wurde entvölkert. Uigurische und turkestanische Kämpfer und ihre Familien besetzten die Häuser der Geflüchteten. Über 13 Jahre lang blieb den Bewohnern die Rückkehr verwehrt.

Nach jahrelanger Vertreibung und zaghaften ersten Rückkehrversuchen seit 2025 zeigt sich die ganze Problematik für die verarmten Vertriebenen: Viele Häuser sind zerstört, das Dorf ist schwer gezeichnet. Eine staatliche Unterstützung für den Wiederaufbau oder Entschädigungen gibt es nicht.

Um die Rückkehr zu erleichtern und das kirchliche und gesellschaftliche Leben neu zu begründen, möchte die Partnerkirche des GAW, die NESSL, die weitgehend zerstörte evangelische Kirche, das Pfarrhaus und den Gemeindesaal instandsetzen.

„Trotz Vertreibung und Zerstörung bewahren die Menschen von Al-Ghassaniyah eine tiefe Verbundenheit mit ihrem Land, ihrem Glauben und ihrem Erbe. Die Wiederherstellung der Kirche ist der erste und wichtigste Schritt, um den Familien den Mut zu geben, ihr Dorf wieder aufzubauen“, schreibt Pfarrer Joseph Kassab, Generalsekretär der NESSL.

Vom Neueindecken des zerstörten Daches über neue Türen, Fenster, Böden und Sanitäranlagen bis hin zum Wiederaufbau des Glockenturms – für die Instandsetzung werden schätzungsweise 171.500 US-Dollar benötigt.

Das GAW hat bereits geholfen, mehrere beschädigte protestantische Kirchen in Syrien wiederherzustellen, und möchte seine Partnerkirche NESSL auch bei diesem Neuanfang in Al-Ghassaniyah begleiten.

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