Rumänien/Deutschland: 10 Jahre Stiftung Kirchenburgen

Fotodokumentation zur Kirchenburg Bazna/Baaßen für den Projektkatalog des GAW 2025

Mit einem Festakt im Rumänischen Generalkonsulat in München wurde am 16. Juni 2026 das zehnjährige Jubiläum der Stiftung Kirchenburgen der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien (EKR) begangen. An der Veranstaltung nahmen unter anderem Bischof Reinhart Guib und hochkarätige Gäste aus Politik und Kultur teil. Die Stiftung war im Herbst 2015 gegründet worden und verfolgt das Ziel, dieses besondere Kulturerbe der EKR langfristig zu erhalten und zu pflegen. Von den mehr als 160 Kirchenburgen sind mehr als die Hälfte vom Verfall bedroht. Wie fragil die historische Substanz ist, zeigte sich ganz aktuell in Moșna/Meschen, wo im Juni ein Teil der Nordmauer der dortigen Kirchenburg einstürzte.

Der Erhalt der Denkmäler ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die auf verschiedenen Säulen ruht. Auf dem Hermannstädter Pfarrertag der EKR berichtete Cristian Cismaru, der Geschäftsführer der Stiftung Kirchenburgen, dass der Löwenanteil der Restaurierungsgelder mit rund 85 Prozent aus Mitteln der Europäischen Union stammt. Ergänzt wird dies durch rumänische und deutsche öffentliche Gelder. Etwa zehn Prozent der Mittel steuern private Spenden der ausgewanderten Siebenbürger Sachsen bei. Auch das GAW hat immer wieder Erhaltungsmaßnahmen unterstützt – zuletzt im Jahr 2025 durch Fördermittel für den Schutz der Wehrmauer der Kirchenburg in Bazna/Baaßen.

Um die Kirchenburgen dauerhaft zu sichern, reicht eine reine Verwaltung der historischen Substanz nicht aus. Die Stiftung entwickelt daher neue Modelle, um die Bauwerke durch Tourismus, Kultur und lokale Beteiligung wieder fester in das gesellschaftliche Leben einzubinden. Die Palette der Angebote ist vielseitig. So werden mit dem Programm „FortiVacation“ („Urlaub in der Festung“) Gästezimmer und Unterkünfte für Individualreisende angeboten. Kulinarische Formate wie die „Transylvanian Brunches“ verbinden die regionale Küche mit Denkmalpflege. Zunehmend beliebt werden Bildungs- und Handwerksprogramme, darunter Schulwerkstätten sowie Sportevents wie der „Heritage Run“.

Durch diese Konzepte entstehen in den Dörfern neue Netzwerke und Gemeinschaften aus Heimatortsvereinen, rumänischen Bewohnern, Handwerkern und Denkmalschützern. Illusorisch ist jedoch zu glauben, dass die Kirchenburgen sich durch touristische oder wirtschaftliche Nutzung allein finanzieren könnten. Denkmalpflege ist und bleibt letztlich eine öffentliche Aufgabe.

Weitere Informationen zur Arbeit der Stiftung finden Sie unter: https://kirchenburgen.org/

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