Paraguay: David Cirigliano ist neuer Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche am La Plata

Pastor David Cirigliano (Foto: IERP)

Die Evangelische Kirche am La Plata (IERP) hat einen neuen Kirchenpräsidenten: Am 11. Oktober 2026 wählten die Synodalen in Hohenau, Paraguay, Pastor David Cirigliano zum Nachfolger von Leonardo Schindler. Die Synode stand unter dem biblischen Leitwort „Siehe, ich mache alles neu!“ aus Offenbarung 21,5.

Vom 8. bis 11. Oktober kamen Vertreterinnen und Vertreter der sieben Kirchenbezirke sowie der verschiedenen Arbeitsbereiche der IERP zur 47. Synodalkonferenz zusammen. Im Mittelpunkt standen die zukünftige Ausrichtung der Kirche, die Entwicklung ihrer Gemeinden und die Zusammenarbeit mit ökumenischen Partnern.

Mit der Wahl von David Cirigliano beginnt eine neue Etappe in der Leitung der IERP. Sein Vorgänger Leonardo Schindler hatte nach acht Jahren im Amt seinen letzten Bericht vorgelegt.

Cirigliano kennt die Herausforderungen der IERP aus der Gemeindearbeit. Er absolvierte sein Vikariat in Quilmes bei Buenos Aires und in Crespo, wo er ordiniert wurde. Später arbeitete er bei der Gemeinde „Semillas del Sur“, bevor er 2022 in den Distrikt Entre Ríos zurückkehrte. Dort übernahm er gemeinsam mit Pastorin Gladys Heffel Aufgaben in der Evangelischen Gemeinde San Antonio und betreute Gemeinden in der Region.

Die IERP ist in Argentinien, Paraguay und Uruguay tätig. Sie steht vor der Aufgabe, das Gemeindeleben unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen zu stärken, neue Menschen für den Glauben zu gewinnen und die Verantwortung für ihre vielfältigen Aufgaben langfristig zu sichern.

Einen wichtigen Schwerpunkt bildete die Weiterentwicklung des gemeinsamen Missionsplans für die Jahre 2026 bis 2028 unter dem Titel „Un Plan para la Misión“.

Der Plan bündelt die zukünftige Arbeit unter vier Leitgedanken: Die IERP will eine evangelische Kirche sein, die das Evangelium verkündigt und Gottesdienst, Bildung und ehrenamtliches Engagement stärkt. Als prophetische Kirche will sie ihre öffentliche Verantwortung wahrnehmen, ethische Fragen aufgreifen und sich für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen. Als diakonische Kirche richtet sie ihren Blick auf konkrete Unterstützung, Bildung und ökumenische Zusammenarbeit. Als inklusive Kirche möchte sie offene Räume schaffen, Menschen unterschiedlicher Generationen einbeziehen und die Teilhabe aller fördern.

Die Beratungen machten zugleich deutlich, vor welchen Herausforderungen die Gemeinden stehen: Nachwuchsgewinnung, finanzielle Nachhaltigkeit und die Überlastung ehrenamtlich Engagierter gehören zu den zentralen Herausforderungen. Der Missionsplan soll helfen, gemeinsame Ziele zu entwickeln und die Kräfte der Gemeinden zu bündeln.

Auch die Beziehungen zu den Partnerkirchen nahmen breiten Raum ein.

Marcus Garras, Oberkirchenrat der EKD, würdigte die gewachsene Partnerschaft mit der IERP. Sie sei mehr als eine institutionelle Verbindung: Sie lebe von Begegnungen, gegenseitigem Vertrauen und Menschen, die miteinander unterwegs seien. Als konkrete Ergebnisse der Zusammenarbeit nannte er unter anderem neue Möglichkeiten theologischer Ausbildung, das Bibliotheksprojekt und die Wiederaufnahme der Entsendung von Pfarrerinnen und Pfarrern aus Deutschland in Gemeinden der IERP nach einer längeren Unterbrechung.

Rita Famos, Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche der Schweiz und der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), erinnerte daran, dass die Mission nicht bei den Kirchen selbst beginne, sondern bei Gott. Damit verband sie den Aufruf, Spiritualität und gegenseitige Fürsorge als Grundlagen kirchlichen Handelns ernst zu nehmen.

Im November wird GAW-Generalsekretär Enno Haaks die IERP besuchen und den neu gewählten Kirchenpräsidenten kennenlernen.

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