Österreich: Volksbegehren fordert Karfreitag als Feiertag für alle
Ein privatrechtliches Volksbegehren, das vom 15. bis 22. Juni 2026 unterzeichnet werden kann, fordert den Karfreitag als gesetzlichen Feiertag für alle. Der Karfreitag war lange Zeit ein Feiertag für die Evangelische Kirche (ebenso wie für die Altkatholische und die Methodische Kirche). Er war ihnen 1781 als Zeichen der Wiedergutmachung nach drakonischer Rekatholisierung und Verfolgung zuerkannt und 1955 nochmals bestätigt worden. 2019 wurde der Karfreitag als auf diese Gruppen beschränkter Feiertag jedoch von der damaligen Regierung abgeschafft – als vermeintlich einfachster Weg nach einem komplizierten Rechtsstreit um die Gleichbehandlung. Übrig blieb der Karfreitag als „persönlicher Feiertag“, für den Urlaub genommen werden muss. Seitdem „brodelt es in vielen Pfarrgemeinden sehr“, sagt Bischöfin Cornelia Richter. Die Evangelische Kirche als Institution unterstütze das Volksbegehren nicht direkt, da das Thema weitaus komplexer sei als die Forderungen des Begehrens, so Richter. Sie betont jedoch, dass das Volksbegehren gerne von vielen Evangelischen unterschrieben werden könne.
Nachtrag (24. Juni 2026): Insgesamt 49.026 Stimmen konnten für das Volksbegehren „Karfreitag-Feiertag für Alle“ gesammelt werden, gab das Innenministerium bekannt. Damit wurde das für eine parlamentarische Behandlung nötige Quorum von 100 000 Unterschriften nicht erreicht. Bischöfin Cornelia Richter kündigte an, in den nächsten Monaten Vorschläge der Kirchenleitung mit Lösungen, die ein angemessenes Feiern des Karfreitags ermöglichen, vorzulegen.
Insgesamt 49.026 Stimmen für Karfreitag-Volksbegehren (evang.at)