Libanon: „Den Frieden Christi inmitten der Zerstörung bezeugen“ – Ein dringender Appell aus Beirut und der Region

GAW-Präsident Dr. Dutzmann und Dr. Paul Haidostian (Foto: Haaks)

Angesichts der dramatischen Eskalation im Libanon und der anhaltenden Instabilität im Nahen Osten wendet sich am 9. April Rev. Dr. Paul Haidostian, Vorsitzender der Union der Armenisch-Evangelischen Kirchen im Nahen Osten (UAECNE), mit einem eindringlichen Bericht an die Weltgemeinschaft. Trotz schwerer Zerstörungen in Zentral-Beirut und einer humanitären Krise setzt die Kirche ihre Arbeit fort, um ein Zeichen der Hoffnung zu setzen.

Regionale Standhaftigkeit: Von Beirut bis Teheran

Trotz der Unruhen in der gesamten Region bleibt das geistliche Leben ein tragender Pfeiler der Gemeinschaft. Rev. Haidostian hob besonders die Armenisch-Evangelische Kirche in Teheran hervor, deren Gottesdienste in der Karwoche und zu Ostern trotz der schwierigen Lage sehr gut besucht waren und von einer tiefen Glaubensstärke sowie dem Festhalten an Gottes Barmherzigkeit zeugten. Während auch für die Gemeinden im Irak und in Syrien gebetet wird, setzen die Institutionen im Libanon wie die evangelischen Schulen, die Haigazian Universität sowie die sozial-diakonischen Einrichtungen ihren Dienst fort, soweit es die Umstände erlauben.

Humanitäre Hilfe inmitten des Chaos

Die jüngsten Ereignisse in Beirut haben die Stadt in ein Szenario der Verwüstung verwandelt, das Hunderte Todesopfer forderte und auch die Gemeinschaft der Haigazian Universität direkt traf. In Reaktion darauf hat das Krisenkomitee der UAECNE umfassende Hilfsmaßnahmen für Binnenvertriebene mobilisiert. „Hunderte wurden in Schulen unterstützt, Dutzende in Privathäusern und weitere in den diakonischen Einrichtungen“, so Rev. Haidostian über die materielle und geistliche Unterstützung.

Ein klagender Ruf gegen Gewalt und Instrumentalisierung

Haidostian prangert die Sinnlosigkeit der Gewalt und die ideologische Arroganz an. Er trauert öffentlich um den Verlust von Verlässlichkeit, gegenseitiges Vertrauen und die gefährliche Verzerrung von Glaubensinhalten:

  • „Ich trauere darüber, dass Religion [...] missbraucht wird, um Gewalt nicht nur zu schüren, sondern sie auch zu rechtfertigen und zu verbergen“.
  • Er warnt davor, dass Theologie zu einem Instrument geopolitischer Agenden reduziert wird, während unzählige Menschenleben auf dem „unheiligen Altar von Sünde, Gier und Ungerechtigkeit“ geopfert werden.

Die Berufung der Kirche: Ein anderer Weg

Trotz der Dunkelheit betont der Bericht die unveränderte Mission der Kirche: das Evangelium zu predigen, Barmherzigkeit zu zeigen und für Gerechtigkeit einzutreten. Haidostian dankte der Armenian Missionary Association of America (AMAA) und dem GAW für ihre Unterstützung und rief dazu auf, dem Weg Christi zu folgen.

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“, zitiert Haidostian den Apostel Paulus (Römer 12,21) und appelliert an die Kraft der Demut und des Dienstes an den Schwächsten der Gesellschaft.


Über die UAECNE: Die Union der Armenisch-Evangelischen Kirchen im Nahen Osten (UAECNE) ist ein kirchlicher Verband mit Sitz in Beirut, der Gemeinden im Libanon, Syrien, Irak, Iran und weiteren Ländern umfasst. Sie engagiert sich neben der geistlichen Arbeit intensiv im Bildungsbereich und in der sozialen Wohlfahrt.

Das GAW wird in dieser Notsituation weiterhin den armenischen Partnern zur Seite stehen. Dabei sind wir auf Hilfe angewiesen:

Spendenkonto:

Gustav-Adolf-Werk e.V.
IBAN: DE42 3506 0190 0000 4499 11
BIC: GENODED1DKD (KD-Bank)

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