Italien: ELKI-Synode beschließt Sparmaßnahmen und wählt neuen Dekan
Vom 30. April bis zum 3. Mai 2026 tagte in Rom die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien (ELKI). Ein zentrales Thema war die drastische Reduzierung der Mittel aus dem „Otto per Mille“-Programm. In Italien können Steuerzahler 0,8 % ihrer Einkommensteuer entweder dem Staat für kulturelle Zwecke oder einer Religionsgemeinschaft zuweisen – für die ELKI die wichtigste Finanzquelle.
Im Sommer 2025 stellte das Finanzministerium ohne Vorwarnung ein Drittel der laufenden Zahlungen ein. Grund dafür war, dass der Staat der ELKI infolge von Fehlern der Lohnsteuerhilfevereine (CAF) in den vergangenen Jahren zu hohe Beträge ausgezahlt hatte. Um einen langwierigen Rechtsstreit zu vermeiden, stimmte die ELKI einem Vergleich zu: Sie zahlt die zu viel erhaltenen Beträge über einen Zeitraum von fünf bis sechs Jahren zurück.
Um die Zukunftsfähigkeit der Kirche trotz dieser Belastungen zu sichern, beschloss die Synode einschneidende Maßnahmen. Eine neu eingesetzte Kommission soll bis 2027 einen Plan vorlegen, um die Anzahl der Pfarrsitze auf maximal zwölf Standorte zu reduzieren. Den ursprünglichen Plan, sich aus Kostengründen aus dem Claudiana-Verlag zurückzuziehen, verwarf die Synode dagegen. Die ELKI bleibt Gesellschafterin des einzigen protestantischen Verlagshauses Italiens und in seinem Verwaltungsrat vertreten, reduziert jedoch ihre finanzielle Beteiligung von 15 % auf 7 %.
Ein Höhepunkt der Synode war die Wahl der neuen Kirchenleitung. Zum neuen Dekan wurde Johannes Michael Ruschke gewählt. Der 45-jährige Westfale leitet seit Anfang 2024 die Gemeinde in Venedig, wohin er mit seiner Frau und den vier gemeinsamen Kindern zog. Zuvor war er zehn Jahre lang als Pfarrer in Dortmund tätig. Er tritt die Nachfolge von Carsten Gerdes an, der nach acht Jahren in Italien nach Deutschland zurückkehrt. Als Vizedekan wurde Tobias Brendel, Pfarrer in Turin, gewählt.