Italien: 50 Jahre evangelische Frauenorganisation FDEI

Am 14. Mai 1976 wurde in Santa Severa offiziell die Föderation Evangelischer Frauen in Italien (FDEI) gegründet. Sie entstand als Koordinierungsinstrument zwischen Frauenorganisationen der Waldenser, Methodisten und Baptisten, um die Teilhabe evangelischer Frauen in Kirche und Gesellschaft zu fördern. Heute gehören auch Lutheranerinnen, Adventistinnen, Frauen aus dem Kanton Tessin und der Heilsarmee dazu.

„Fünfzig Jahre Engagement, Herausforderungen und Kämpfe sind kein Schlussstrich, sondern eine bedeutende Etappe auf einem noch langen Weg. Denn die bisher angegangenen Probleme sind teilweise immer noch präsent, und neue sind hinzugekommen“, schreibt Präsidentin der FDEI, Pastorin Mirella Manocchio, anlässlich des Jubiläums. Sie betont, dass Themen wie die Überwindung patriarchaler Strukturen, Diskriminierung am Arbeitsplatz und vor allem der Kampf gegen Gewalt an Frauen leider hochaktuell bleiben. Um diese Kultur nachhaltig zu entwurzeln, müsse der Weg jedoch gemeinsam mit den Männern gegangen werden.

Die Föderation setzt heute mehr denn je auf einen „intersektionalen Ansatz“. Dies bedeutet, dass Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts nicht isoliert betrachtet werden, sondern im Zusammenhang mit anderen Faktoren wie Herkunft oder sexueller Orientierung. In Zukunft will die FDEI daher verstärkt mit Migrantinnen-Organisationen und der LGBTQI+-Gemeinschaft kooperieren.

In ihrem Einsatz für die Rechte der Frauen arbeitet die FDEI seit jeher mit anderen kirchlichen und gesellschaftlichen Organisationen im In- und Ausland zusammen, von Amnesty International bis hin zu katholischen Basisgruppen. Heute ist die interreligiöse Beobachtungsstelle gegen Gewalt an Frauen (OIVD) eine zentrale Partnerin, um den Schutz von Frauen über den kirchlichen Bereich hinaus in der gesamten Gesellschaft voranzutreiben.

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