Frankreich: Engere Kooperation zwischen den GAW-Partnerkirchen geplant

Die Nationale Synode der Vereinigten Protestantischen Kirche Frankreichs (EPUdF) tagte vom 14. bis 17. Mai 2026 in Montbéliard und beschloss dort eine deutlich engere Zusammenarbeit mit der Union Protestantischer Kirchen von Elsass und Lothringen (UEPAL).

Mit dem am 17. Mai 2026 gefassten Beschluss „Vivre l’Église universelle“ (Die universale Kirche leben) stellt die EPUdF ihre internationalen Beziehungen neu auf. Gegen gesellschaftliche Abgrenzungstendenzen setzt die Kirche auf konsequente Öffnung. Der Synodalbeschluss betont, dass die Öffnung gegenüber anderen und die Begegnung die Voraussetzung für die Lebendigkeit und Erneuerung der Kirche und auch Ausdruck der Treue zum Evangelium sind. Verschiedenheit soll demzufolge als Verheißung und nicht als Bedrohung wahrgenommen werden. Das Erleben von Vielfalt und der Austausch auf Augenhöhe sollen die kirchliche Praxis auf allen Ebenen – von der Ortsgemeinde bis zur Kirchenleitung – prägen. Die Synode beauftragt daher die nationale Kirchenleitung mit konkreten Reformen.

Um Synergien besser zu nutzen, sollen die internationalen Beziehungen der EPUdF personell, organisatorisch und finanziell neu geordnet werden. Das Missionswerk Défap soll sich künftig auf seine Kernaufgabe als „Beziehungsstifter“ konzentrieren. Dazu gehören der internationale Personenaustausch, interkulturelle Bildungsangebote und die Begleitung von Gemeinden. Der Pariser Hauptsitz des Défap soll gemeinsam mit der UEPAL zu einem internationalen Begegnungshaus ausgebaut werden.

Insgesamt soll die Zusammenarbeit mit der UEPAL intensiviert werden. Über den Rat der protestantischen Kirchen im französischsprachigen Raum (CPLR) wollen sich beide Kirchen theologisch und organisatorisch enger abstimmen. Ziel ist ein geschlossenes Auftreten gegenüber internationalen Partnerkirchen, Migrationskirchen in Frankreich sowie ökumenischen Dachverbänden wie ÖRK und GEKE. Die beiden Kirchen wollen vermehrt mit gemeinsamen öffentlichen Stellungnahmen zu gesellschaftlichen und ethischen Themen Position beziehen und auch ihre Projektförderung koordinieren.

In ihrer Sitzung vom 19. bis 21. Juni 2026 hat die Kirchenleitung der EPUdF (Conseil national) mitgeteilt, dass im Austausch mit der UEPAL bereits die konkrete Planung für die von der Synode geforderte Neuausrichtung der gesamten internationalen Beziehungen der Kirche begonnen hat.

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