Deutschland: Bischof em. Dr. Heinz Joachim Held verstorben
Bischof em. Dr. Heinz Joachim Held ist Anfang Januar 2026 im Alter von 97 Jahren verstorben. Heinz Joachim Held war eine prägende Persönlichkeit der evangelischen Kirche, deren ökumenisches Wirken und weltkirchliches Engagement weit über Deutschland hinausstrahlten.
Geboren am 16. Mai 1928 in Wesseling am Rhein, entstammte er einer kirchlich engagierten Familie; sein Vater Heinrich Held war Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Nach dem Theologiestudium in Wuppertal, Göttingen, Heidelberg und Bonn legte er 1952 sein Examen ab. Studienaufenthalte in den USA prägten sein Denken und Handeln für die Kirche in Deutschland und weltweit. Als Jugendlicher – so schrieb er in seinem Lebensrückblick - fühlte er sich durch seinen Konfirmationsspruch verpflichtet: „Wachet, stehet im Glauben, seid männlich und seid stark“ (1. Kor. 16,13). Diese innere Berufung begleitete ihn sein Leben lang.
1957 wurde in Friedrichsfeld am Niederrhein ordiniert. Seinen Ordinationsspruch, den sein Vater gewählt hatte, nahm er als Lebensmotto: „Wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesus Christus, dass er der Herr sei, wir aber eure Knechte um Jesu willen“ (2. Kor. 4,5).
1964 ging Held nach Buenos Aires, zunächst als Professor zur Ausbildung einheimischer Pastoren, dann ab 1968 als Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche am La Plata (IERP).
1975 übernahm er die Leitung des Kirchlichen Außenamts der EKD. In den Jahren 1983 bis 1991 leitete er den Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen und engagierte sich intensiv für den interkirchlichen Dialog, politische Krisenlösungen und internationale Menschenrechtsarbeit. Sein Leben war stets von der Überzeugung geprägt, dass alles in Liebe geschehen soll: „Omnia in caritate“ – alles geschehe in der Liebe (1. Kor. 16,14).
Dem GAW war Held eng verbunden und schätzte sehr den Geist der innerprotestantischen Ökumene, der hier gelebt wird. Seine damalige Frau Anneliese Held leitete von 1984 bis 1991 die Arbeitsgemeinschaft der GAW-Frauenarbeit.
Wir gedenken seines Lebens in Dankbarkeit, seiner Leidenschaft für Kirche und Ökumene und begleiten seine Familie, insbesondere seine Tochter Annedore, die Pfarrerin der IERP ist. Sein Wirken bleibt ein Vorbild für Dienst, Demut und weltweite Verbundenheit in Christus.
Foto: GAW (GA-Blatt 3/93, S.19 - H.J. und Anneliese Held)