Deutschland: Hoffnung in Krisenzeiten - GAW startet Projektkampagne 2026
Mit einem Volumen von 1,9 Millionen Euro unterstützt das Gustav-Adolf-Werk (GAW) im Jahr 2026 weltweit 104 Projekte. Im Fokus stehen Partnerkirchen in Konfliktregionen wie der Ukraine und Syrien. Ziel ist es, die Existenz evangelischer Minderheiten zu sichern und Zeichen der Hoffnung zu setzen.
Bei der jährlichen Klausurtagung der GAW-Regionalgruppen in Leipzig wurde am 22. Januar die Spendenkampagne für den Projektkatalog 2026 gestartet. Das Diasporawerk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unterstützt damit Projekte in rund 50 Partnerkirchen. Neben Renovierungs- und Bauvorhaben stehen vor allem Nothilfeprojekte für Kirchen in Krisengebieten im Zentrum.
„Was bedeutet es, als evangelische Minderheitskirche im Krieg zu leben? Wie finden unsere Glaubensgeschwister ihren Weg in repressiven Strukturen, die die Meinungs- und Glaubensfreiheit einschränken?“, fragt Martin Dutzmann, Präsident des GAW. „Mit diesen Fragen muss sich das GAW zunehmend auseinandersetzen.“ Zwar sei das GAW kein klassisches Katastrophenhilfswerk, doch wenn die kirchliche Arbeit vor Ort durch Krisen gefährdet ist, leiste das Diasporawerk gezielte Unterstützung.
Ein Schwerpunkt der diesjährigen Hilfe liegt in der Ukraine:
Im Gebiet Odessa beginnt der Umbau einer Kirchenruine – ein Erbe aus der Sowjetzeit – zum Kirchen- und Diakoniezentrum. Das Projekt dient als wichtiges Hoffnungszeichen und verbessert die Bedingungen für diakonische Dienste wie „Essen auf Rädern“.
In Transkarpatien unterstützt das GAW die Reformierte Kirche bei der Installation von Solaranlagen für 30 Pfarrhäuser, um die durch ständige Angriffe auf die Infrastruktur bedrohte Energieversorgung abzusichern.
Neben der finanziellen Hilfe betonen die Partner die Bedeutung der persönlichen Verbundenheit. Trotz der gefährlichen Sicherheitslage planen Generalsekretär Enno Haaks und Präsident Martin Dutzmann in Kürze eine Reise nach Syrien und den Libanon. „Partnerschaft besteht nicht nur aus Geld, sondern darin, die Aufmerksamkeit immer wieder auf die Situation christlicher Minderheiten zu lenken und den Menschen zu zeigen, dass sie nicht vergessen sind“, so Haaks.
In Syrien fördert das GAW unter anderem mit der Konfirmandengabe 2026 ein Schulspeisungsprojekt an der evangelischen Bethel-Schule in Aleppo.