Belgien: Steven Fuite blickt auf 13 Jahre Präsidentschaft in der VPKB zurück

Pastor Steven H. Fuite scheidet im Januar 2026 nach 13 Jahren als Präsident der Vereinigten Protestantischen Kirche aus seinem Amt aus. Diese Jahre beschreibt er als intensiv, geprägt von tiefen Herausforderungen, bewegenden Begegnungen und großen geistlichen Lernprozessen. Als Fuite sein Amt antrat, war die nationale Kirche von Spannungen, Parteilichkeit und Misstrauen gezeichnet. Damals sei die Situation in der Kirche angespannt gewesen.

Deshalb stellte er seine Präsidentschaft unter das Leitwort „Und er zeigte ihnen seine Wunden“ (Joh 20,20), um zu Versöhnung und inneren Frieden aufzurufen. In Anlehnung an den österlichen Gruß „Friede sei mit euch“ verstand er Leitung als einen Dienst, der Verletzlichkeit zulässt und Vertrauen neu aufbaut. Rückblickend erfüllt es ihn mit großer Dankbarkeit, dass es gelungen ist, die Kirche in dieser schwierigen Phase wieder zusammenzuführen und den Blick gemeinsam nach vorn zu richten.

Als persönliche Stärken nennt Fuite weniger einzelne Charakterzüge als vielmehr die Erfahrung, getragen zu sein von Vertrauen. Seelsorgliche Nähe, Transparenz, Teamfähigkeit und die Konzentration auf das Wesentliche prägten seinen Führungsstil. Besonders wichtig war ihm die Zusammenarbeit mit dem Synodalrat sowie der regelmäßige Austausch mit den Räten der sechs Distrikte – gerade in einer Zeit wachsender gesellschaftlicher und kirchlicher Komplexität.

Seine Präsidentschaft fiel in eine Epoche tiefgreifender globaler Krisen: Migration, Klimawandel, die Corona-Pandemie mit ihren weitreichenden organisatorischen Folgen, politischer Extremismus, Desinformation, Bedrohungen der Pressefreiheit und nicht zuletzt Krieg in Europa. Fuite macht deutlich, dass Kirche unter diesen Bedingungen nicht bei ihrer Selbsterhaltung stehen bleiben darf. Glauben bedeute Vertrauen – auch dann, wenn Gemeinden durch Wandel, Schmerz, Trauer und Angst verunsichert sind. Kirche zu sein heiße immer auch Abschied und Neuanfang.

Zu den Höhepunkten seiner Amtszeit zählt Fuite die Synodenversammlung vom Juni 2015. Nach intensiven und teils schmerzhaften Debatten beschloss die Kirche, dass Homosexualität kein Hindernis für den pastoralen Dienst darstellt – ein Moment, der ihn bis heute tief bewegt. Ebenfalls prägend war das Projekt „Häuser der Hoffnung“ während der Flüchtlingskrise. Rund 40 Gemeinden öffneten ihre Türen für Geflüchtete und ermöglichten ihnen durch Wohnraum den Zugang zu grundlegenden Rechten und gesellschaftlicher Teilhabe. Für Fuite ist dies ein eindrückliches Beispiel gelebter Solidarität.

Für seine Nachfolgerin, Pastorin Isabelle Detavernier, wünscht sich Fuite Verständnis für die enorme Arbeitsbelastung und ein tragendes Netzwerk aus engagierten Mitarbeitenden und Gremien. Für die Kirche insgesamt wünscht er sich den Mut zum Wandel, die Bereitschaft loszulassen und Vertrauen darauf, dass Kirche nicht von Gebäuden oder Strukturen lebt, sondern von Jesus Christus, dem Auferstandenen. Glaube, Zuversicht und die Kühnheit, „auf dem Wasser zu gehen“, bleiben für ihn zentrale Wegweiser für die Zukunft.

Zum Interview: https://fr.protestant.link/cetait-une-benediction/

Foto: Pfarrer Steven H. Leak ©Fotografie Frank Bahnmüller

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