Argentinien: Ökumenisches Fasten für die Menschenwürde
Vom 2. bis zum 9. Juni 2026 fand auf der berühmten Plaza de Mayo in Buenos Aires eine bedeutende ökumenische Aktion statt. Unter dem Motto „Fasten und Gebet zur Schärfung des Bewusstseins“ (Ayuno y Oración para Despertar las Conciencias) versammelten sich über acht Tage hinweg Menschen aus verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen, um ein öffentliches Zeugnis für soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde abzulegen.
Die Initiative wurde von der Mesa Ecuménica, einer ökumenischen Aktionsplattform für Menschenrechte, gemeinsam mit dem Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel ins Leben gerufen, um einen Raum des Gebets, des Zuhörens und des Dialogs angesichts wachsender Armut, Ausgrenzung und sozialer Ungleichheit in Argentinien zu schaffen.
Der Präsident der Evangelischen Kirche am Río de la Plata (IERP), Pastor Leonardo Schindler, betonte, dass es bei dieser Aktion um weit mehr als eine individuelle spirituelle Praxis gehe: „Wir versammeln uns, um Hoffnung zu fördern und sie in dieser Zeit zu stärken. Wir wollen ein Ausdruck der Solidarität mit all jenen sein, denen es heute wirklich sehr schlecht geht.“
Während der acht Tage der Begegnung bot die Plaza de Mayo Raum für Gewerkschaftsvertreter, Akademiker, Menschenrechtsgruppen und indigene Gemeinschaften. Gemeinsam machten sie auf die verschiedenen Arten von „Hunger“ aufmerksam, die die argentinische Gesellschaft heute treffen – den Hunger nach Brot, nach Arbeit, nach Bildung, nach Gesundheit und nach Gerechtigkeit.