Argentinien: Früherer Kirchenpräsident Schaad verstorben

Foto: IERP

Am 31. Oktober 2026 verstarb im Alter von 77 Jahren Juan Pedro Schaad, ein früherer Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche am Río de la Plata (IERP).

Pfarrer Schaad wurde am 15. Januar 1949 in Appenzell, Schweiz, geboren. Nachdem seine Eltern nach Argentinien auswanderten, wuchs er in Eldorado in der Provinz Misiones auf.

Er studierte Theologie an der historischen lutherischen Theologischen Fakultät in José C. Paz und wirkte als Pfarrer in Entre Ríos, Santa Fe, Paraguay, Córdoba und Buenos Aires. Im Jahr 1995 wurde er zum Vizepräsidenten der IERP gewählt. 1998 trat er als neuer Kirchenpräsident die Nachfolge von Pastor Rodolfo Reinich an, der die Kirche 18 Jahre lang geführt hatte. Das Amt übte er nur für eine Wahlperiode bis zum Jahr 2002 aus, weil er überzeugt war, dass ein Kirchenpräsident nach vier Jahren wieder zur Gemeindearbeit zurückkehren sollte.

1975 heiratete er Liliana Isabel Bernhardt. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor.

Seine ganze Arbeit als Pfarrer war geprägt vom starken Schwerpunkt auf die seelsorgerliche Begleitung. Er wollte Menschen in ihrer jeweiligen Lebenswirklichkeit begleiten, sich ihre Sorgen anhören und gemeinsam mit ihnen die Gegenwart Gottes im Alltag entdecken. Während seiner Zeit in Paraguay in den 1980er Jahren lebte er anfangs in einer kleinen Holzhütte ohne Strom. Seine Lebensbedingungen ähnelten denen von brasilianischen Einwandererfamilien. Er empfand dies als Segen für die Nähe zu den Gemeinden, deren Entstehung und Konsolidierung in den Departements Alto Paraná, Canindeyú und Itapúa er begleitete.

Durch seine Praxis, seine Erfahrungen und seine Ausbildung entwickelte er eine eigene theologische Überzeugung, dass theologische Tiefe nicht mit einer komplizierten und distanzierten Sprache verwechselt werden dürfe, sondern die evangelische Botschaft in einer verständlichen und zugänglichen Sprache verkündigt werden muss. Predigt und Diakonie waren für ihn untrennbar.

Darüber hinaus entwickelte Juan Pedro Schaad ein tiefes Interesse für Themen wie die Bewahrung der Schöpfung, strategische Planung und die Ausbildung ehrenamtlicher Führungskräfte. Außerdem setzte er sich gegen illegitime Auslandsschulden ein, in denen er eine Form wirtschaftlicher Unterdrückung sah.

Das GAW trauert mit der Evangelischen Kirche am Rio de la Plata um einen geschätzten Weggefährten und bittet um Gottes Trost für seine Angehörigen und seine Kirche.

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