|
Archiv-Nachrichten aus dem GAW und
seinen Partnerkirchen

|
|
| |
|
400 Jahre Evangelische Kirche A.B.
in der Slowakei
(05.07.2010) Unter der Schirmherrschaft des slowakischen Präsidenten
Ivan Gaparovic beging die Evangelische Kirche A.B. in der
Slowakei vom 29. Juni bis 5. Juli 2010 ihr 400. Gründungsjubiläum.
Mit wissenschaftlichen Vorträgen, verschiedenen Gottesdiensten
und Konzerten, mit Diskussionsforen, Ausstellungen sowie einem bunten
Programm auf den 2. Evangelischen Kirchentagen erinnerten sich die
Mitglieder der Kirche und zahlreiche Gäste aus dem In- und
Ausland an die lange Geschichte der Kirche.
Die Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei wurde auf der Synode
von ilina (28.-30. März 1610) gegründet.
Die Feiern zum Gründungsjubiläum fanden in enger Zusammenarbeit
mit der Stadt und der gesamten Region ilina statt.
|

Vom 29. Juni bis 5. Juli beging die
Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei ihr 400. Gründungsjubiläum
mit zahlreichen Veranstaltungen und Gästen aus dem In- und
Ausland.
Foto: Enno Haaks
|
| |
|
GAW unterstützte evangelische
Fakultät in Sibiu (Rumänien) mit 67.000 Euro
Mit 67.000 Euro hat das GAW in den Jahren 2004 bis 2007 die Sanierung
das Gebäudes des Evangelisch-Theologischen Fakultät in
Sibiu (Rumänien) unterstützt. Pfarrer Enno Haaks überreichte
Dr. Stefan Tobler, Professor für Systematische Theologie an
dieser Fakultät eine Unterstützertafel "Gefördert
durch das Gustav-Adolf-Werk e.V." zur Anbringung am Fakultätsgebäude.
An der Fakultät werden evangelische PfarrerInnen und kirchliche
SozialarbeiterInnen ausgebildet. Dr. Stefan Tobler besuchte am 28.
Juni die Zentrale des GAW in Leipzig. Er hält sich anlässlich
einer Gastvorlesung an der Theologischen Fakultät der Universität
Leipzig in der Stadt auf.
|
| |
|
Trennen Menschenrechte Ost und
West?
Zu diesem Thema findet am Dienstag, den 29. Juni eine Gastvorlesung
mit Prof. Dr. Stefan Tobler aus Sibiu (Rumänien) an der Theologischen
Fakultät der Universität Leipzig statt. Die Vorlesung
beginnt um 11 Uhr im Hörsaal im Erdgeschoss des Gebäudes
der Fakultät in der Otto-Schill-Straße 2.
Menschenrechte sind ein strittiges Thema im ökumenischen Dialog
zwischen den "westlichen" Kirchen und den orthodoxen Kirchen
in Osteuropa. Die Menschenrechtsthematik spielt aufgrund unterschiedlicher
kultureller Prägungen in den christlichen Konfessionen und
Kirchen eine unterschiedliche Rolle. Die "Gemeinschaft Europäischer
Kirchen" (GEKE) hat in den letzten Jahren mit der Russisch-Orthodoxen
Kirche einen Dialog über die Geltung der Menschenrechte und
der Voraussetzungslosigkeit der Menschenwürde geführt,
der zeigt, wie kontrovers die Thematik ist.
Der Referent ist Professor an der Evangelisch-Theologischen Fakultät
der Universität in Hermannstadt/Sibiu und Leiter des dortigen
Instituts für Ökumenische Forschung, einer gemeinsamen
Einrichtung der Evangelisch-Theologischen und der Orthodoxen Fakultät.
|

Dr. Stefan Tobler.
|
| |
Lutherischer Bischof
in Kirgistan bestürzt über Entwicklungen in seinem Land
Bestürzt äußerte sich der Bischof der Evangelisch-Lutherischen
Kirche in Kirgistan, Alfred Eicholz, über die derzeitigen Entwicklungen
in seinem Land. Wenn das Land nicht zur Ruhe kommt, fürchtet
Eichholz, wird ein Großteil der Mitglieder seiner Kirche Kirgistan
verlassen. Die Lutheraner Kirgistans, von denen viele deutsche Wurzeln
haben, sind in den ethnischen Konflikt zwischen Kirgisen und Usbeken
noch nicht hineingezogen worden. Noch beschränkt sich der Konflikt
auf diese beiden Volksgruppen. Eichholz: "Dieser Konflikt ist
gezielt geschürt worden." Und auch der gestürzte
Präsident Bakijew habe das seine dazu getan, im Land Unruhe
zu stiften. Ob die russische Regierung tatsächlich schlichtend
in den Konflikt eingreifen kann, sei fraglich, so Eichholz. Die
einzige Überlebenschance, die die Evangelisch-Lutherische Kirche
in Kirgistan hat, so Bischof Eicholz, ist, dass sie mit nicht-deutschstämmigen
Kirgisen arbeitet. "Das tun wir bereits seit langem, müssen
uns aber hier noch stärker engagieren." Der lutherische
Prediger aus der umkämpften Stadt Osch berichtet von alkoholisierten
Randalierern. Kaum jemand traue sich noch auf die Straße,
nicht einmal, um Tote zu bergen. Der Konflikt hat außerdem
zu erheblichen Versorgungsengpässen und damit verbunden zu
Teuerungen geführt.
Bischof Alfred Eicholz befindet sich derzeit auf Besuch in Deutschland
und wurde von den erneut ausbrechenden Unruhen hier überrascht.
Anfang Juli wird er die Rückreise nach Kirgistan antreten.
|
| |
19 junge Frauen und Männer
beginnen Freiwilligen-Dienst
19 junge Frauen und Männer werden in diesem Jahr im Rahmen
des Freiwilligen-Programms des GAW in Württemberg entsandt.
Sie werden 12 Monate lang in Projekten von Partnerkirchen des GAW
in Argentinien, Brasilien, Chile, Italien, Russland, Paraguay und
Uruguay arbeiten. Am 13. Juni fand im baden-württembergischen
Schorndorf im Rahmen des Jahresfestes des GAW Württemberg der
Entsendungsgottesdienst statt. Ende Juli werden alle 19 Freiwilligen
ausreisen. Die Volontäre sind in drei Seminaren auf ihren Aufenthalt
vorbereitet worden.
|
|
| |
|
Über einen Besuch aus Brasilien
freuten sich die Mitarbeiter in der GAW-Zentrale.
Franciele Sander, Stipendiatin im Semester 2005/2006, ist auf
Deutschlandreise. Nach ihrem Studienaufenthalt in Leipzig absolvierte
sie ihr Vikariat in Agudo, im Süden Brasiliens. Seit März
2009 ist sie ordniniert und hat ihre erste Pfarrstelle in São
Luís, im Norden Brasiliens, inne. Ihre Gemeinde wurde erst
2005 gegründet, ist aber sehr aktiv. Unter www.luteranos.com.br/saoluis
(auch auf Deutsch) kann man Näheres erfahren. Wir wünschen
Franciele Sander und ihrem Mann alles Gute für ihre Arbeit
|
|
| |
"Gut, dass es das GAW gibt!"
- Besuch in der lutherischen Gemeinde in Krasnoturinsk (Russland)
Um die Zukunft der lutherischen Gemeinde in Krasnoturinsk (Russland)
ging es u.a. in Gesprächen, die vom 7. bis 12. Juni in Krasnoturinsk
stattfanden und an denen auch der Generalsekretär des GAW,
Pfarrer Enno Haaks, teilnahm. Er berichtet von seinen Eindrücken.
"Dieses Projekt darf nicht scheitern," das waren die
klaren Worte meines Kollegen vom Martin-Luther-Bund, Dr. Rainer
Stahl, als wir von der Gedenkstätte am Stausee am Fuße
des großen Aluminiumwerkes in Krasnoturinsk zurück zur
neu errichteten Kirche gingen. Hier hat es lange im Verborgenen
mehrere Brüdergemeinden gegeben, die es geschafft haben, ihren
Glauben durch viele schwere und entbehrungsreiche Jahre hindurchzutragen.
Dem neuen Erzbischof der ELKRAS, August Kruse, der gleichzeitig
Pastor der Gemeinde ist, war es gelungen, die Brüdergemeinden
zu einen und eine evangelisch-lutherische Gemeinde zu gründen.
Die Gemeinde verbindet inzwischen die brüdergemeindliche Tradition
mit der lutherischen Identität. Russlanddeutsche und Russen
feiern gemeinsam und bekennen sich gemeinsam zu dem Gott, der ihnen
Kraft gegeben hat, durchzuhalten.
Ursprünglich soll es bis an die 25 000 Rußlanddeutsche
hier gegeben haben. Das erahnt man, wenn man die Namen der Toten
liest, die an der Gedenkstätte am Stausee zu lesen sind. Sie
haben ihr Leben in der "Trudarmee" (Anm.: militaristierte
Form der Zwangsarbeit) bei der Errichtung der Infrastruktur dieser
Industriestadt, des Staudammes und des Aluminiumwerks gelassen.
In kyrillischer Schrift liest man Namen wie Müller, Meier,
Bauer, Brüggmann ... die Liste ist sehr lang. Ein großes
Kreuz bildet das Zentrum der Gedenkstätte.
Dass sich nun eine lutherische Gemeinde mit einem Kirchengebäude
in dieser Stadt öffentlich und sichtbar zeigen kann, scheint
nach all den Jahren wir ein Wunder. Der Bau des Gebäudes ist
noch nicht fertiggestellt. Deshalb trafen sich u.a. Vertreter der
Evangelisch-Lutherischen Kirche Ural, Sibirien und Ferner Osten
(ELKUSFO), des Gustav-Adolf-Werks e.V. (GAW) und des Martin-Luther-Bundes
zu Gesprächen in Krasnoturinsk. Es wurde beraten, wie der Bau
weitergeführt und abgeschlossen werden kann. Die Gemeinde plant,
einen Teil des Gebäudes zu vermieten, um den Unterhalt der
Kirche und einen Teil des Gemeindelebens finanzieren zu können.
In ihrem Stadtviertel wirkt die Kirche wie ein Ort der Hoffnung.
Gemeinsam mit der Evangelischen Landeskirche Hannovers, der Partnerkirche
der ELKUSFO, wollen wir nun versuchen, den Bau so zu unterstützen,
dass er zu einem segensreichen Ende gebracht werden kann und die
Gemeinde eine Zukunft hat.
Der gemeinsame Abendmahlsgottesdienst in Krasnoturinsk mit den alten
Melodien des Wolgagesangbuches und den russischen Liedern war für
alle, die Gemeinde, das Konsistorium und die Gäste aus Deutschland,
eine Quelle der Kraft.
"Gut, dass es das GAW gibt", sagte mir Erzbischof Kruse
zum Abschied.
|

Gottesdienst in der evangelisch-lutherischen
Kirche in Krasnoturinsk.

Die evangelisch-lutherische Kirche
in Krasnoturinsk.
Fotos: Haaks
|
| |
|
10 Jahre Gefängnisseelsorge
in Ungarn
Seit zehn Jahren gibt es in Ungarn hauptamtliche Gefändnisseelsorger,
die in Haftanstalten Gottesdienste, Bibelstunden und individuelle
Seelsorge für Gefangene anbieten. Anlässlich des zehnjährigen
Bestehens des Gefangenenpfarrdienstes wurde am 5. Mai im Gefängnis
zu Vác eine Feierstunde gehalten, an der neben dem lutherischen
Bischof János Ittzés, dem reformierten Bischof i.R.
Dr. Mihály Márkus und dem katholischen Bischof Dr.
Miklós Beer auch der ungarische Staatspräsident Dr.
László Sólyom teilnahm. Derzeit sind vier lutherische,
elf reformierte und 17 katholische Pfarrer sowie ein Rabbi als hauptamtliche
Gefängnisseelsorger in Ungarn tätig.
|
| |
|
Polen: 50 000 Bäume
zum 500. Jubiläum von Luthers Thesenanschlag
Zum 500. Jubiläum von Luthers Thesenanschlag möchte die
evangelische Kirche in Polen ein grünes Zeichen setzen: Bis
zum 31. Oktober 2017 sollen in Polen 50 000 Bäume gepflanzt
werden. Unterstützung erhielten sie dabei von Adam Malysz,
einem der erfolgreichsten Skispringer aller Zeiten und evangelischen
Christen. Ins Leben gerufen wurde die Baumpflanzaktion von Pfarrer
Jan Byrt aus Szczyrk. Er will damit u.a. an die evangelischen Christen
erinnern, die nach der blutig verlaufenen Gegenreformation verborgen
im Wald Gottesdienste feierten. Bisher wurden bereits über
1 200 Bäume gepflanzt.
|

Pfarrer Jan Byrt, Skispringer Adam
Malysz und sein Trainer Hannu Lepisto.
Foto: Frauer
|
| |
|
Italienisch-ungarische
Partnerschaft
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien und die Evangelisch-Lutherische
Kirche in Ungarn haben nach Zustimmung ihrer Synoden im Mai dieses
Jahres einen Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. Dieser Vertrag
sieht eine Kirchenpartnerschaft beginnend mit Pfingsten 2010 auf
zunächst fünf Jahre vor. Neben einer engen Zusammenarbeit
im internationalen kirchlichen Leben - mit besonderem Blick auf
die Vertretung der Interessen von Minderheitskirchen - planen beide
Kirchen Kontakte zwischen Gemeinden, in der Bildungs- sowie in der
Medienarbeit.
|
| |
Bischof Dr. Edmund Ratz
verabschiedet
Dr. Edmund Ratz, 2005-2010 Bischof der Evangelisch-Lutherischen
Kirche in Russland und anderen Staaten (ELKRAS) wurde am 30. Mai
2010 nach elf Jahren Dienst in der ELKRAS mit einem Gottesdienst
verabschiedet. Die 3. Generalsynode der ELKRAS hatte 18. September
2009 August Kruse, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Ural,
Sibirien und Ferner Osten, zu seinem Nachfolger gewählt.
|
| |
|
Liselotte Fischer, langjährige
Leiterin der GAW-Frauenarbeit in Österreich, gestorben
Am 22. Mai 2010 verstarb Liselotte Fischer, langjährige Leiterin
der Gustav-Adolf-Frauenarbeit in Österreich.
Liselotte Fischer wurde am 3. April 1921 in Brünn geboren.
Als Mitarbeiterin der dortigen deutschen evangelischen Gemeinde
lernte sie da ihren späteren Mann Vikar Hans Fischer kennen.
Nach den Wirren des Kriegsendes folgte sie ihm 1946 nach Wien, wo
sie sehr bald wieder Kontakt nach Brünn und zum evangelischen
Hieronymusverein aufnahm und Hilfe für evangelische Gemeinden
in Tschechien organisierte. 1967 gründete sie die erste Gustav-Adolf-Frauengruppe
in Österreich in Wien und begründete damit die Gustav-Adolf-Frauenarbeit
in Österreich, die sie über 40 Jahre lang bis 2007 leitete.
Durch ihren unermüdlichen und kreativen Einsatz im Gustav-Adolf-Werk
ist Liselotte Fischer vielen zum Segen geworden. Sie hat geholfen,
ermutigt und Brücken gebaut. Sie war bekannt und anerkannt
nicht nur in der Evangelischen Kirche in Österreich, sondern
darüber hinaus in den Haupt- und Frauengruppen des Gustav-Adolf-Werks
in Deutschland, in Tschechien und anderen evangelischen Diasporakirchen
in der Welt.
|

Liselotte Fischer.
|
| |
|
Erste lutherische Bischöfin in Finnland
Pfarrerin Irja Askola heißt die erste Frau, die in der Evangelisch-Lutherischen
Kirche in Finnland ein bischöflisches Amt ausüben wird.
Die 57-jährige wurde Anfang Juni 2010 von der Synode ihrer
Kirche zur Bischöfin von Helsinki gewählt. Sie wird ihr
Amt im September 2010 antreten. Irja Askola ist Assistentin des
Bischofs der Diözese Espoo. Von 1991 bis 1999 war sie bei der
in Genf ansässigen Konferenz Europäischer Kirchen (KEK)
taetig. 1975 schloss sie ihr Studium mit einem Master der Theologie
ab und wurde 1988 zur Pfarrerin ordiniert. Ihre Heimatgemeinde ist
in Alppila. Der derzeitige Bischof von Helsinki, Dr. Eero Huovinen,
ist seit 1991 im Amt und wird im Herbst in den Ruhestand gehen.
|

Irja Askola.
|
| |
|
Schwerpunkt Bildung und Erziehung
Synode der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder
tagte in Prag
An einer evangelischen Schule darf es nicht nur um die rein fachliche
Ausbildung gehen, sondern auch so genannte weiche Faktoren wie Gemeinschaft
und geistliches Wachstum müssen eine Rolle spielen. Dies betonte
der tschechische Theologe Jan Kerkovský in seinem Vortrag
auf der Synode der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder
(EKBB), die vom 27. bis 30. Mai 2010 in Prag tagte. Bildung und
Erziehung waren die Schwerpunktthemen dieser Synode. Die EKBB ist
Träger verschiedener Bildungseinrichtungen, die in der so genannten
Evangelischen Akademie zusammengefasst sind: eine integrative Grundschule,
drei berufsbildende Schulen, die Pflegeberufe, Erzieher und Seelsorger
ausbilden sowie ein Konservatorium. An den Schulen der EKBB lernen
insgesamt 1 200 Schüler und Auszubildende. 250 Lehrer unterrichten
hier. Absolventen dieser Schulen sind sehr gefragt und finden in
der Regel sofort nach ihrer Ausbildung eine Anstellung. Der Generalsekretär
des GAW, Pfarrer Enno Haaks, der auf der Synode zu Gast war, zeigte
sich beeindruckt von diesem Engagement. Deutlich wurde aber auch,
dass dieser Einsatz für die sehr kleine Kirche zwar enorm wichtig
für deren Stellung in der Gesellschaft ist, andererseits die
Kirche aber auch sehr fordert.
Ein weiteres Thema war der Mangel an theologischem Nachwuchs in
der EKBB. Derzeit sind 10 Pfarrstellen in der EKBB unbesetzt. Synodalsenior
Joel Ruml rief die Synodalen, die Laien und die PfarrerInnen der
EKBB auf, in ihren Gemeinden gezielt passende Kandidaten für
ein Theologiestudium zu suchen und zu fördern.
|
|
| |
|
400 Jahre Evangelische Kirche A.B. in der
Slowakei
Unter der Schirmherrschaft des slowakischen Präsidenten Ivan
Gaparovic begeht die Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei
vom 29. Juni bis 5. Juli 2010 ihr 400. Gründungsjubiläum.
Mit wissenschaftlichen Vorträgen, verschiedenen Gottesdiensten
und Konzerten, mit Diskussionsforen, Ausstellungen sowie einem bunten
Programm auf den 2. Evangelischen Kirchentagen werden die Mitglieder
der Kirche und zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland feiern.
Die Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei wurde auf der Synode
von ilina (28.-30. März 1610) gegründet. Politisch
bedeutete dies die erste institutionalisierte Anerkennung des slowakischen
Gebiets im damaligen Ungarn, so die Kirche.
Die Feiern zum Gründungsjubiläum finden in enger Zusammenarbeit
mit der Stadt und der gesamten Region ilina statt.
|
| |
|
Neuer Vorsitzender im Gustav-Adolf-Werk
in Mecklenburg
Pastor Hans-Georg Meyer wird am 1. September 2010 das Amt des Vorsitzenden
des GAW in Mecklenburg antreten. Er wurde am 22. März 2010
auf der Vorstandsitzung der Hauptgruppe einstimmig gewählt
und ist inzwischen vom Landesbischof der Kirche bestätigt worden.
Meyer übernimmt das Amt von Magdalene Hartig, die 20 Jahre
lang den Vorsitz inne hatte und nun nicht wieder kandidierte. Am
7. September 2010 wird Pastor Hans-Georg Meyer in einem Gottesdienst
in der St. Georgenkirche in Waren/Müritz in sein Amt eingeführt.
Magdalene Hartig wird verabschiedet.
|

Magdalene Hartig und Pastor Hans-Georg
Meyer.
|
| |
|
Evangelisches Freizeit in Polen von
Flut betroffen
Das Freizeitheim "Betania" der Evangelisch-Augsburgischen
Kirche in Polen in Bielsko-Biala ist von der Flut in Polen stark
beschädigt worden. Wie die Kirche berichtete sind die Küche,
der Speisesaal, der Lager- und der Heizungskeller überschwemmt
worden. Erwin Stojak vom Haus Betania: "Wir können das
Haus nicht schließen. Derzeit werden hier u.a. bedürftige
Familie versorgt, die privat von der Flut betroffen sind."
Das Freizeitheim bittet um Hilfe. Benötigt werden im Moment
vor allem Möbel und gastronomisches Gerät. Außerdem
werden Spenden für die Wiederinstandsetzung des Hauses erbeten.
Wer helfen möchte, wendet sich bitte an das Gustav-Adolf-Werk
e.V. (GAW) in Leipzig: Tel: 0341/490 62 15, info@gustav-adolf-werk.de.
Wir stellen den Kontakt nach Bielsko-Biala her. Geldspenden können
auf das Spendenkonto des GAW einzahlt werden: Konto: 22 33 44, BLZ
850 951 64, LKG Sachsen, Kennwort: "Betania - Flut in Polen".
Wir leiten die Spenden an das Freizeitheim weiter.
|
| |
Aus Polen erreicht uns vom Vorsitzenden
des dortigen Gustav-Adolf-Werkes Pfarrer Tadeuz Makula nach den schweren
Regenfällen der letzten Tage folgende Nachricht:
Wir danken unseren Schwestern und Brüdern für
die Sorge um unsere Gemeinden in Schlesien/Silesia. Von dort haben
wir bis jetzt keine schlechten Nachrichten erhalten. Allerdings stehen
viele Felder, Bauernhöfe und Häuser unter Wasser. Wir werden
Euch benachrichtigen, sofern wir nähere Informationen haben.
"... damit ihr Hoffnung habt!"
Das GAW auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München (12.-16.
Mai 2010)
Hoffnung stiften - das will das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW)
und hat dies mit seinem Programm auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag
in München gezeigt:
Hoffnungsgeschichten erzählte der Pfarrer und Menschenrechtler
Helmut Frenz am Freitag auf der AGORA des 2. Ökumenischen Kirchentags
in München. Er las aus seinem Buch "... und ich weiche
nicht zurück!" - Chile zwischen Allende und Pinochet:
Ein Pfarrer und Menschenrechtler erinnert sich (ISBN 978-3-87593-109-9)
und kam ins Gespräch mit Pfarrer Enno Haaks, Generalsekretär
des GAW. Packend erzählte Frenz über seine Jahre als Pfarrer
und Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Chile zwischen
1965 und 1975, die zu den entscheidendsten seines Lebens werden
sollten. Die Ereignisse im Chile der 70er Jahre zwangen ihn Stellung
zu beziehen und sein Einsatz für die vom Pinochet-Regime Verfolgten
machte Helmut Frenz wurde zu einem der gefragtesten Menschenrechtler
seiner Zeit. 1974 erhielt er den Nansen-Flüchlingspreis der
Vereinten Nationen und wurde nach seiner Ausweisung aus Chile 1976
Generalsekretär der deutschen Sektion von Amnesty International.
Der Hoffnung Raum gegeben haben das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW),
das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken und der Martin-Luther-Bund
(MLB) mit ihrem ökumenischen Gottesdienst in der Münchener
Versöhnungskirche - ebenfalls am Freitag. Zu Wort kamen u.a.
Mitwirkende aus Partnerkirchen der drei Diasporawerke sowie deren
Generalsekretäre Pfarrer Enno Haaks (GAW), Monsignore Georg
Austen (Bonifatiuswerk) und Dr. Rainer Stahl (MLB). Thema des Gottesdienstes
war: "Zeig draußen, wes Geistes Kind du bist!" Dr.
Stahl betonte, dass alle christlichen Kirchen zwar in ihrer konfessionellen
Tradition verankert, aber gegenüber der immer größer
werdenden Zahl von Konfessionslosen in Deutschland als Christen
auf einem gemeinsamen Weg in die Zukunft sind: "Wer sich konfessionell
bestimmt, bestimmt sich zu aller erst als Christ!"
Wie das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW) Hoffnungsräume baut und
erhält, darüber konnten sich die Besucher des Kirchentags
am Stand des GAW auf der AGORA informieren. Gäste aus Partnerkirchen
und Mitarbeiter des GAW standen zu Gesprächen zur Verfügung
und stellten Projekte des GAW in Deutschland, in Südamerika
und (Ost-)Europa vor. Gemeinsam mit dem Bonifatiuswerk der deutschen
Katholiken und dem Martin-Luther-Bund lud das GAW in ein Diasporacafé
ein.
Das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW), das Bonifatiuswerk der deutschen
Katholiken und der Martin-Luther-Bund präsentierten sich gemeinsam
als evangelische und katholische Diasporawerke auf dem 2. Ökumenischen
Kirchentag in München.
Bildergalerie 2. Ökumenischer Kirchentag in München (12.-16.
Mai 2010)
|
| |
"Zeig draußen,
was du drinnen glaubst"
Podiumsgespräch auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München
München. Mit ökumenischen und missionarischen Herausforderungen
in der Diaspora beschäftigte sich die Veranstaltung "Zeig
draußen, was du drinnen glaubst", die das Gustav-Adolf-Werk
e.V. (GAW), das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken und der Martin-Luther-
Bund am Donnerstag auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München
veranstalteten.
Zu Gast war u.a. Dr. Günther Beckstein, Vizepräses der Synode
der Evangelischen Kirche in Deutschland. Er rief die Christen in Deutschland
zu einem Tabubruch auf: Protestanten wie Katholiken sollten endlich
auch in ihrer Alltagswelt, in der Familie, bei der Arbeit, in der
Schule, offen über ihren Glauben sprechen. Gerade in einer Situation,
in der Christen in Deutschland sich mehr und mehr in der Minderheit
wiederfänden, sei jeder einzelne gefragt. Es brauche ein authentisch
gelebtes Glaubenszeugnis eines jeden einzelnen Gläubigen, unterstrich
Beckstein.
|
|
Neben Beckstein sprachen auf dem Podium die katholische
Ordensfrau, Schwester Jordana Schmidt, der evangelische Oberkirchenrat,
Manfred Seifert aus Dessau, und der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes,
Monsignore Georg Austen. Die Diskussion leitete Maria von Welser (NDR).
Monsignore Austen forderte Freiräume des Glaubens, in denen Glaube
erfahren und erlebt werden kann. Deshalb gelte es Einrichtungen in
der Diaspora zu stärken, um Menschen mit der frohen Botschaft
zu erreichen. "Vor allem aber braucht es überzeugte Persönlichkeiten,
um die Zukunft der Kirche zu gestalten", sagte der Generalsekretär
des Bonifatiuswerkes. Das Bonifatiuswerk investiere deshalb in Menschen,
die neue Wege der Glaubensvermittlung gehen.
"Christen sind überaus bereit zur Übernahme von Verantwortung",
stellte Oberkirchenrat Seifert fest. Genau diese Eigenschaft müssten
Christen nutzen, um den Glauben weiterzutragen und sich mit Glaubensgenossen
zusammenzufinden. Seifert sieht eine besondere Verantwortung in der
Glaubensweitergabe an Kinder und Jugendliche. "Vor allem christliche
Schulen bieten eine gute Möglichkeit, draußen zu zeigen,
was man drinnen glaubt!"
Das Gustav-Adolf-Werk e.V., das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken
und der Martin-Luther-Bund präsentieren sich gemeinsam als evangelische
und katholische Diasporawerke auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag
in München. Neben der Podiumsdiskussion feierten die Diasporawerke
am Freitag einen ökumenischen Gottesdienst und luden von Donnerstag
bis Sonntag in gemeinsames Diasporacafé auf der AGORA ein.
|
| |
Zur
Situation in Kirgistan
Interview mit Alfred Eichholz, Bischof der Evangelisch-Lutherischen
Kirche in Kirgistan
Nach den Unruhen der letzten Wochen in Kirgistan
machen sich bei uns in Deutschland viele Geschwister sorgen um euch.
Alfred, vielleicht kannst du unseren Lesern etwas über die
Situation bei euch im Land berichten. Fangen wir an mit der politischen
Situation. Wie steht es um die Sicherheit im Land?
Alfred Eichholz: Es ist schon ruhiger
geworden, doch die neue Regierung braucht Zeit, um alles in den
Griff zu bekommen. Einige Probleme gibt es noch, insbesondere sind
es diese drei Punkte, die uns noch Sorge bereiten. Erstens: Es sind
noch sehr viele Menschen bewaffnet. Bei den Unruhen wurde das Innenministerium
geplündert und dadurch sind viele Waffen in die Hände
der Menschen gekommen. So kommt es immer wieder im Land zu Schießereien.
Die Übergangsregierung hat dazu aufgerufen, dass die Waffen
abgegeben werden sollen, doch bisher ist nicht einmal die Hälfte
von ihnen abgegeben. Zweitens: Das Eigentum ist nicht sicher. In
den letzten Wochen sind viele Menschen von auswärts nach Bischkek
gekommen, um den Umsturz zu unterstützen. Und die wollen jetzt
hier bleiben und erwarten, dass sie hier Land bekommen. Da sie es
offiziell nicht bekommen, gehen sie einfach auf die Felder um die
Stadt, stecken für sich Grundstücke und Felder ab und
zählen dieses Land von nun an als ihr Eigentum. Das führt
zu Schießereien mit Toten und Verletzten. Auch wurde eine
ganze Reihe Häuser angezündet. Enteignet werden mit Vorliebe
Angehörige nicht-kirgisischer Nationalitäten. Und drittens:
Der alte Präsident mobilisiert im Ausland Kräfte, die
in Kirgistan für Unruhen sorgen sollen. So gibt es auf öffentlichen
Plätzen immer wieder Agitatoren, die zu Demonstrationen aufrufen.
Vor allem diese drei Faktoren sorgen noch für Instabilität
in unserem Land.
Wie sieht es mit der Lebensmittel- und sonstigen
Warenversorgung aus?
Alfred Eichholz: In Bischkek ist die
Versorgung einigermaßen in Ordnung. Doch manches ist teurer
geworden, da die Grenzen zu den Nachbarstaaten geschlossen sind
und von dort keine Waren mehr eingeführt werden können.
Z. B. in Talass ist Mehl und Zucker knapp. Ebenso ist im Land Dieselkraftstoff
knapp. Doch hungern muss noch niemand. Mitte Mai soll zunächst
die Grenze zu Kasachstan geöffnet werden, das wird die Situation
entspannen.
Wie ist die Situation in den Gemeinden nach den
Unruhen?
Alfred Eichholz: Es gab sehr viel Sorge
und Panik, besonders als antirussische Parolen gerufen wurden. Dies
führte jedoch dazu, dass die Gemeinden zusammengerückt
sind. An manchen Orten kommen nun Leute zu Gottesdiensten, die seit
längerem nicht mehr da waren. Doch nun denken doch viele Nicht-Kirgisen,
dass es jetzt Zeit ist, Kirgistan zu verlassen, da sie kein Vertrauen
in die Sicherheit haben. Das würde die Gemeinden sehr stark
schwächen, da ein großer Teil der Gemeindeglieder nicht
Kirgisen sind. Durch die Unruhen sind weder Gemeinden noch ihre
Glieder zu Schaden gekommen. Wir sind sehr dankbar für alle
Gebete, da wir alle bewahrt wurden.
Wie geht es den Gemeinden im Süden des Landes?
Alfred Eichholz: Im Süden unterstützen
immer noch viele Menschen den alten Präsidenten Bakijew. Viele
von ihnen sind bewaffnet, weil Bakijew auf der Flucht viele Waffen
verteilt hat. Die Islamisten betreiben Agitation, der Süden
möge sich von Kirgistan abspalten und eine eigene islamische
Republik gründen. Es besteht immer noch die Gefahr eines Bürgerkrieges,
da die Bevölkerung in diesem Punkt gespalten ist. Die Gemeinden
haben Angst, wissen nicht, was mit ihnen wird. Oft wird die einzige
Straße nach Süden (über die Gebirgspässe) gesperrt,
die Gemeinden können nicht erreicht werden. Die Kinder der
russischen Bevölkerungsgruppe gehen nicht zur Schule, auch
die Gemeindekinder. Die Eltern haben Angst. Doch bisher gibt es
in der Öffentlichkeit keine feindlichen Aktionen. Wenn es aber
zum Konflikt kommt, müssen die Europäer aufpassen.
Noch eine letzte Frage: Wie, denkst du, wird die
neue Regierung mit der Religionsfreiheit umgehen? Die alte Regierung
hat sie ja mit einem neuen Gesetz sehr beschnitten.
Alfred Eichholz: Die Übergangsregierung
hat öffentlich kundgetan, dass alle Gesetze, die antidemokratisch
waren, überarbeitet und auf den Stand von 1996/97 zurückgeführt
werden sollen. Da gab es noch Religionsfreiheit. Man kann nur hoffen,
dass das auch so kommt.
Das Interview führte Eduard Lippert von der
Kirchlichen Gemeinschaft der Evangelisch-Lutherischen Deutschen
aus Russland e.V. (Bad Soden).
aus: Rundbrief der Kirchlichen Gemeinschaft der Evangelisch-Lutherischen
Deutschen aus Russland e.V. 3/2010
|
| Sparzwang in Evangelisch-Lutherischen
Kirche Lettland (ELKL)
Lettland ist von der Wirtschafts- und Finanzkrise besonders schwer
betroffen. In der lutherischen Kirche haben die Sparzwänge
zu erheblichen Einschnitten geführt. So hat der Oberkirchenrat
der ELKL für den Haushalt 2010 einen Kürzung um 45% durchsetzen
müssen verbunden mit einer Reduzierung von Mitarbeiterstellen.
In der Pfarrerschaft gab es Widerstände, auch wenn das Vergütungssystem
für Pfarrer, das auf den Beiträgen der Kirchengemeinden
und Darlehen von Partnerkirchen beruht, vorerst fortgesetzt werden
soll. Wahrscheinlich werden sich die Kirchengemeinden in Zukunft
stärker an der Besoldung ihrer Pfarrer beteiligen müssen.
In allen Propsteien sollen Konferenzen stattfinden, um die Gemeindemitglieder
und Synodalen über die neu entstandene Situation zu informieren.
Unsere Partnerkirche in Lettland steht vor schwierigen Entscheidungen
und es ist nicht klar, wohin der Weg führen wird.
|
|
Kirche in Arrasch
|
|
Brief aus Sofia
Sehr geduldig können Bulgaren sein. Viele sind arm. Auch die
deutsche evangelische Gemeinde in Sofia muss mit bescheidenen Mitteln
zurechtkommen. Martin Zamel, 63, ist Pfarrer im Ruhestand. Ehrenamtlich
ist er EKD-Beauftragter und Pastor der Deutschsprachigen Evang.-Luth.
Gemeinde im bulgarischen Sofia. www.evkirchesofia.org.
(Link zur Kirche) In Chrismon schreibt er einen "Brief aus
Sofia". http://www.ekd.de/aktuell/70207.html
(Link zum Brief)
Präsident der Lutherischen Kirche
in Chile zu Gast im GAW
Am 28. April besuchte Jürgen Leibbrandt, der Präsident
der Lutherischen Kirche in Chile (ILCH), die Zentrale des GAW. Er
sprach mit dem Generalsekretär des GAW, Pfarrer Enno Haaks,
u.a. über die Beseitigung der Erdbebenschäden in in seiner
Kirche. Besonders stark hat das Kirchengebäude der ILCH in
Valparaíso gelitten. Der an ihm entstandene Schaden beträgt
37 000 Euro. Ebenfalls schwer beschädigt ist das Altenheim
der Kirche in Santiago de Chile und die Erlöserkirche ebenfalls
in Santiago de Chile. In der chilenischen Stadt Los Angeles, die
nahe dem Epizentrum des Bebens liegt, muss der Kirchturm der lutherischen
Kirche wieder aufgebaut werden.
Der Gesamtschaden, den das Beben in beiden lutherischen Kirchen,
der Lutherischen Kirche in Chile (ILCH) und der Evangelisch-Lutherischen
Kirche in Chile (IELCH) verursacht hat, beträgt rund 100 000
Euro. Leibbrandt, ein Streiter für die Versöhnung beider
seit den 1970er Jahren getrennten Kirchen, berichtet von einer Welle
der Solidarität zwischen den Gemeinden. So hat die Gemeinde
der ILCH in Los Angeles kurz nach dem Beben einen Hilfstransport
für die wesentlich stärker betroffenen Gemeinden der IELCH
in Concepción und Umgebung organisiert.
Jürgen Leibbrandt begleitet das Amt des Präsidenten der
ILCH seit dem vergangenen Jahr. Er arbeitet für eine große
staatliche Kupfermine und leitet als Präsident der ILCH ehrenamtlich
die Verwaltung dieser Kirche. Der geistliche Leiter der ILCH ist
Bischof Rolando Holtz.
|
|
Jürgen Leibbrandt
|
| XX. Synode der Evangelisch-Lutherischen
Kirche in Italien tagte
Vom 30. April bis zum 4. Mai 2010 tagte in Verona die XX. Synode
der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien (ELKI). Im Mittelpunkt
der Sitzung standen vor allem die Wahlen des Dekans und Vizedekans
sowie die Diskussion über die Segnung von Lebenspartnerschaften
und die Präsentation des neuen zweisprachigen Gesangbuches.
|
|
|
| 100 Jahre Obra Gustavo Adolfo in
Brasilien
Das brasilianische GAW, die Obra Gustavo Adolfo (OGA), feiert in
diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Während des gesamten
Jahres wird es Veranstaltungen in den Gemeinden der Evangelischen
Kirche Lutherischen Bekenntnisses (EKLBB) anlässlich dieses
Jubiläums geben. Am 18. Juli wird in der Gemeinde Hamburgo
Velho in der Stadt Novo Hamburgo der zentrale Festgottesdienst stattfinden.
Das GAW hat anlässlich dieses Jubiläums eine Informationstafel
über seinen brasilianischen Partner anfertigen lassen, die
im Museum in der Gustav-Adolf-Stadt Lützen ihren Platz finden
wird. Sie wird aufgehängt neben den Informationstafeln zur
Arbeit des GAW und wurde am 23. April 2010 vom Generalsekretär
des GAW, Pfarrer Enno Haaks, an den Bürgermeister der Stadt
Lützen und Museumsleiter MdB Maik Reichel übergeben.
|
|

Maik Reichel zeigt, wo die Tafel aufgehängt
wird.
|
| Vizepräsident der Evangelischen
Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien überraschend verstorben
Pfarrer Homero Severo Pinto, 1. Vizepräsident der Evangelischen
Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (EKLBB), ist am 23.
April 2010 im Alter von nur 58 Jahren unerwartet verstorben. Auf
einer Reise nach Mosambique hatte er sich mit Malaria infiziert
und ist den Folgen dieser Krankheit nach einem Krankenhausaufenthalt
in Porto Alegre (Brasilien) erlegen.
Homero Severo Pinto galt als ein möglicher Kandidat für
die Nachfolge Walter Altmanns als Präsident der Evangelischen
Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien. Im Oktober dieses
Jahres finden die Präsidentschaftswahlen in der EKLBB statt.
Altmann zeigt sich tief betroffen vom Tode Homero Severo Pintos:
Der Tod von Pastor Homero Pinto hat uns tief erschüttert.
Er wird uns sehr fehlen mit seinem Rat, mit seiner Freundschaft
und seiner Kollegialität. Für viele Menschen war er ein
Hoffnungsträger für die Zukunft unserer Kirche.
Erschüttert vom Tode Homero Severo Pintos ist auch das Gustav-Adolf-Werk
e.V. (GAW), das schon seit vielen Jahren eng und vertrauensvoll
mit der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien
zusammenarbeitet. Der Präsident des GAW, Dr. Wilhelm Hüffmeier,
und Generalsekretär Pfarrer Enno Haaks sprachen der Kirche
und der Familie Homero Pintos ihr tief empfundenes Beileid aus.
Pinto war ein Student Hüffmeiers, als dieser in den 1980er
Jahren an der Theologischen Hochschule in Sao Leopoldo lehrte. Im
Februar diesen Jahres hatte Homero Severo Pinto den 100. Stipendiaten
des GAW, Paulo Jahnke, der im Jahre 2005 an der Theologischen Fakultät
der Universität Leipzig Theologie studiert hatte, in Quilombo
(Rio Grande do Sul) als Pastor ordiniert.
|
|

Pfarrer Homero Severo Pinto
|
|
|
Bundesverdienstmedaille für Barbara Neumann
Die ehemalige Leiterin der Frauenarbeit in Berlin-Brandenburg,
Barbara Neumann, wurde am 23. April mit der Verdienstmedaille des
Bundesverdienstordens ausgezeichnet. Gewürdigt wird damit ihr
Engagement für Frauen in der Diaspora.
Kirche in Odessa eingeweiht
Die evangelische St. Pauls Kirche in Odessa (Ukraine) ist am
17. April 2010 nach viereinhalbjähriger Bauzeit wieder eingeweiht
worden. Den Wiederaufbau der 1976 völlig ausgebrannten Kathedrale
hat das GAW viele Jahre mit unterstützt. Die Kirche war 1897
für die deutsche lutherische Minderheit in Odessa gebaut worden.
Damals wurden rund 270.000 Deutsche im Schwarzmeergebiet gezählt,
deren Vorfahren einst durch die Einladung der russischen Zarin Katharina
II. ans Schwarze Meer gekommen waren. Neben der Kirche entstand
mit dem Neubau des "Deutschen Zentrums St. Paul" ein Ort
der Begegnung für Ausstellungen, Konzerte und Gemeindeabende.
Die Gemeinde gehört zur Deutschen Evangelisch-Lutherische Kirche
in der Ukraine (DELKU), zu der rund 40 Gemeinden mit 4.000 Gemeindegliedern
zählen. Uland Spahlinger, Bischof der DELKU, möchte mit
der Wiedereröffnung der Kirche auch das kirchlichen Leben wieder
beleben.
Chile: Wochen nach dem
Erdbeben
Ein Brief aus Chile / Maria Soledad Puebla berichtet aus dem
Kindergarten "El Sembrador"
Nach dem verheerenden Erdbeben am 27. Februar 2010 in Chile sind
Wochen vergangen. Die Schäden sind nach wie vor immens. Eine
Rückkehr zur Normalität gelingt nur langsam. Die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der Partnerkirchen des GAW müssen mit den materiellen
und den psychologischen Folgen des Bebens zurechtkommen. Maria Soledad
Puebla, die das diakonische Zentrum "El Sembrador" der
Evangelisch-Lutherischen Kirche in Chile in Santiago leitet, berichtet
uns Folgendes:
"Der Kindergarten in El Sembrador arbeitet mit 135 Kindern
im Vorschulbereich relativ normal nach dem Erdbeben. Auch die 80
Jugendlichen in der Gemeinwesenarbeit kommen wieder. Allerdings
ist an eine völlig normale Arbeit nicht zu denken, denn die
neuen Säle können noch nicht gebaut werden. Der Grund
dafür ist einfach: Nach dem Erdbeben mit dem Tsunami gingen
die Baumaterialien aus. Die Baustofffirmen kollabierten. Wir warten
darauf, dass sich diese Sache bald regeln möge.
Niemand versteht zzt., dass viele Hilfslieferungen aus dem Ausland
noch nicht angekommen sind, denn es gibt immer noch Orte in der
6.,7. und 8. Region, die noch keine Unterstützung erhalten
haben, weder Nahrungsmittelhilfen noch Media Aguas (Anm.: Media
Aguas sind notdürftig errichtete kleine Holzhütten, wie
sie in den Armenvierteln Chiles zu finden sind). Am Schlimmsten
sind dabei die Alten betroffen, die nach einem arbeitsreichen Leben
praktisch nichts mehr haben.
In Dichato gab es eine Familie, die nach dem Tsunami verzweifelt
ihr sechs Monate altes Baby suchte und nicht fand. Allerdings war
der Leichnam des Kleinen schon seit einem Monat im Leichenschauhaus,
aber niemand hatte das weitergesagt.
Den Kindern in unserem Zentrum geht es nach dieser Katastrophe entsprechend
schlimm bei den Zuständen in den Familien, wo es viele Alleinerziehende
gibt und oft die Straße der Ort ist, wo die Kinder aufwachsen
müssen mit all den Bedrohungen durch Alkohol, Gewalt, Drogenkonsum,
Verlassenheit und Armut.
Unsere Aufgabe ist es nun einmal mehr, diesen Kindern zur Seite
zu stehen, Orientierung anzubieten und den Familien zu helfen bei
dem, was sie verloren haben, denn auch in Santiago ist viel kaputt
gegangen.
Zusätzlich versuchen wir auch den Menschen in der Caleta lo
Rojas in Coronel zu helfen, wo 80% der Stadt quasi zerstört
ist. Wir sammeln Kleider, Lebensmittelpakete usw. Nach dem 1. Mai
wollen wir dann das Gesammelte dort direkt abgeben. Unsere lutherische
Gemeinde in Coronel wird uns dabei helfen."
|
|
Barbara Neumann und
Dr. Wilhelm Hüffmeier
|
| |
|
|
GAW bestürzt über den Tod von
Bischof Mieczyslaw Cieslar
Innerhalb weniger Tage kommen zwei ranghohe Vertreter der
polnischen Lutheraner tragisch ums Leben.
Leipzig. Bestürzt hat das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW) auf
die Nachricht vom Tod des Bischofs der Diözese Warschau der
Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Mieczyslaw Cieslar,
reagiert.
Pfarrer Enno Haaks, Generalsekretär des GAW, hat dem Leitenden
Bischof der Kirche, Jerzy Samiec, sein tiefempfundenes Beileid ausgesprochen:
"Be- und getroffen von dem weiteren großen Verlust, den
die lutherische Kirche nach dem tragischen Tod von Militärdekan
Adam Pilch erleiden muss, sind wir Ihnen verbunden in Trauer und
Schmerz."
Mieczyslaw Cieslar, der zweithöchste Vertreter der Evangelisch-Augsburgischen
Kirche in Polen, verunglückte am Sonntagabend tödlich
bei einem Autounfall auf dem Rückweg von der Trauerfeier für
den polnischen Präsidenten Lech Kaczynski, der am 10. April
2010 beim Flugzeugabsturz um Leben gekommen war.
Bei diesem Flugzeugabsturz war bereits der Leitende Militärseelsorger
der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Adam Pilch, gestorben.
Mieczyslaw Cieslar hatte am kommenden Samstag die Beerdigung Adam
Pilchs leiten sollen. Die Beisetzung Cieslars wird voraussichtlich
am Freitag stattfinden.
Die Evangelisch-Augsburgische Kirche in Polen ist eine der beiden
Partnerkirchen des Gustav-Adolf-Werks e.V. (GAW) in Polen.
|

Bischof Mieczyslaw Cieslar
|
| |
|
Evangelischer
Militärpfarrer unter den Opfern des Flugzeugabsturzes bei Katyn
Unter den Opfern des tragischen Flugzeugabsturzes
der polnischen Präsidentenmaschine am 10. April 2010 war auch
der evangelische Militärpfarrer Adam Pilch. Er sollte als Leiter
der Militärseelsorge der Evangelisch-Augsburgischen Kirche an
einem ökumenischen Gottesdienst teilnehmen, der anlässlich
des 70. Jahrestags des Massakers an polnischen Offizieren in Katyn
stattfinden sollte. Insgesamt verstarben bei dem Flugzeugunglück
vier Geistliche: katholischer Militärbischof Bischof Tadeusz
Ploski und Militärdekan Jan Osinski, orthodoxer Militär-Erzbischof
Miron Chodakowski und Leiter der evangelischer Militärseelsorge
Adam Pilch.
Adam Pilch wurde 1965 in Wisla geboren und wirkte seit 1995 als Pfarrer
der evangelischen Kirche Mariä Himmelfahrt in Warschau. Im gleichen
Jahr begann seine Arbeit in der evangelischen Militärseelsorge.
Er hinterlässt seine Frau und eine Tochter. |

Adam Pilch/Foto: Wojciech Paszkiewicz
|
| |
|
|
|
40 Jahre evangelischer
Schule "Gezú di Nazareth" in Santa Maria la Bruna, Italien
Die evangelische Schule "Gezú di Nazareth" (Neapel, Italien)
feierte am 10. April 2010 ihr 40-jähriges Bestehen. Zu den Feierlichkeiten
war auch Pfarrer Enno Haaks, Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werks
e.V. (GAW) eingeladen. Zusammen mit dem Konsitorium der Evangelisch-Lutherischen
Kirche in Italien (ELKI) unter Leitung von Dekan Holger Milkau nahm er
am Festakt teil.
Die Schule "Gesú di Nazareth" ist das einzige sozial-diakonische
Projekt der ELKI und wird von der einzigen italienischen Gemeinde dieser
Kirche, Torre Annunciata, getragen. Seit vielen Jahren fördert das
Gustav-Adolf-Werk diese Schule, die es nicht leicht hat, zu überleben.
Der engagierte Schulleiter, Pfarrer Paolo Poggioli, erzählte aus
den Anfängen der Schule, die auf Initiative seines Vaters gegründet
worden ist.
Im Süden Italiens mit hoher Arbeitslosigkeit, der Camorra und anderen
Problemen ist es schwer, zu wachsen und ein stabiles Gemeindeleben zu
entwickeln. Junge Leute ziehen weg, da sie keine Arbeit finden.
Für ihr hohes sozialdiakonisches Engagement genießt die Gemeinde
eine große Akzeptanz in der Kommune. In der Woche öffnet ein
Kirchenvorsteher die Gemeinderäume, um älteren Leuten der Umgebung
eine Gelegenheit zu geben, sich zu treffen. Solche Räume gibt es
nicht viele in der Umgebung. Hier wird getanzt, Karten und Bingo gespielt,
geredet und Zeit miteinander verbracht.
|
|

Jubiläumsfeier in der evangelischen Schule
Gezú di Nazareth"/ Foto: Enno Haaks |
Abends leitet ein engagiertes Gemeindemitglied
ein Theaterprojekt für Jugendliche. Viele erfahren erst hier, was in
ihnen steckt. Sie lernen zu sprechen, sich auszudrücken und selbstbewusst
aufzutreten.
"Die Kinder, die wir hier gewinnen gehen der Camorra verloren",
sagt stolz Pfarrer Paolo Poggioli.
Die ELKI, die diese Arbeit unterstützt, kann stolz auf diese kleine
italienische Gemeinde lutherischer Prägung in Torre Annunciata sein,
denn sie hilft ihr, sich in der Gesellschaft zu verorten und sich mit Kultur,
Sprache, sozialen Problemen auseinanderzusetzen. |
| |
Lutherischer
Bischof in Kirgisistan: "Gott sei Dank ist unseren Leuten nichts passiert"
Volksaufstand in Kirgisistan / Partnerkirche des Gustav-Adolf-Werks e.V.
meldet sich aus dem Krisengebiet

Anlässlich des blutigen Volksaufstandes in Kirgisistan hat sich Alfred
Eichholz, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kirgisistan (ELKK),
beim Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW) gemeldet und versichert, dass bisher keine
Mitglieder und Gebäude dieser Kirche in Mitleidenschaft gezogen worden
sind. "Ich habe heute mit allen unseren Predigern telefoniert und habe
mich erkundigt. Gott sei Dank ist unseren Leuten nichts passiert."
Eine geplante Besuchsreise zu Gemeinden im Süden Kirgisistans musste
Bischof Eichholz allerdings absagen, da die Lage im Land zu angespannt und
eine Reise zu gefährlich wäre. Eichholz: "Solche blutigen
Kämpfe können nicht ohne Folgen blei-ben. Mit großer Wahrscheinlichkeit
wird es einen Machtwechsel geben. Was das für uns Lutheraner in Kirgisistan
bedeutet, wissen wir nicht."
Das Luthertum in Kirgisistan hat eine über 100-jährige Geschichte.
Aufgrund des 2008 novellierten Religionsgesetzes befürchtet die Kirche,
dass die Religionsfreiheit eingeschränkt und der Gemeindeaufbau immer
mehr erschwert wird. Eichholz betont, dass die kleine lutherische Kirche
einen wichtigen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben im überwiegend
muslimisch geprägten Kirgisistan leistet: "Unsere Kirche hält
in vieler Hinsicht Dienste bereit, die über die Kirche hinaus der sozial
und wirtschaftlich stagnierenden Gesellschaft dienen."
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Kirgisistan (ELKK) ist eine Regionalkirche
der Evangelisch- Lutherischen Kirche in Russland und anderen Staaten (ELKRAS)
und Partnerkirche des Gustav-Adolf-Werks e.V. Die ELKK hat insgesamt 16
Ge-meinden mit rund 2 000 Mitgliedern und Unterstützern und geht auf
die zahlreichen Russlanddeutschen zurück, die während des Zweiten
Weltkrieges nach Kirigisistan umgesiedelt wurden. Insgesamt gehören
ein Fünftel der Bevölkerung Kirgisistans christlichen Kirchen,
vor allem der Russisch-Orthodoxen Kirche, an. Die überwiegende Mehrheit
der 5,2 Millionen Einwohner sind Muslime. |
| |
| GAW und Evangelische
Kirche der Böhmischen Brüder auf der Leipziger Buchmesse
Am 19. März 2010 stellte der Pfarrer und Autor Jirí Josef
Otter (Tschechien) auf der Leipziger Buchmesse sein Buch Hinter
Gitter und Stacheldraht - auch ein wenig anders vor, in dem er von
seinem Schicksal als Zwangsarbeiter erzählt. Seine bewegenden Erinnerungen
aus den Jahren 1944 und 1945 stießen auf großes Interesse
beim Publikum. Das ist heute auch ein ganz besonderer Tag für
mich, so Otter nach der Lesung. Zehn Bücher hat er handsigniert.
Bestellungen für solch ein handsigniertes Exemplar: Tel: 0341/490
62 13
verlag@gustav-adolf-werk.de
für 5 €.
|
|

Autor Jirí Josef Otter
|
| |
|
| Zentrale besucht evangelische
Schulen in Mecklenburg-Vorpommern
Vom 8. bis 11. März 2010 besuchten der Generalsekretär des
Gustav-Adolf-Werks, Pfarrer Enno Haaks, und der Mitarbeiter für Kinder-
und Jugendarbeit, Thomas Ott, evangelische Schulen in Mecklenburg-Vorpommern,
darunter in Neubrandenburg, Langhagen, Waren und Bad Doberan. Diese Schulen
sind oder waren Projekte, die mit dem Programm Innerdeutsche Diaspora
vom GAW unterstützt werden oder wurden. Ziel dieser Besuchsreise
ist es, die Projektpartner vor Ort kennenzulernen und die Arbeit des GAW
in anderen Ländern vorzustellen. Pfarrer Haaks, der neun Jahre im
Auslandsdienst der EKD in Chile tätig war, kann viel davon erzählen,
und ganz aktuell auch von der Lage der Erdbebenopfer berichten.
Begleitet werden sie von Magdalene Hartig, der Vorsitzenden der Hauptgruppe
Mecklenburg. Des Weiteren stehen Gespräche, Andachten und Gemeindeabende
mit Kirchenvertretern, Pfarrern und Eltern an. Das GAW unterstützt
seit 2000 den Auf- und Ausbau von 22 evangelischen Schulen und zwei Kindergärten
in Deutschland.
|

Besuch in der Benjamin-Schule in Remplin - Pfarrer
Enno Haaks befestigt das Schild "Gefördert durch das Gustav-Adolf-Werk" |
| |
|
|
Verabschiedung
von Antje Schröcke aus der Zentrale des GAW
Am 7. Februar 2010 wurde Pfarrerin Antje Schröcke mit einem Gottesdienst
in der Zentrale des Gustav-Adolf-Werks aus ihrem Dienst verabschiedet.
Sie verlässt die Frauenarbeit im GAW zum 1. März 2010, um in
der Niederlausitz als Seelsorgerin in den von Abbaggerung bedrohten Dörfern
zu wirken.
Antje Schröcke hat seit 2000 im GAW gearbeitet und den Erneuerungsprozess
der Frauenarbeit ideenreich mitgetragen und -gestaltet.
Ihr besonderes Augenmerk galt der Geschlechtergerechtigkeit, der Stärkung
der Frauen und des Frauenbewusstseins in den Partnerkirchen und im Werk
selbst. Wichtig waren ihr ein wirklicher, auch theologischer Austausch
mit Projektpartnerinnen und -partnern sowie auf Gegenseitigkeit beruhende
Beziehungen.
Als Ansprechpartnerin für die Frauenarbeit steht weiterhin die ehrenamtliche
Leiterin der Frauenarbeit im GAW, Vera Gast-Kellert zur Verfügung.
In der GAW-Zentrale wird der Arbeitsbereich während der Vakanzzeit
von der Verwaltungsleiterin Beate Groß betreut.
|
|
 |
| |
|
Neues Leitbild betont
die Stärkung der Frauen in Kirchen
Frauenarbeit im Gustav-Adolf-Werk stellt Weichen
Vom
5. bis zum 7. Februar 2010 fand in Leipzig die Jahrestagung der bundesweit
tätigen Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit im Gustav-Adolf-Werk
(GAW) statt. Die Vertreterinnen der 17 Frauenarbeitsgruppen in den Landeskirchen
berieten über die Konzeption und das Leitbild der Frauenarbeit des
GAW im Rahmen des gesamten Gustav-Adolf-Werks sowie im Rahmen der evangelischen
Frauenarbeit. Die Leiterin der Evangelischen Frauen in Deutschland e.V.,
Dr. Beate Blatz, nahm ebenfalls an der Tagung teil.
Die Frauenarbeit im GAW blickt 2011 auf eine 160-jährige Geschichte
und 125 Jahre Projektarbeit zurück. Die ersten Sammlungen waren für
Konfirmandenanstalten, für Witwen und
Waisen, für Unterstützung von Lehrern in der Diaspora vorgesehen.
Der Schwerpunkt der Jahresprojekte hat sich in den vergangenen Jahren
zunehmend auf die Stärkung der Position der Frauen in Kirche und
Gesellschaft verschoben.
Im neu formulierten Leitbild betonen die Leiterinnen der Frauengruppen,
dass die Frauenarbeit die Orientierung an der Genderfrage in die Arbeit
des Gustav-Adolf-Werkes einbringt: "Wir nehmen in den Kirchen und
Gemeinden, die dem Gustav-Adolf-Werk verbunden sind, besonders die Situation
der Frauen wahr ... Besonders unterstützen wir sozialdiakonische
Projekte, Aus- und Weiterbildung von Frauen, Einkommen schaffende Maßnahmen
für Frauen und Hilfsprojekte für Kinder und alte Menschen."
2009 wurden beispielhafte Projekte in europäischen evangelischen
Kirchen gefördert, die Integration und Unterstützung von Migrantinnen
und Migranten zum Ziel haben.
Mit dem Jahresprojekt 2010 "Gerechtigkeit erhöht ein Volk"
sammelt die Frauenarbeit für sozialdiakonische Projekte der lutherischen
Kirchen in Chile, Bolivien und Uruguay. In Bolivien wird mit Hilfe der
GAW-Frauenarbeit ein Buch mit Lebens- und Glaubensgeschichten von indigenen
Frauen herausgegeben. Diese sollen die Frauen in der Kirche und der ganzen
Gesellschaft ermutigen.
Leitbild
|
| |
Neuer Generalsekretär
des Gustav-Adolf-Werks eingeführt
Enno Haaks ruft auf zu Offenheit, Verständnis und Geschwisterlichkeit
In einem festlichen Gottesdienst wurde Pfarrer Enno Haaks am Freitag,
den 29. Januar 2010, in der Leipziger Reformierten Kirche in sein Amt
als Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werks eingeführt.
In seiner Predigt rief er zu Offenheit und Verständnis gegenüber
Menschen anderer Kultur und Prägung auf: "Wir brauchen Ohren,
die hören und Augen, die sehen. Vor allen Dingen, wenn wir uns wie
in der Diasporaarbeit auf Menschen anderer Herkunft, anderer Traditionen,
anderer Kulturen und anderer Sprachen einlassen. Das ist nicht immer einfach.
Gut ist es, Schwestern und Brüder zu haben, die teilen, die sehen
und hören, die angetrieben sind von IHM, dem HERRN des Lebens, der
uns in aller Unterschiedlichkeit geschaffen hat, dass wir aufeinander
achten, miteinander leben, einander sehen und hören - und einander
Gutes tun."
Verabschiedet wurde in diesem Gottesdienst Pfarrer Hans Schmidt, der
15 Jahre die Zentrale des GAW in Leipzig leitete, zunächst als stellvertretender
Generalsekretär und ab 2005 als Generalsekretär. Desweiteren
wurden sieben ehrenamtliche Mitarbeiter des GAW für ihr Engagement
geehrt:
|
|

Pfarrer Hans Schmidt und Pfarrer Enno Haaks
weitere Bilder hier
|
|
Siglinde Enzmann (Frauenarbeit des GAW Anhalt), Dorothea Gertig (Frauenarbeit
des GAW Kurhessen-Waldeck), Horst Sievers (GAW Kirchenprovinz Sachsen)
sowie Eckehard Leo, Georg-Dieter Wiesner und Hans-Günter Vogelsang
(alle drei GAW Hessen und Nassau).
Am Gottesdienst nahmen u.a. zahlreiche Vertreter aus den Partnerkirchen
des GAW teil: Mindaugas Sabutis, Litauen, Jerzy Samiec, Polen, Alfred
Eichholz, Kirgisistan, László Fazekas und Milo Klátik,
Slowakei, Geza Ernia, Slowenien, Sándor Zán Fábián,
Ukraine, Joel Ruml, Tschechien, sowie weitere Kirchenvertreter aus Brasilien,
Frankreich, Griechenland, Estland, Italien, Österreich, Russland,
Ungarn und der Schweiz.
Die Kollekte dieses Gottesdienstes in Höhe von 1.169,92 Euro kommt
dem Bau der Kirche in Bucaramanga (Kolumbien) zugute. Der evangelische
Pfarrer von Bucaramanga Pfarrer Israel Martinez kümmert sich um Bürgerkriegsflüchtlinge
in seiner Stadt und umliegenden Orten. Wir bedanken uns bei allen, die
mit ihrer Kollekte diese Arbeit unterstützt haben!
dj
|
| |
| IFPLA-Studenten
in Deutschland
Der
traditionelle landeskundliche Deutschlandaufenthalt für zehn künftige
DeutschlehrerInnen aus Brasilien findet in diesem Jahr vom 3. Januar bis
zum 22. Februar 2010 statt. Mit Unterstützung des Gustav-Adolf-Werks
absolvierten sie als Erstes einen zweiwöchigen Sprachkurs beim InterDaF
e.V. am Herderinstitut der Universität Leipzig. Neben einem breit
angelegten Sprachkurs beinhaltete das Programm in Leipzig unter anderem
Hospitationen an verschiedenen Schulen, kulturelle Erlebnisse, eine Stadtrundfahrt
sowie Exkursionen.
Seit dem 16. Januar ist die Gruppe in verschiedenen Bundesländern
unterwegs, besucht Berlin, Bremen, Wetzlar und Hunsrück.
Die zehn Lehramtsstudenten für das Fach Deutsch am Instituto de
Formação de Professores de Língua Alemã (IFPLA)
der Unisinos-Universität in São Leopoldo sind die Besten ihres
Jahrgangs. Sie kommen jeweils am Ende des dritten Studienjahres für
rund acht Wochen nach Deutschland. Der Besuch ist für sie ein äußerst
wichtiger Teil der Ausbildung. Sie können ihre deutschen Sprachkenntnisse
auf hohem Niveau vertiefen und zusätzlich das Land erleben, deren
Sprache sie unterrichten werden. Für die meisten ist es ihr erster
Aufenthalt in Deutschland und bringt wichtige Korrekturen ihres Deutschlandbildes
mit sich.
Das Gustav-Adolf-Werk fördert diesen landeskundlichen Aufenthalt
seit über 15 Jahren. Ein Großteil der Lehramtsstudenten für
das Fach Deutsch stammt aus Familien, die Mitglieder der brasilianischen
Partnerkirche des GAW, der Evangelischen Kirche des Lutherischen Bekenntnisses
in Brasilien sind.
|
| |
| Neuer Leitender Bischof
für Polens Lutheraner eingeführt
Pfarrer Jerzy Samiec wurde am 6. Januar 2010 in das Amt des Leitenden
Bischofs der Evangelisch-Augsburgischen Kirche eingeführt. Am Festgottesdienst
in der Evangelischen Trinitatiskirche in Warschau nahmen rund 700 Menschen
teil. Samiecs Vorgänger Janusz Jagucki übergab das Bischofskreuz.
Bei der Einführung wirkten außerdem der Generalbischof der
Evangelischen Kirche A.B. in der Slowakei Milo Klátik sowie
der Bischof der Pommerschen Evangelischen Kirche Hans-Jürgen Abromeit
mit. Zudem überbrachte der Präsident des Europäischen Parlaments
Jerzy Buzek seine Grüße.
Jerzy Samiec war am 17. Oktober 2009 von der Synode der Evangelisch-Augsburgischen
Kirche in Polen mit 38 von 63 Stimmen als Leitender Bischof und Nachfolger
von Janusz Jagucki gewählt worden. Jaguckis Amtszeit war im Frühjahr
2009 per Synodalbeschluss gekürzt worden aufgrund seiner langjährigen
Kontakte zum staatlichen Sicherheitsdienst im kommunistisch regierten
Polen.
dj
|
|

Bischof Jerzy Samiec |
| |
|
Archivberichte zum Erdbeben
in Chile
Informationen und Berichte
|
| |
|
Anlässlich der Leipziger Buchmesse, die
vom 18.-21. März 2010 stattfindet, laden das Gustav-Adolf-Werk e.V.
und die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder ein zu Lesung
und Gespräch mit Jirí Otter und Gerhard Frey-Reininghaus (beide
Prag):
Termin und Ort:
Freitag, 19. März 2010 um 14 Uhr auf dem Leipziger Messegelände
Halle 3 Leseinsel Religion.
"Hinter Gitter und Stacheldraht"
Ein tschechischer Zwangsarbeiter erinnert sich - Lesung und Gespräch
Der Tscheche Jirí Otter war Mitte Zwanzig als er mit Mutter und
Vater von der Gestapo verhaftet wurde. Der Vorwurf: das Hören feindlicher
Radiosender. Otter wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt und als Zwangsarbeiter
in einem Konzentrationslager in Bayern festgehalten. Vor allem zwei Dinge
halfen ihm beim Überleben: couragierte Deutsche, die ihm Essen zusteckten
und seine Briefe nach Hause aus der Fabrik schmuggelten. Und: sein fester
Glaube an Gott. Er ließ sich eine Bibel ins Lager schmuggeln, hielt
als evangelischer Diakon u.a. Andachten für seine Mithäftlinge
und etablierte eine Sonntagsschule. Seine selbstgewählte illegale
Tätigkeit quasi als Seelsorger für seine Mithäftlinge lässt
ihn die Haftzeit als "auch ein wenig anders" erleben. So der
Titel seines Buches: "Hinter Gitter und Stacheldraht - auch ein wenig
anders". Eine spannende Lektüre, die zugleich hilft, das deutsch-tschechische
Verhältnis durch persönliche Erinnerungen zu entspannen. Jirí
Otter liest aus seinem Buch, das 2009 im Kalich Verlag in Prag erschien
und u.a. über das Gustav-Adolf-Werk e.V. (Pistorisstraße 6,
04229 Leipzig, Tel: 03417490 62 13, verlag@gustav-adolf-werk.de) zu beziehen
ist.
Jirí Josef Otter: Hinter Gitter und Stacheldraht - auch ein wenig
anders, Prag 2009, 116 S., ISBN 978-80-7017-117-2, € 5
Der Stand des GAW auf der Leipziger Buchmesse befindet sich ebenfalls
in Messehalle 3 neben der Leseinsel Religion Stand A209.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
|
| |