Archiv-Nachrichten aus dem GAW und seinen Partnerkirchen

 

 

400 Jahre Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei

(05.07.2010) Unter der Schirmherrschaft des slowakischen Präsidenten Ivan Gašparovic beging die Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei vom 29. Juni bis 5. Juli 2010 ihr 400. Gründungsjubiläum. Mit wissenschaftlichen Vorträgen, verschiedenen Gottesdiensten und Konzerten, mit Diskussionsforen, Ausstellungen sowie einem bunten Programm auf den 2. Evangelischen Kirchentagen erinnerten sich die Mitglieder der Kirche und zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland an die lange Geschichte der Kirche.
Die Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei wurde auf der Synode von Žilina (28.-30. März 1610) gegründet.
Die Feiern zum Gründungsjubiläum fanden in enger Zusammenarbeit mit der Stadt und der gesamten Region Žilina statt.

 

Vom 29. Juni bis 5. Juli beging die Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei ihr 400. Gründungsjubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen und Gästen aus dem In- und Ausland.

Foto: Enno Haaks

 

GAW unterstützte evangelische Fakultät in Sibiu (Rumänien) mit 67.000 Euro

Mit 67.000 Euro hat das GAW in den Jahren 2004 bis 2007 die Sanierung das Gebäudes des Evangelisch-Theologischen Fakultät in Sibiu (Rumänien) unterstützt. Pfarrer Enno Haaks überreichte Dr. Stefan Tobler, Professor für Systematische Theologie an dieser Fakultät eine Unterstützertafel "Gefördert durch das Gustav-Adolf-Werk e.V." zur Anbringung am Fakultätsgebäude. An der Fakultät werden evangelische PfarrerInnen und kirchliche SozialarbeiterInnen ausgebildet. Dr. Stefan Tobler besuchte am 28. Juni die Zentrale des GAW in Leipzig. Er hält sich anlässlich einer Gastvorlesung an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig in der Stadt auf.

 

Trennen Menschenrechte Ost und West?

Zu diesem Thema findet am Dienstag, den 29. Juni eine Gastvorlesung mit Prof. Dr. Stefan Tobler aus Sibiu (Rumänien) an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig statt. Die Vorlesung beginnt um 11 Uhr im Hörsaal im Erdgeschoss des Gebäudes der Fakultät in der Otto-Schill-Straße 2.
Menschenrechte sind ein strittiges Thema im ökumenischen Dialog zwischen den "westlichen" Kirchen und den orthodoxen Kirchen in Osteuropa. Die Menschenrechtsthematik spielt aufgrund unterschiedlicher kultureller Prägungen in den christlichen Konfessionen und Kirchen eine unterschiedliche Rolle. Die "Gemeinschaft Europäischer Kirchen" (GEKE) hat in den letzten Jahren mit der Russisch-Orthodoxen Kirche einen Dialog über die Geltung der Menschenrechte und der Voraussetzungslosigkeit der Menschenwürde geführt, der zeigt, wie kontrovers die Thematik ist.
Der Referent ist Professor an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität in Hermannstadt/Sibiu und Leiter des dortigen Instituts für Ökumenische Forschung, einer gemeinsamen Einrichtung der Evangelisch-Theologischen und der Orthodoxen Fakultät.

Dr. Stefan Tobler.

 
Lutherischer Bischof in Kirgistan bestürzt über Entwicklungen in seinem Land

Bestürzt äußerte sich der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kirgistan, Alfred Eicholz, über die derzeitigen Entwicklungen in seinem Land. Wenn das Land nicht zur Ruhe kommt, fürchtet Eichholz, wird ein Großteil der Mitglieder seiner Kirche Kirgistan verlassen. Die Lutheraner Kirgistans, von denen viele deutsche Wurzeln haben, sind in den ethnischen Konflikt zwischen Kirgisen und Usbeken noch nicht hineingezogen worden. Noch beschränkt sich der Konflikt auf diese beiden Volksgruppen. Eichholz: "Dieser Konflikt ist gezielt geschürt worden." Und auch der gestürzte Präsident Bakijew habe das seine dazu getan, im Land Unruhe zu stiften. Ob die russische Regierung tatsächlich schlichtend in den Konflikt eingreifen kann, sei fraglich, so Eichholz. Die einzige Überlebenschance, die die Evangelisch-Lutherische Kirche in Kirgistan hat, so Bischof Eicholz, ist, dass sie mit nicht-deutschstämmigen Kirgisen arbeitet. "Das tun wir bereits seit langem, müssen uns aber hier noch stärker engagieren." Der lutherische Prediger aus der umkämpften Stadt Osch berichtet von alkoholisierten Randalierern. Kaum jemand traue sich noch auf die Straße, nicht einmal, um Tote zu bergen. Der Konflikt hat außerdem zu erheblichen Versorgungsengpässen und damit verbunden zu Teuerungen geführt.
Bischof Alfred Eicholz befindet sich derzeit auf Besuch in Deutschland und wurde von den erneut ausbrechenden Unruhen hier überrascht. Anfang Juli wird er die Rückreise nach Kirgistan antreten.

 
19 junge Frauen und Männer beginnen Freiwilligen-Dienst

19 junge Frauen und Männer werden in diesem Jahr im Rahmen des Freiwilligen-Programms des GAW in Württemberg entsandt. Sie werden 12 Monate lang in Projekten von Partnerkirchen des GAW in Argentinien, Brasilien, Chile, Italien, Russland, Paraguay und Uruguay arbeiten. Am 13. Juni fand im baden-württembergischen Schorndorf im Rahmen des Jahresfestes des GAW Württemberg der Entsendungsgottesdienst statt. Ende Juli werden alle 19 Freiwilligen ausreisen. Die Volontäre sind in drei Seminaren auf ihren Aufenthalt vorbereitet worden.

 

Über einen Besuch aus Brasilien freuten sich die Mitarbeiter in der GAW-Zentrale.

Franciele Sander, Stipendiatin im Semester 2005/2006, ist auf Deutschlandreise. Nach ihrem Studienaufenthalt in Leipzig absolvierte sie ihr Vikariat in Agudo, im Süden Brasiliens. Seit März 2009 ist sie ordniniert und hat ihre erste Pfarrstelle in São Luís, im Norden Brasiliens, inne. Ihre Gemeinde wurde erst 2005 gegründet, ist aber sehr aktiv. Unter www.luteranos.com.br/saoluis (auch auf Deutsch) kann man Näheres erfahren. Wir wünschen Franciele Sander und ihrem Mann alles Gute für ihre Arbeit

 
"Gut, dass es das GAW gibt!" - Besuch in der lutherischen Gemeinde in Krasnoturinsk (Russland)

Um die Zukunft der lutherischen Gemeinde in Krasnoturinsk (Russland) ging es u.a. in Gesprächen, die vom 7. bis 12. Juni in Krasnoturinsk stattfanden und an denen auch der Generalsekretär des GAW, Pfarrer Enno Haaks, teilnahm. Er berichtet von seinen Eindrücken.

"Dieses Projekt darf nicht scheitern," das waren die klaren Worte meines Kollegen vom Martin-Luther-Bund, Dr. Rainer Stahl, als wir von der Gedenkstätte am Stausee am Fuße des großen Aluminiumwerkes in Krasnoturinsk zurück zur neu errichteten Kirche gingen. Hier hat es lange im Verborgenen mehrere Brüdergemeinden gegeben, die es geschafft haben, ihren Glauben durch viele schwere und entbehrungsreiche Jahre hindurchzutragen. Dem neuen Erzbischof der ELKRAS, August Kruse, der gleichzeitig Pastor der Gemeinde ist, war es gelungen, die Brüdergemeinden zu einen und eine evangelisch-lutherische Gemeinde zu gründen. Die Gemeinde verbindet inzwischen die brüdergemeindliche Tradition mit der lutherischen Identität. Russlanddeutsche und Russen feiern gemeinsam und bekennen sich gemeinsam zu dem Gott, der ihnen Kraft gegeben hat, durchzuhalten.
Ursprünglich soll es bis an die 25 000 Rußlanddeutsche hier gegeben haben. Das erahnt man, wenn man die Namen der Toten liest, die an der Gedenkstätte am Stausee zu lesen sind. Sie haben ihr Leben in der "Trudarmee" (Anm.: militaristierte Form der Zwangsarbeit) bei der Errichtung der Infrastruktur dieser Industriestadt, des Staudammes und des Aluminiumwerks gelassen. In kyrillischer Schrift liest man Namen wie Müller, Meier, Bauer, Brüggmann ... die Liste ist sehr lang. Ein großes Kreuz bildet das Zentrum der Gedenkstätte.
Dass sich nun eine lutherische Gemeinde mit einem Kirchengebäude in dieser Stadt öffentlich und sichtbar zeigen kann, scheint nach all den Jahren wir ein Wunder. Der Bau des Gebäudes ist noch nicht fertiggestellt. Deshalb trafen sich u.a. Vertreter der Evangelisch-Lutherischen Kirche Ural, Sibirien und Ferner Osten (ELKUSFO), des Gustav-Adolf-Werks e.V. (GAW) und des Martin-Luther-Bundes zu Gesprächen in Krasnoturinsk. Es wurde beraten, wie der Bau weitergeführt und abgeschlossen werden kann. Die Gemeinde plant, einen Teil des Gebäudes zu vermieten, um den Unterhalt der Kirche und einen Teil des Gemeindelebens finanzieren zu können. In ihrem Stadtviertel wirkt die Kirche wie ein Ort der Hoffnung.
Gemeinsam mit der Evangelischen Landeskirche Hannovers, der Partnerkirche der ELKUSFO, wollen wir nun versuchen, den Bau so zu unterstützen, dass er zu einem segensreichen Ende gebracht werden kann und die Gemeinde eine Zukunft hat.
Der gemeinsame Abendmahlsgottesdienst in Krasnoturinsk mit den alten Melodien des Wolgagesangbuches und den russischen Liedern war für alle, die Gemeinde, das Konsistorium und die Gäste aus Deutschland, eine Quelle der Kraft.
"Gut, dass es das GAW gibt", sagte mir Erzbischof Kruse zum Abschied.

Gottesdienst in der evangelisch-lutherischen Kirche in Krasnoturinsk.

Die evangelisch-lutherische Kirche in Krasnoturinsk.

Fotos: Haaks

 

10 Jahre Gefängnisseelsorge in Ungarn

Seit zehn Jahren gibt es in Ungarn hauptamtliche Gefändnisseelsorger, die in Haftanstalten Gottesdienste, Bibelstunden und individuelle Seelsorge für Gefangene anbieten. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Gefangenenpfarrdienstes wurde am 5. Mai im Gefängnis zu Vác eine Feierstunde gehalten, an der neben dem lutherischen Bischof János Ittzés, dem reformierten Bischof i.R. Dr. Mihály Márkus und dem katholischen Bischof Dr. Miklós Beer auch der ungarische Staatspräsident Dr. László Sólyom teilnahm. Derzeit sind vier lutherische, elf reformierte und 17 katholische Pfarrer sowie ein Rabbi als hauptamtliche Gefängnisseelsorger in Ungarn tätig.

 

Polen: 50 000 Bäume zum 500. Jubiläum von Luthers Thesenanschlag

Zum 500. Jubiläum von Luthers Thesenanschlag möchte die evangelische Kirche in Polen ein grünes Zeichen setzen: Bis zum 31. Oktober 2017 sollen in Polen 50 000 Bäume gepflanzt werden. Unterstützung erhielten sie dabei von Adam Malysz, einem der erfolgreichsten Skispringer aller Zeiten und evangelischen Christen. Ins Leben gerufen wurde die Baumpflanzaktion von Pfarrer Jan Byrt aus Szczyrk. Er will damit u.a. an die evangelischen Christen erinnern, die nach der blutig verlaufenen Gegenreformation verborgen im Wald Gottesdienste feierten. Bisher wurden bereits über 1 200 Bäume gepflanzt.

Pfarrer Jan Byrt, Skispringer Adam Malysz und sein Trainer Hannu Lepisto.

Foto: Frauer

 

Italienisch-ungarische Partnerschaft

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Ungarn haben nach Zustimmung ihrer Synoden im Mai dieses Jahres einen Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. Dieser Vertrag sieht eine Kirchenpartnerschaft beginnend mit Pfingsten 2010 auf zunächst fünf Jahre vor. Neben einer engen Zusammenarbeit im internationalen kirchlichen Leben - mit besonderem Blick auf die Vertretung der Interessen von Minderheitskirchen - planen beide Kirchen Kontakte zwischen Gemeinden, in der Bildungs- sowie in der Medienarbeit.

 
Bischof Dr. Edmund Ratz verabschiedet

Dr. Edmund Ratz, 2005-2010 Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Russland und anderen Staaten (ELKRAS) wurde am 30. Mai 2010 nach elf Jahren Dienst in der ELKRAS mit einem Gottesdienst verabschiedet. Die 3. Generalsynode der ELKRAS hatte 18. September 2009 August Kruse, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Ural, Sibirien und Ferner Osten, zu seinem Nachfolger gewählt.

 

Liselotte Fischer, langjährige Leiterin der GAW-Frauenarbeit in Österreich, gestorben

Am 22. Mai 2010 verstarb Liselotte Fischer, langjährige Leiterin der Gustav-Adolf-Frauenarbeit in Österreich.
Liselotte Fischer wurde am 3. April 1921 in Brünn geboren. Als Mitarbeiterin der dortigen deutschen evangelischen Gemeinde lernte sie da ihren späteren Mann Vikar Hans Fischer kennen. Nach den Wirren des Kriegsendes folgte sie ihm 1946 nach Wien, wo sie sehr bald wieder Kontakt nach Brünn und zum evangelischen Hieronymusverein aufnahm und Hilfe für evangelische Gemeinden in Tschechien organisierte. 1967 gründete sie die erste Gustav-Adolf-Frauengruppe in Österreich in Wien und begründete damit die Gustav-Adolf-Frauenarbeit in Österreich, die sie über 40 Jahre lang bis 2007 leitete. Durch ihren unermüdlichen und kreativen Einsatz im Gustav-Adolf-Werk ist Liselotte Fischer vielen zum Segen geworden. Sie hat geholfen, ermutigt und Brücken gebaut. Sie war bekannt und anerkannt nicht nur in der Evangelischen Kirche in Österreich, sondern darüber hinaus in den Haupt- und Frauengruppen des Gustav-Adolf-Werks in Deutschland, in Tschechien und anderen evangelischen Diasporakirchen in der Welt.

Liselotte Fischer.

 

Erste lutherische Bischöfin in Finnland

Pfarrerin Irja Askola heißt die erste Frau, die in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Finnland ein bischöflisches Amt ausüben wird. Die 57-jährige wurde Anfang Juni 2010 von der Synode ihrer Kirche zur Bischöfin von Helsinki gewählt. Sie wird ihr Amt im September 2010 antreten. Irja Askola ist Assistentin des Bischofs der Diözese Espoo. Von 1991 bis 1999 war sie bei der in Genf ansässigen Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) taetig. 1975 schloss sie ihr Studium mit einem Master der Theologie ab und wurde 1988 zur Pfarrerin ordiniert. Ihre Heimatgemeinde ist in Alppila. Der derzeitige Bischof von Helsinki, Dr. Eero Huovinen, ist seit 1991 im Amt und wird im Herbst in den Ruhestand gehen.

Irja Askola.

 

Schwerpunkt Bildung und Erziehung
Synode der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder tagte in Prag

An einer evangelischen Schule darf es nicht nur um die rein fachliche Ausbildung gehen, sondern auch so genannte weiche Faktoren wie Gemeinschaft und geistliches Wachstum müssen eine Rolle spielen. Dies betonte der tschechische Theologe Jan Kerkovský in seinem Vortrag auf der Synode der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB), die vom 27. bis 30. Mai 2010 in Prag tagte. Bildung und Erziehung waren die Schwerpunktthemen dieser Synode. Die EKBB ist Träger verschiedener Bildungseinrichtungen, die in der so genannten Evangelischen Akademie zusammengefasst sind: eine integrative Grundschule, drei berufsbildende Schulen, die Pflegeberufe, Erzieher und Seelsorger ausbilden sowie ein Konservatorium. An den Schulen der EKBB lernen insgesamt 1 200 Schüler und Auszubildende. 250 Lehrer unterrichten hier. Absolventen dieser Schulen sind sehr gefragt und finden in der Regel sofort nach ihrer Ausbildung eine Anstellung. Der Generalsekretär des GAW, Pfarrer Enno Haaks, der auf der Synode zu Gast war, zeigte sich beeindruckt von diesem Engagement. Deutlich wurde aber auch, dass dieser Einsatz für die sehr kleine Kirche zwar enorm wichtig für deren Stellung in der Gesellschaft ist, andererseits die Kirche aber auch sehr fordert.
Ein weiteres Thema war der Mangel an theologischem Nachwuchs in der EKBB. Derzeit sind 10 Pfarrstellen in der EKBB unbesetzt. Synodalsenior Joel Ruml rief die Synodalen, die Laien und die PfarrerInnen der EKBB auf, in ihren Gemeinden gezielt passende Kandidaten für ein Theologiestudium zu suchen und zu fördern.

 

400 Jahre Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei

Unter der Schirmherrschaft des slowakischen Präsidenten Ivan Gašparovic begeht die Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei vom 29. Juni bis 5. Juli 2010 ihr 400. Gründungsjubiläum. Mit wissenschaftlichen Vorträgen, verschiedenen Gottesdiensten und Konzerten, mit Diskussionsforen, Ausstellungen sowie einem bunten Programm auf den 2. Evangelischen Kirchentagen werden die Mitglieder der Kirche und zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland feiern.
Die Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei wurde auf der Synode von Žilina (28.-30. März 1610) gegründet. Politisch bedeutete dies die erste institutionalisierte Anerkennung des slowakischen Gebiets im damaligen Ungarn, so die Kirche.
Die Feiern zum Gründungsjubiläum finden in enger Zusammenarbeit mit der Stadt und der gesamten Region Žilina statt.

 

Neuer Vorsitzender im Gustav-Adolf-Werk in Mecklenburg

Pastor Hans-Georg Meyer wird am 1. September 2010 das Amt des Vorsitzenden des GAW in Mecklenburg antreten. Er wurde am 22. März 2010 auf der Vorstandsitzung der Hauptgruppe einstimmig gewählt und ist inzwischen vom Landesbischof der Kirche bestätigt worden. Meyer übernimmt das Amt von Magdalene Hartig, die 20 Jahre lang den Vorsitz inne hatte und nun nicht wieder kandidierte. Am 7. September 2010 wird Pastor Hans-Georg Meyer in einem Gottesdienst in der St. Georgenkirche in Waren/Müritz in sein Amt eingeführt. Magdalene Hartig wird verabschiedet.

 

Magdalene Hartig und Pastor Hans-Georg Meyer.

 

Evangelisches Freizeit in Polen von Flut betroffen

Das Freizeitheim "Betania" der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen in Bielsko-Biala ist von der Flut in Polen stark beschädigt worden. Wie die Kirche berichtete sind die Küche, der Speisesaal, der Lager- und der Heizungskeller überschwemmt worden. Erwin Stojak vom Haus Betania: "Wir können das Haus nicht schließen. Derzeit werden hier u.a. bedürftige Familie versorgt, die privat von der Flut betroffen sind." Das Freizeitheim bittet um Hilfe. Benötigt werden im Moment vor allem Möbel und gastronomisches Gerät. Außerdem werden Spenden für die Wiederinstandsetzung des Hauses erbeten. Wer helfen möchte, wendet sich bitte an das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW) in Leipzig: Tel: 0341/490 62 15, info@gustav-adolf-werk.de. Wir stellen den Kontakt nach Bielsko-Biala her. Geldspenden können auf das Spendenkonto des GAW einzahlt werden: Konto: 22 33 44, BLZ 850 951 64, LKG Sachsen, Kennwort: "Betania - Flut in Polen". Wir leiten die Spenden an das Freizeitheim weiter.

 
Aus Polen erreicht uns vom Vorsitzenden des dortigen Gustav-Adolf-Werkes Pfarrer Tadeuz Makula nach den schweren Regenfällen der letzten Tage folgende Nachricht:
„Wir danken unseren Schwestern und Brüdern für die Sorge um unsere Gemeinden in Schlesien/Silesia. Von dort haben wir bis jetzt keine schlechten Nachrichten erhalten. Allerdings stehen viele Felder, Bauernhöfe und Häuser unter Wasser. Wir werden Euch benachrichtigen, sofern wir nähere Informationen haben.“

"... damit ihr Hoffnung habt!"
Das GAW auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München (12.-16. Mai 2010)

Hoffnung stiften - das will das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW) und hat dies mit seinem Programm auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München gezeigt:

Hoffnungsgeschichten erzählte der Pfarrer und Menschenrechtler Helmut Frenz am Freitag auf der AGORA des 2. Ökumenischen Kirchentags in München. Er las aus seinem Buch "... und ich weiche nicht zurück!" - Chile zwischen Allende und Pinochet: Ein Pfarrer und Menschenrechtler erinnert sich (ISBN 978-3-87593-109-9) und kam ins Gespräch mit Pfarrer Enno Haaks, Generalsekretär des GAW. Packend erzählte Frenz über seine Jahre als Pfarrer und Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Chile zwischen 1965 und 1975, die zu den entscheidendsten seines Lebens werden sollten. Die Ereignisse im Chile der 70er Jahre zwangen ihn Stellung zu beziehen und sein Einsatz für die vom Pinochet-Regime Verfolgten machte Helmut Frenz wurde zu einem der gefragtesten Menschenrechtler seiner Zeit. 1974 erhielt er den Nansen-Flüchlingspreis der Vereinten Nationen und wurde nach seiner Ausweisung aus Chile 1976 Generalsekretär der deutschen Sektion von Amnesty International.

Der Hoffnung Raum gegeben haben das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW), das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken und der Martin-Luther-Bund (MLB) mit ihrem ökumenischen Gottesdienst in der Münchener Versöhnungskirche - ebenfalls am Freitag. Zu Wort kamen u.a. Mitwirkende aus Partnerkirchen der drei Diasporawerke sowie deren Generalsekretäre Pfarrer Enno Haaks (GAW), Monsignore Georg Austen (Bonifatiuswerk) und Dr. Rainer Stahl (MLB). Thema des Gottesdienstes war: "Zeig draußen, wes Geistes Kind du bist!" Dr. Stahl betonte, dass alle christlichen Kirchen zwar in ihrer konfessionellen Tradition verankert, aber gegenüber der immer größer werdenden Zahl von Konfessionslosen in Deutschland als Christen auf einem gemeinsamen Weg in die Zukunft sind: "Wer sich konfessionell bestimmt, bestimmt sich zu aller erst als Christ!"

Wie das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW) Hoffnungsräume baut und erhält, darüber konnten sich die Besucher des Kirchentags am Stand des GAW auf der AGORA informieren. Gäste aus Partnerkirchen und Mitarbeiter des GAW standen zu Gesprächen zur Verfügung und stellten Projekte des GAW in Deutschland, in Südamerika und (Ost-)Europa vor. Gemeinsam mit dem Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken und dem Martin-Luther-Bund lud das GAW in ein Diasporacafé ein.

Das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW), das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken und der Martin-Luther-Bund präsentierten sich gemeinsam als evangelische und katholische Diasporawerke auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München.

Bildergalerie 2. Ökumenischer Kirchentag in München (12.-16. Mai 2010)

 
"Zeig draußen, was du drinnen glaubst"
Podiumsgespräch auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München

München. Mit ökumenischen und missionarischen Herausforderungen in der Diaspora beschäftigte sich die Veranstaltung "Zeig draußen, was du drinnen glaubst", die das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW), das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken und der Martin-Luther- Bund am Donnerstag auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München veranstalteten.

Zu Gast war u.a. Dr. Günther Beckstein, Vizepräses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland. Er rief die Christen in Deutschland zu einem Tabubruch auf: Protestanten wie Katholiken sollten endlich auch in ihrer Alltagswelt, in der Familie, bei der Arbeit, in der Schule, offen über ihren Glauben sprechen. Gerade in einer Situation, in der Christen in Deutschland sich mehr und mehr in der Minderheit wiederfänden, sei jeder einzelne gefragt. Es brauche ein authentisch gelebtes Glaubenszeugnis eines jeden einzelnen Gläubigen, unterstrich Beckstein.
Neben Beckstein sprachen auf dem Podium die katholische Ordensfrau, Schwester Jordana Schmidt, der evangelische Oberkirchenrat, Manfred Seifert aus Dessau, und der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen. Die Diskussion leitete Maria von Welser (NDR).
Monsignore Austen forderte Freiräume des Glaubens, in denen Glaube erfahren und erlebt werden kann. Deshalb gelte es Einrichtungen in der Diaspora zu stärken, um Menschen mit der frohen Botschaft zu erreichen. "Vor allem aber braucht es überzeugte Persönlichkeiten, um die Zukunft der Kirche zu gestalten", sagte der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes. Das Bonifatiuswerk investiere deshalb in Menschen, die neue Wege der Glaubensvermittlung gehen.

"Christen sind überaus bereit zur Übernahme von Verantwortung", stellte Oberkirchenrat Seifert fest. Genau diese Eigenschaft müssten Christen nutzen, um den Glauben weiterzutragen und sich mit Glaubensgenossen zusammenzufinden. Seifert sieht eine besondere Verantwortung in der Glaubensweitergabe an Kinder und Jugendliche. "Vor allem christliche Schulen bieten eine gute Möglichkeit, draußen zu zeigen, was man drinnen glaubt!"

Das Gustav-Adolf-Werk e.V., das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken und der Martin-Luther-Bund präsentieren sich gemeinsam als evangelische und katholische Diasporawerke auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München. Neben der Podiumsdiskussion feierten die Diasporawerke am Freitag einen ökumenischen Gottesdienst und luden von Donnerstag bis Sonntag in gemeinsames Diasporacafé auf der AGORA ein.
 
Zur Situation in Kirgistan
Interview mit Alfred Eichholz, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kirgistan

Nach den Unruhen der letzten Wochen in Kirgistan machen sich bei uns in Deutschland viele Geschwister sorgen um euch. Alfred, vielleicht kannst du unseren Lesern etwas über die Situation bei euch im Land berichten. Fangen wir an mit der politischen Situation. Wie steht es um die Sicherheit im Land?

Alfred Eichholz: Es ist schon ruhiger geworden, doch die neue Regierung braucht Zeit, um alles in den Griff zu bekommen. Einige Probleme gibt es noch, insbesondere sind es diese drei Punkte, die uns noch Sorge bereiten. Erstens: Es sind noch sehr viele Menschen bewaffnet. Bei den Unruhen wurde das Innenministerium geplündert und dadurch sind viele Waffen in die Hände der Menschen gekommen. So kommt es immer wieder im Land zu Schießereien. Die Übergangsregierung hat dazu aufgerufen, dass die Waffen abgegeben werden sollen, doch bisher ist nicht einmal die Hälfte von ihnen abgegeben. Zweitens: Das Eigentum ist nicht sicher. In den letzten Wochen sind viele Menschen von auswärts nach Bischkek gekommen, um den Umsturz zu unterstützen. Und die wollen jetzt hier bleiben und erwarten, dass sie hier Land bekommen. Da sie es offiziell nicht bekommen, gehen sie einfach auf die Felder um die Stadt, stecken für sich Grundstücke und Felder ab und zählen dieses Land von nun an als ihr Eigentum. Das führt zu Schießereien mit Toten und Verletzten. Auch wurde eine ganze Reihe Häuser angezündet. Enteignet werden mit Vorliebe Angehörige nicht-kirgisischer Nationalitäten. Und drittens: Der alte Präsident mobilisiert im Ausland Kräfte, die in Kirgistan für Unruhen sorgen sollen. So gibt es auf öffentlichen Plätzen immer wieder Agitatoren, die zu Demonstrationen aufrufen. Vor allem diese drei Faktoren sorgen noch für Instabilität in unserem Land.

Wie sieht es mit der Lebensmittel- und sonstigen Warenversorgung aus?

Alfred Eichholz: In Bischkek ist die Versorgung einigermaßen in Ordnung. Doch manches ist teurer geworden, da die Grenzen zu den Nachbarstaaten geschlossen sind und von dort keine Waren mehr eingeführt werden können. Z. B. in Talass ist Mehl und Zucker knapp. Ebenso ist im Land Dieselkraftstoff knapp. Doch hungern muss noch niemand. Mitte Mai soll zunächst die Grenze zu Kasachstan geöffnet werden, das wird die Situation entspannen.

Wie ist die Situation in den Gemeinden nach den Unruhen?

Alfred Eichholz: Es gab sehr viel Sorge und Panik, besonders als antirussische Parolen gerufen wurden. Dies führte jedoch dazu, dass die Gemeinden zusammengerückt sind. An manchen Orten kommen nun Leute zu Gottesdiensten, die seit längerem nicht mehr da waren. Doch nun denken doch viele Nicht-Kirgisen, dass es jetzt Zeit ist, Kirgistan zu verlassen, da sie kein Vertrauen in die Sicherheit haben. Das würde die Gemeinden sehr stark schwächen, da ein großer Teil der Gemeindeglieder nicht Kirgisen sind. Durch die Unruhen sind weder Gemeinden noch ihre Glieder zu Schaden gekommen. Wir sind sehr dankbar für alle Gebete, da wir alle bewahrt wurden.

Wie geht es den Gemeinden im Süden des Landes?

Alfred Eichholz: Im Süden unterstützen immer noch viele Menschen den alten Präsidenten Bakijew. Viele von ihnen sind bewaffnet, weil Bakijew auf der Flucht viele Waffen verteilt hat. Die Islamisten betreiben Agitation, der Süden möge sich von Kirgistan abspalten und eine eigene islamische Republik gründen. Es besteht immer noch die Gefahr eines Bürgerkrieges, da die Bevölkerung in diesem Punkt gespalten ist. Die Gemeinden haben Angst, wissen nicht, was mit ihnen wird. Oft wird die einzige Straße nach Süden (über die Gebirgspässe) gesperrt, die Gemeinden können nicht erreicht werden. Die Kinder der russischen Bevölkerungsgruppe gehen nicht zur Schule, auch die Gemeindekinder. Die Eltern haben Angst. Doch bisher gibt es in der Öffentlichkeit keine feindlichen Aktionen. Wenn es aber zum Konflikt kommt, müssen die Europäer aufpassen.

Noch eine letzte Frage: Wie, denkst du, wird die neue Regierung mit der Religionsfreiheit umgehen? Die alte Regierung hat sie ja mit einem neuen Gesetz sehr beschnitten.

Alfred Eichholz: Die Übergangsregierung hat öffentlich kundgetan, dass alle Gesetze, die antidemokratisch waren, überarbeitet und auf den Stand von 1996/97 zurückgeführt werden sollen. Da gab es noch Religionsfreiheit. Man kann nur hoffen, dass das auch so kommt.

Das Interview führte Eduard Lippert von der Kirchlichen Gemeinschaft der Evangelisch-Lutherischen Deutschen aus Russland e.V. (Bad Soden).
aus: Rundbrief der Kirchlichen Gemeinschaft der Evangelisch-Lutherischen Deutschen aus Russland e.V. 3/2010

Sparzwang in Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettland (ELKL)

Lettland ist von der Wirtschafts- und Finanzkrise besonders schwer betroffen. In der lutherischen Kirche haben die Sparzwänge zu erheblichen Einschnitten geführt. So hat der Oberkirchenrat der ELKL für den Haushalt 2010 einen Kürzung um 45% durchsetzen müssen verbunden mit einer Reduzierung von Mitarbeiterstellen.
In der Pfarrerschaft gab es Widerstände, auch wenn das Vergütungssystem für Pfarrer, das auf den Beiträgen der Kirchengemeinden und Darlehen von Partnerkirchen beruht, vorerst fortgesetzt werden soll. Wahrscheinlich werden sich die Kirchengemeinden in Zukunft stärker an der Besoldung ihrer Pfarrer beteiligen müssen.
In allen Propsteien sollen Konferenzen stattfinden, um die Gemeindemitglieder und Synodalen über die neu entstandene Situation zu informieren.
Unsere Partnerkirche in Lettland steht vor schwierigen Entscheidungen und es ist nicht klar, wohin der Weg führen wird.

 

Kirche in Arrasch

Brief aus Sofia

Sehr geduldig können Bulgaren sein. Viele sind arm. Auch die deutsche evangelische Gemeinde in Sofia muss mit bescheidenen Mitteln zurechtkommen. Martin Zamel, 63, ist Pfarrer im Ruhestand. Ehrenamtlich ist er EKD-Beauftragter und Pastor der Deutschsprachigen Evang.-Luth. Gemeinde im bulgarischen Sofia. www.evkirchesofia.org. (Link zur Kirche) In Chrismon schreibt er einen "Brief aus Sofia". http://www.ekd.de/aktuell/70207.html (Link zum Brief)

Präsident der Lutherischen Kirche in Chile zu Gast im GAW

Am 28. April besuchte Jürgen Leibbrandt, der Präsident der Lutherischen Kirche in Chile (ILCH), die Zentrale des GAW. Er sprach mit dem Generalsekretär des GAW, Pfarrer Enno Haaks, u.a. über die Beseitigung der Erdbebenschäden in in seiner Kirche. Besonders stark hat das Kirchengebäude der ILCH in Valparaíso gelitten. Der an ihm entstandene Schaden beträgt 37 000 Euro. Ebenfalls schwer beschädigt ist das Altenheim der Kirche in Santiago de Chile und die Erlöserkirche ebenfalls in Santiago de Chile. In der chilenischen Stadt Los Angeles, die nahe dem Epizentrum des Bebens liegt, muss der Kirchturm der lutherischen Kirche wieder aufgebaut werden.
Der Gesamtschaden, den das Beben in beiden lutherischen Kirchen, der Lutherischen Kirche in Chile (ILCH) und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Chile (IELCH) verursacht hat, beträgt rund 100 000 Euro. Leibbrandt, ein Streiter für die Versöhnung beider seit den 1970er Jahren getrennten Kirchen, berichtet von einer Welle der Solidarität zwischen den Gemeinden. So hat die Gemeinde der ILCH in Los Angeles kurz nach dem Beben einen Hilfstransport für die wesentlich stärker betroffenen Gemeinden der IELCH in Concepción und Umgebung organisiert.
Jürgen Leibbrandt begleitet das Amt des Präsidenten der ILCH seit dem vergangenen Jahr. Er arbeitet für eine große staatliche Kupfermine und leitet als Präsident der ILCH ehrenamtlich die Verwaltung dieser Kirche. Der geistliche Leiter der ILCH ist Bischof Rolando Holtz.

 

Jürgen Leibbrandt

XX. Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien tagte

Vom 30. April bis zum 4. Mai 2010 tagte in Verona die XX. Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien (ELKI). Im Mittelpunkt der Sitzung standen vor allem die Wahlen des Dekans und Vizedekans sowie die Diskussion über die Segnung von Lebenspartnerschaften und die Präsentation des neuen zweisprachigen Gesangbuches.

   

100 Jahre Obra Gustavo Adolfo in Brasilien

Das brasilianische GAW, die Obra Gustavo Adolfo (OGA), feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Während des gesamten Jahres wird es Veranstaltungen in den Gemeinden der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses (EKLBB) anlässlich dieses Jubiläums geben. Am 18. Juli wird in der Gemeinde Hamburgo Velho in der Stadt Novo Hamburgo der zentrale Festgottesdienst stattfinden.
Das GAW hat anlässlich dieses Jubiläums eine Informationstafel über seinen brasilianischen Partner anfertigen lassen, die im Museum in der Gustav-Adolf-Stadt Lützen ihren Platz finden wird. Sie wird aufgehängt neben den Informationstafeln zur Arbeit des GAW und wurde am 23. April 2010 vom Generalsekretär des GAW, Pfarrer Enno Haaks, an den Bürgermeister der Stadt Lützen und Museumsleiter MdB Maik Reichel übergeben.

 


Maik Reichel zeigt, wo die Tafel aufgehängt wird.

 

Vizepräsident der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien überraschend verstorben

Pfarrer Homero Severo Pinto, 1. Vizepräsident der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (EKLBB), ist am 23. April 2010 im Alter von nur 58 Jahren unerwartet verstorben. Auf einer Reise nach Mosambique hatte er sich mit Malaria infiziert und ist den Folgen dieser Krankheit nach einem Krankenhausaufenthalt in Porto Alegre (Brasilien) erlegen.

Homero Severo Pinto galt als ein möglicher Kandidat für die Nachfolge Walter Altmanns als Präsident der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien. Im Oktober dieses Jahres finden die Präsidentschaftswahlen in der EKLBB statt. Altmann zeigt sich tief betroffen vom Tode Homero Severo Pintos: „Der Tod von Pastor Homero Pinto hat uns tief erschüttert. Er wird uns sehr fehlen mit seinem Rat, mit seiner Freundschaft und seiner Kollegialität. Für viele Menschen war er ein Hoffnungsträger für die Zukunft unserer Kirche.“

Erschüttert vom Tode Homero Severo Pintos ist auch das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW), das schon seit vielen Jahren eng und vertrauensvoll mit der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien zusammenarbeitet. Der Präsident des GAW, Dr. Wilhelm Hüffmeier, und Generalsekretär Pfarrer Enno Haaks sprachen der Kirche und der Familie Homero Pintos ihr tief empfundenes Beileid aus.

Pinto war ein Student Hüffmeiers, als dieser in den 1980er Jahren an der Theologischen Hochschule in Sao Leopoldo lehrte. Im Februar diesen Jahres hatte Homero Severo Pinto den 100. Stipendiaten des GAW, Paulo Jahnke, der im Jahre 2005 an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig Theologie studiert hatte, in Quilombo (Rio Grande do Sul) als Pastor ordiniert.

 

 


Pfarrer Homero Severo Pinto

 

Bundesverdienstmedaille für Barbara Neumann
Die ehemalige Leiterin der Frauenarbeit in Berlin-Brandenburg, Barbara Neumann, wurde am 23. April mit der Verdienstmedaille des Bundesverdienstordens ausgezeichnet. Gewürdigt wird damit ihr Engagement für Frauen in der Diaspora.


Kirche in Odessa eingeweiht
Die evangelische St. Pauls Kirche in Odessa (Ukraine) ist am 17. April 2010 nach viereinhalbjähriger Bauzeit wieder eingeweiht worden. Den Wiederaufbau der 1976 völlig ausgebrannten Kathedrale hat das GAW viele Jahre mit unterstützt. Die Kirche war 1897 für die deutsche lutherische Minderheit in Odessa gebaut worden. Damals wurden rund 270.000 Deutsche im Schwarzmeergebiet gezählt, deren Vorfahren einst durch die Einladung der russischen Zarin Katharina II. ans Schwarze Meer gekommen waren. Neben der Kirche entstand mit dem Neubau des "Deutschen Zentrums St. Paul" ein Ort der Begegnung für Ausstellungen, Konzerte und Gemeindeabende. Die Gemeinde gehört zur Deutschen Evangelisch-Lutherische Kirche in der Ukraine (DELKU), zu der rund 40 Gemeinden mit 4.000 Gemeindegliedern zählen. Uland Spahlinger, Bischof der DELKU, möchte mit der Wiedereröffnung der Kirche auch das kirchlichen Leben wieder beleben.

Chile: Wochen nach dem Erdbeben
Ein Brief aus Chile / Maria Soledad Puebla berichtet aus dem Kindergarten "El Sembrador"

Nach dem verheerenden Erdbeben am 27. Februar 2010 in Chile sind Wochen vergangen. Die Schäden sind nach wie vor immens. Eine Rückkehr zur Normalität gelingt nur langsam. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Partnerkirchen des GAW müssen mit den materiellen und den psychologischen Folgen des Bebens zurechtkommen. Maria Soledad Puebla, die das diakonische Zentrum "El Sembrador" der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Chile in Santiago leitet, berichtet uns Folgendes:

"Der Kindergarten in El Sembrador arbeitet mit 135 Kindern im Vorschulbereich relativ normal nach dem Erdbeben. Auch die 80 Jugendlichen in der Gemeinwesenarbeit kommen wieder. Allerdings ist an eine völlig normale Arbeit nicht zu denken, denn die neuen Säle können noch nicht gebaut werden. Der Grund dafür ist einfach: Nach dem Erdbeben mit dem Tsunami gingen die Baumaterialien aus. Die Baustofffirmen kollabierten. Wir warten darauf, dass sich diese Sache bald regeln möge.
Niemand versteht zzt., dass viele Hilfslieferungen aus dem Ausland noch nicht angekommen sind, denn es gibt immer noch Orte in der 6.,7. und 8. Region, die noch keine Unterstützung erhalten haben, weder Nahrungsmittelhilfen noch Media Aguas (Anm.: Media Aguas sind notdürftig errichtete kleine Holzhütten, wie sie in den Armenvierteln Chiles zu finden sind). Am Schlimmsten sind dabei die Alten betroffen, die nach einem arbeitsreichen Leben praktisch nichts mehr haben.
In Dichato gab es eine Familie, die nach dem Tsunami verzweifelt ihr sechs Monate altes Baby suchte und nicht fand. Allerdings war der Leichnam des Kleinen schon seit einem Monat im Leichenschauhaus, aber niemand hatte das weitergesagt.
Den Kindern in unserem Zentrum geht es nach dieser Katastrophe entsprechend schlimm bei den Zuständen in den Familien, wo es viele Alleinerziehende gibt und oft die Straße der Ort ist, wo die Kinder aufwachsen müssen mit all den Bedrohungen durch Alkohol, Gewalt, Drogenkonsum, Verlassenheit und Armut.
Unsere Aufgabe ist es nun einmal mehr, diesen Kindern zur Seite zu stehen, Orientierung anzubieten und den Familien zu helfen bei dem, was sie verloren haben, denn auch in Santiago ist viel kaputt gegangen.
Zusätzlich versuchen wir auch den Menschen in der Caleta lo Rojas in Coronel zu helfen, wo 80% der Stadt quasi zerstört ist. Wir sammeln Kleider, Lebensmittelpakete usw. Nach dem 1. Mai wollen wir dann das Gesammelte dort direkt abgeben. Unsere lutherische Gemeinde in Coronel wird uns dabei helfen."

 

Barbara Neumann und
Dr. Wilhelm Hüffmeier
   

GAW bestürzt über den Tod von Bischof Mieczyslaw Cieslar
Innerhalb weniger Tage kommen zwei ranghohe Vertreter der polnischen Lutheraner tragisch ums Leben.

Leipzig. Bestürzt hat das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW) auf die Nachricht vom Tod des Bischofs der Diözese Warschau der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Mieczyslaw Cieslar, reagiert.

Pfarrer Enno Haaks, Generalsekretär des GAW, hat dem Leitenden Bischof der Kirche, Jerzy Samiec, sein tiefempfundenes Beileid ausgesprochen: "Be- und getroffen von dem weiteren großen Verlust, den die lutherische Kirche nach dem tragischen Tod von Militärdekan Adam Pilch erleiden muss, sind wir Ihnen verbunden in Trauer und Schmerz."

Mieczyslaw Cieslar, der zweithöchste Vertreter der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, verunglückte am Sonntagabend tödlich bei einem Autounfall auf dem Rückweg von der Trauerfeier für den polnischen Präsidenten Lech Kaczynski, der am 10. April 2010 beim Flugzeugabsturz um Leben gekommen war.

Bei diesem Flugzeugabsturz war bereits der Leitende Militärseelsorger der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen, Adam Pilch, gestorben. Mieczyslaw Cieslar hatte am kommenden Samstag die Beerdigung Adam Pilchs leiten sollen. Die Beisetzung Cieslars wird voraussichtlich am Freitag stattfinden.

Die Evangelisch-Augsburgische Kirche in Polen ist eine der beiden Partnerkirchen des Gustav-Adolf-Werks e.V. (GAW) in Polen.


Bischof Mieczyslaw Cieslar

   
Evangelischer Militärpfarrer unter den Opfern des Flugzeugabsturzes bei Katyn

Unter den Opfern des tragischen Flugzeugabsturzes der polnischen Präsidentenmaschine am 10. April 2010 war auch der evangelische Militärpfarrer Adam Pilch. Er sollte als Leiter der Militärseelsorge der Evangelisch-Augsburgischen Kirche an einem ökumenischen Gottesdienst teilnehmen, der anlässlich des 70. Jahrestags des Massakers an polnischen Offizieren in Katyn stattfinden sollte. Insgesamt verstarben bei dem Flugzeugunglück vier Geistliche: katholischer Militärbischof Bischof Tadeusz Ploski und Militärdekan Jan Osinski, orthodoxer Militär-Erzbischof Miron Chodakowski und Leiter der evangelischer Militärseelsorge Adam Pilch.

Adam Pilch wurde 1965 in Wisla geboren und wirkte seit 1995 als Pfarrer der evangelischen Kirche Mariä Himmelfahrt in Warschau. Im gleichen Jahr begann seine Arbeit in der evangelischen Militärseelsorge. Er hinterlässt seine Frau und eine Tochter.


Adam Pilch/Foto: Wojciech Paszkiewicz

   

40 Jahre evangelischer Schule "Gezú di Nazareth" in Santa Maria la Bruna, Italien

Die evangelische Schule "Gezú di Nazareth" (Neapel, Italien) feierte am 10. April 2010 ihr 40-jähriges Bestehen. Zu den Feierlichkeiten war auch Pfarrer Enno Haaks, Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werks e.V. (GAW) eingeladen. Zusammen mit dem Konsitorium der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien (ELKI) unter Leitung von Dekan Holger Milkau nahm er am Festakt teil.
Die Schule "Gesú di Nazareth" ist das einzige sozial-diakonische Projekt der ELKI und wird von der einzigen italienischen Gemeinde dieser Kirche, Torre Annunciata, getragen. Seit vielen Jahren fördert das Gustav-Adolf-Werk diese Schule, die es nicht leicht hat, zu überleben. Der engagierte Schulleiter, Pfarrer Paolo Poggioli, erzählte aus den Anfängen der Schule, die auf Initiative seines Vaters gegründet worden ist.
Im Süden Italiens mit hoher Arbeitslosigkeit, der Camorra und anderen Problemen ist es schwer, zu wachsen und ein stabiles Gemeindeleben zu entwickeln. Junge Leute ziehen weg, da sie keine Arbeit finden.

Für ihr hohes sozialdiakonisches Engagement genießt die Gemeinde eine große Akzeptanz in der Kommune. In der Woche öffnet ein Kirchenvorsteher die Gemeinderäume, um älteren Leuten der Umgebung eine Gelegenheit zu geben, sich zu treffen. Solche Räume gibt es nicht viele in der Umgebung. Hier wird getanzt, Karten und Bingo gespielt, geredet und Zeit miteinander verbracht.

 
Jubiläumsfeier in der evangelischen Schule
Gezú di Nazareth"/ Foto: Enno Haaks
Abends leitet ein engagiertes Gemeindemitglied ein Theaterprojekt für Jugendliche. Viele erfahren erst hier, was in ihnen steckt. Sie lernen zu sprechen, sich auszudrücken und selbstbewusst aufzutreten.
"Die Kinder, die wir hier gewinnen gehen der Camorra verloren", sagt stolz Pfarrer Paolo Poggioli.
Die ELKI, die diese Arbeit unterstützt, kann stolz auf diese kleine italienische Gemeinde lutherischer Prägung in Torre Annunciata sein, denn sie hilft ihr, sich in der Gesellschaft zu verorten und sich mit Kultur, Sprache, sozialen Problemen auseinanderzusetzen.
 
Lutherischer Bischof in Kirgisistan: "Gott sei Dank ist unseren Leuten nichts passiert"
Volksaufstand in Kirgisistan / Partnerkirche des Gustav-Adolf-Werks e.V. meldet sich aus dem Krisengebiet

Anlässlich des blutigen Volksaufstandes in Kirgisistan hat sich Alfred Eichholz, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kirgisistan (ELKK), beim Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW) gemeldet und versichert, dass bisher keine Mitglieder und Gebäude dieser Kirche in Mitleidenschaft gezogen worden sind. "Ich habe heute mit allen unseren Predigern telefoniert und habe mich erkundigt. Gott sei Dank ist unseren Leuten nichts passiert."
Eine geplante Besuchsreise zu Gemeinden im Süden Kirgisistans musste Bischof Eichholz allerdings absagen, da die Lage im Land zu angespannt und eine Reise zu gefährlich wäre. Eichholz: "Solche blutigen Kämpfe können nicht ohne Folgen blei-ben. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es einen Machtwechsel geben. Was das für uns Lutheraner in Kirgisistan bedeutet, wissen wir nicht."

Das Luthertum in Kirgisistan hat eine über 100-jährige Geschichte. Aufgrund des 2008 novellierten Religionsgesetzes befürchtet die Kirche, dass die Religionsfreiheit eingeschränkt und der Gemeindeaufbau immer mehr erschwert wird. Eichholz betont, dass die kleine lutherische Kirche einen wichtigen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben im überwiegend muslimisch geprägten Kirgisistan leistet: "Unsere Kirche hält in vieler Hinsicht Dienste bereit, die über die Kirche hinaus der sozial und wirtschaftlich stagnierenden Gesellschaft dienen."
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Kirgisistan (ELKK) ist eine Regionalkirche der Evangelisch- Lutherischen Kirche in Russland und anderen Staaten (ELKRAS) und Partnerkirche des Gustav-Adolf-Werks e.V. Die ELKK hat insgesamt 16 Ge-meinden mit rund 2 000 Mitgliedern und Unterstützern und geht auf die zahlreichen Russlanddeutschen zurück, die während des Zweiten Weltkrieges nach Kirigisistan umgesiedelt wurden. Insgesamt gehören ein Fünftel der Bevölkerung Kirgisistans christlichen Kirchen, vor allem der Russisch-Orthodoxen Kirche, an. Die überwiegende Mehrheit der 5,2 Millionen Einwohner sind Muslime.
 
GAW und Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder auf der Leipziger Buchmesse

Am 19. März 2010 stellte der Pfarrer und Autor Jirí Josef Otter (Tschechien) auf der Leipziger Buchmesse sein Buch „Hinter Gitter und Stacheldraht - auch ein wenig anders“ vor, in dem er von seinem Schicksal als Zwangsarbeiter erzählt. Seine bewegenden Erinnerungen aus den Jahren 1944 und 1945 stießen auf großes Interesse beim Publikum. „Das ist heute auch ein ganz besonderer Tag für mich“, so Otter nach der Lesung. Zehn Bücher hat er handsigniert. Bestellungen für solch ein handsigniertes Exemplar: Tel: 0341/490 62 13
verlag@gustav-adolf-werk.de
für 5 €.

 


Autor Jirí Josef Otter

   
Zentrale besucht evangelische Schulen in Mecklenburg-Vorpommern

Vom 8. bis 11. März 2010 besuchten der Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werks, Pfarrer Enno Haaks, und der Mitarbeiter für Kinder- und Jugendarbeit, Thomas Ott, evangelische Schulen in Mecklenburg-Vorpommern, darunter in Neubrandenburg, Langhagen, Waren und Bad Doberan. Diese Schulen sind oder waren Projekte, die mit dem Programm „Innerdeutsche Diaspora“ vom GAW unterstützt werden oder wurden. Ziel dieser Besuchsreise ist es, die Projektpartner vor Ort kennenzulernen und die Arbeit des GAW in anderen Ländern vorzustellen. Pfarrer Haaks, der neun Jahre im Auslandsdienst der EKD in Chile tätig war, kann viel davon erzählen, und ganz aktuell auch von der Lage der Erdbebenopfer berichten.
Begleitet werden sie von Magdalene Hartig, der Vorsitzenden der Hauptgruppe Mecklenburg. Des Weiteren stehen Gespräche, Andachten und Gemeindeabende mit Kirchenvertretern, Pfarrern und Eltern an. Das GAW unterstützt seit 2000 den Auf- und Ausbau von 22 evangelischen Schulen und zwei Kindergärten in Deutschland.


Besuch in der Benjamin-Schule in Remplin - Pfarrer Enno Haaks befestigt das Schild "Gefördert durch das Gustav-Adolf-Werk"
   

Verabschiedung von Antje Schröcke aus der Zentrale des GAW

Am 7. Februar 2010 wurde Pfarrerin Antje Schröcke mit einem Gottesdienst in der Zentrale des Gustav-Adolf-Werks aus ihrem Dienst verabschiedet. Sie verlässt die Frauenarbeit im GAW zum 1. März 2010, um in der Niederlausitz als Seelsorgerin in den von Abbaggerung bedrohten Dörfern zu wirken.
Antje Schröcke hat seit 2000 im GAW gearbeitet und den Erneuerungsprozess der Frauenarbeit ideenreich mitgetragen und -gestaltet.
Ihr besonderes Augenmerk galt der Geschlechtergerechtigkeit, der Stärkung der Frauen und des Frauenbewusstseins in den Partnerkirchen und im Werk selbst. Wichtig waren ihr ein wirklicher, auch theologischer Austausch mit Projektpartnerinnen und -partnern sowie auf Gegenseitigkeit beruhende Beziehungen.
Als Ansprechpartnerin für die Frauenarbeit steht weiterhin die ehrenamtliche Leiterin der Frauenarbeit im GAW, Vera Gast-Kellert zur Verfügung. In der GAW-Zentrale wird der Arbeitsbereich während der Vakanzzeit von der Verwaltungsleiterin Beate Groß betreut.

  Verabschiedung Antje Schröcke
 

Neues Leitbild betont die Stärkung der Frauen in Kirchen
Frauenarbeit im Gustav-Adolf-Werk stellt Weichen

Vom 5. bis zum 7. Februar 2010 fand in Leipzig die Jahrestagung der bundesweit tätigen Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit im Gustav-Adolf-Werk (GAW) statt. Die Vertreterinnen der 17 Frauenarbeitsgruppen in den Landeskirchen berieten über die Konzeption und das Leitbild der Frauenarbeit des GAW im Rahmen des gesamten Gustav-Adolf-Werks sowie im Rahmen der evangelischen Frauenarbeit. Die Leiterin der Evangelischen Frauen in Deutschland e.V., Dr. Beate Blatz, nahm ebenfalls an der Tagung teil.

Die Frauenarbeit im GAW blickt 2011 auf eine 160-jährige Geschichte und 125 Jahre Projektarbeit zurück. Die ersten Sammlungen waren für Konfirmandenanstalten, für Witwen und

Waisen, für Unterstützung von Lehrern in der Diaspora vorgesehen. Der Schwerpunkt der Jahresprojekte hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend auf die Stärkung der Position der Frauen in Kirche und Gesellschaft verschoben.
Im neu formulierten Leitbild betonen die Leiterinnen der Frauengruppen, dass die Frauenarbeit die Orientierung an der Genderfrage in die Arbeit des Gustav-Adolf-Werkes einbringt: "Wir nehmen in den Kirchen und Gemeinden, die dem Gustav-Adolf-Werk verbunden sind, besonders die Situation der Frauen wahr ... Besonders unterstützen wir sozialdiakonische Projekte, Aus- und Weiterbildung von Frauen, Einkommen schaffende Maßnahmen für Frauen und Hilfsprojekte für Kinder und alte Menschen."

2009 wurden beispielhafte Projekte in europäischen evangelischen Kirchen gefördert, die Integration und Unterstützung von Migrantinnen und Migranten zum Ziel haben.
Mit dem Jahresprojekt 2010 "Gerechtigkeit erhöht ein Volk" sammelt die Frauenarbeit für sozialdiakonische Projekte der lutherischen Kirchen in Chile, Bolivien und Uruguay. In Bolivien wird mit Hilfe der GAW-Frauenarbeit ein Buch mit Lebens- und Glaubensgeschichten von indigenen Frauen herausgegeben. Diese sollen die Frauen in der Kirche und der ganzen Gesellschaft ermutigen.
Leitbild

 
Neuer Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werks eingeführt
Enno Haaks ruft auf zu Offenheit, Verständnis und Geschwisterlichkeit

In einem festlichen Gottesdienst wurde Pfarrer Enno Haaks am Freitag, den 29. Januar 2010, in der Leipziger Reformierten Kirche in sein Amt als Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werks eingeführt.

In seiner Predigt rief er zu Offenheit und Verständnis gegenüber Menschen anderer Kultur und Prägung auf: "Wir brauchen Ohren, die hören und Augen, die sehen. Vor allen Dingen, wenn wir uns wie in der Diasporaarbeit auf Menschen anderer Herkunft, anderer Traditionen, anderer Kulturen und anderer Sprachen einlassen. Das ist nicht immer einfach. Gut ist es, Schwestern und Brüder zu haben, die teilen, die sehen und hören, die angetrieben sind von IHM, dem HERRN des Lebens, der uns in aller Unterschiedlichkeit geschaffen hat, dass wir aufeinander achten, miteinander leben, einander sehen und hören - und einander Gutes tun."

Verabschiedet wurde in diesem Gottesdienst Pfarrer Hans Schmidt, der 15 Jahre die Zentrale des GAW in Leipzig leitete, zunächst als stellvertretender Generalsekretär und ab 2005 als Generalsekretär. Desweiteren wurden sieben ehrenamtliche Mitarbeiter des GAW für ihr Engagement geehrt:

 


Pfarrer Hans Schmidt und Pfarrer Enno Haaks

weitere Bilder hier

Siglinde Enzmann (Frauenarbeit des GAW Anhalt), Dorothea Gertig (Frauenarbeit des GAW Kurhessen-Waldeck), Horst Sievers (GAW Kirchenprovinz Sachsen) sowie Eckehard Leo, Georg-Dieter Wiesner und Hans-Günter Vogelsang (alle drei GAW Hessen und Nassau).

Am Gottesdienst nahmen u.a. zahlreiche Vertreter aus den Partnerkirchen des GAW teil: Mindaugas Sabutis, Litauen, Jerzy Samiec, Polen, Alfred Eichholz, Kirgisistan, László Fazekas und Miloš Klátik, Slowakei, Geza Erniša, Slowenien, Sándor Zán Fábián, Ukraine, Joel Ruml, Tschechien, sowie weitere Kirchenvertreter aus Brasilien, Frankreich, Griechenland, Estland, Italien, Österreich, Russland, Ungarn und der Schweiz.

Die Kollekte dieses Gottesdienstes in Höhe von 1.169,92 Euro kommt dem Bau der Kirche in Bucaramanga (Kolumbien) zugute. Der evangelische Pfarrer von Bucaramanga Pfarrer Israel Martinez kümmert sich um Bürgerkriegsflüchtlinge in seiner Stadt und umliegenden Orten. Wir bedanken uns bei allen, die mit ihrer Kollekte diese Arbeit unterstützt haben!
dj

 
IFPLA-Studenten in Deutschland

Der traditionelle landeskundliche Deutschlandaufenthalt für zehn künftige DeutschlehrerInnen aus Brasilien findet in diesem Jahr vom 3. Januar bis zum 22. Februar 2010 statt. Mit Unterstützung des Gustav-Adolf-Werks absolvierten sie als Erstes einen zweiwöchigen Sprachkurs beim InterDaF e.V. am Herderinstitut der Universität Leipzig. Neben einem breit angelegten Sprachkurs beinhaltete das Programm in Leipzig unter anderem Hospitationen an verschiedenen Schulen, kulturelle Erlebnisse, eine Stadtrundfahrt sowie Exkursionen.
Seit dem 16. Januar ist die Gruppe in verschiedenen Bundesländern unterwegs, besucht Berlin, Bremen, Wetzlar und Hunsrück.

Die zehn Lehramtsstudenten für das Fach Deutsch am Instituto de Formação de Professores de Língua Alemã (IFPLA) der Unisinos-Universität in São Leopoldo sind die Besten ihres Jahrgangs. Sie kommen jeweils am Ende des dritten Studienjahres für rund acht Wochen nach Deutschland. Der Besuch ist für sie ein äußerst wichtiger Teil der Ausbildung. Sie können ihre deutschen Sprachkenntnisse auf hohem Niveau vertiefen und zusätzlich das Land erleben, deren Sprache sie unterrichten werden. Für die meisten ist es ihr erster Aufenthalt in Deutschland und bringt wichtige Korrekturen ihres Deutschlandbildes mit sich.

Das Gustav-Adolf-Werk fördert diesen landeskundlichen Aufenthalt seit über 15 Jahren. Ein Großteil der Lehramtsstudenten für das Fach Deutsch stammt aus Familien, die Mitglieder der brasilianischen Partnerkirche des GAW, der Evangelischen Kirche des Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien sind.

 
Neuer Leitender Bischof für Polens Lutheraner eingeführt

Pfarrer Jerzy Samiec wurde am 6. Januar 2010 in das Amt des Leitenden Bischofs der Evangelisch-Augsburgischen Kirche eingeführt. Am Festgottesdienst in der Evangelischen Trinitatiskirche in Warschau nahmen rund 700 Menschen teil. Samiecs Vorgänger Janusz Jagucki übergab das Bischofskreuz. Bei der Einführung wirkten außerdem der Generalbischof der Evangelischen Kirche A.B. in der Slowakei Miloš Klátik sowie der Bischof der Pommerschen Evangelischen Kirche Hans-Jürgen Abromeit mit. Zudem überbrachte der Präsident des Europäischen Parlaments Jerzy Buzek seine Grüße.
Jerzy Samiec war am 17. Oktober 2009 von der Synode der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen mit 38 von 63 Stimmen als Leitender Bischof und Nachfolger von Janusz Jagucki gewählt worden. Jaguckis Amtszeit war im Frühjahr 2009 per Synodalbeschluss gekürzt worden aufgrund seiner langjährigen Kontakte zum staatlichen Sicherheitsdienst im kommunistisch regierten Polen.
dj

 
Bischof Jerzy Samiec
 

Archivberichte zum Erdbeben in Chile
Informationen und Berichte

 

Anlässlich der Leipziger Buchmesse, die vom 18.-21. März 2010 stattfindet, laden das Gustav-Adolf-Werk e.V. und die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder ein zu Lesung und Gespräch mit Jirí Otter und Gerhard Frey-Reininghaus (beide Prag):


Termin und Ort:
Freitag, 19. März 2010 um 14 Uhr auf dem Leipziger Messegelände Halle 3 Leseinsel Religion.

"Hinter Gitter und Stacheldraht"
Ein tschechischer Zwangsarbeiter erinnert sich - Lesung und Gespräch

Der Tscheche Jirí Otter war Mitte Zwanzig als er mit Mutter und Vater von der Gestapo verhaftet wurde. Der Vorwurf: das Hören feindlicher Radiosender. Otter wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt und als Zwangsarbeiter in einem Konzentrationslager in Bayern festgehalten. Vor allem zwei Dinge halfen ihm beim Überleben: couragierte Deutsche, die ihm Essen zusteckten und seine Briefe nach Hause aus der Fabrik schmuggelten. Und: sein fester Glaube an Gott. Er ließ sich eine Bibel ins Lager schmuggeln, hielt als evangelischer Diakon u.a. Andachten für seine Mithäftlinge und etablierte eine Sonntagsschule. Seine selbstgewählte illegale Tätigkeit quasi als Seelsorger für seine Mithäftlinge lässt ihn die Haftzeit als "auch ein wenig anders" erleben. So der Titel seines Buches: "Hinter Gitter und Stacheldraht - auch ein wenig anders". Eine spannende Lektüre, die zugleich hilft, das deutsch-tschechische Verhältnis durch persönliche Erinnerungen zu entspannen. Jirí Otter liest aus seinem Buch, das 2009 im Kalich Verlag in Prag erschien und u.a. über das Gustav-Adolf-Werk e.V. (Pistorisstraße 6, 04229 Leipzig, Tel: 03417490 62 13, verlag@gustav-adolf-werk.de) zu beziehen ist.
Jirí Josef Otter: Hinter Gitter und Stacheldraht - auch ein wenig anders, Prag 2009, 116 S., ISBN 978-80-7017-117-2, € 5

Der Stand des GAW auf der Leipziger Buchmesse befindet sich ebenfalls in Messehalle 3 neben der Leseinsel Religion Stand A209.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!