Nachrichten aus dem GAW und seinen Partnerkirchen

Über die Folgen des Erdbebens in Chile lesen Sie hier.


Hochwasser in Rumänien und Moldawien

Mitte Juli erreichte uns die Nachricht von einer Flutkatastrophe im Grenzgebiet Rumänien und Moldawien. Heftige Regenfälle ließen den Fluss Prut anschwellen. Im Bezirk Chyntschescht riss der Schutzdamm und das Wasser überschwemmt mehrere Dörfer. Die Flut hat zwei Menschen das Leben gekostet, aber 300 Familien sind obdachlos geworden.


Das Notwendigste wird noch gerettet

400 Jahre Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei


Unter der Schirmherrschaft des slowakischen Präsidenten Ivan Gašparovic beging die Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei vom 29. Juni bis 5. Juli 2010 ihr 400. Gründungsjubiläum. Mit wissenschaftlichen Vorträgen, verschiedenen Gottesdiensten und Konzerten, mit Diskussionsforen, Ausstellungen sowie einem bunten Programm auf den 2. Evangelischen Kirchentagen erinnerten sich die Mitglieder der Kirche und zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland an die lange Geschichte der Kirche.
Die Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei wurde auf der Synode von Žilina (28.-30. März 1610) gegründet.
Die Feiern zum Gründungsjubiläum fanden in enger Zusammenarbeit mit der Stadt und der gesamten Region Žilina statt.

Vom 29. Juni bis 5. Juli beging die Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei ihr 400. Gründungsjubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen und Gästen aus dem In- und Ausland.

 

GAW unterstützte evangelische Fakultät in Sibiu (Rumänien) mit 67.000 Euro


Mit 67.000 Euro hat das GAW in den Jahren 2004 bis 2007 die Sanierung das Gebäudes des Evangelisch-Theologischen Fakultät in Sibiu (Rumänien) unterstützt. Pfarrer Enno Haaks überreichte Dr. Stefan Tobler, Professor für Systematische Theologie an dieser Fakultät eine Unterstützertafel "Gefördert durch das Gustav-Adolf-Werk e.V." zur Anbringung am Fakultätsgebäude. An der Fakultät werden evangelische PfarrerInnen und kirchliche SozialarbeiterInnen ausgebildet. Dr. Stefan Tobler besuchte am 28. Juni die Zentrale des GAW in Leipzig. Er hält sich anlässlich einer Gastvorlesung an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig in der Stadt auf.

 

Trennen Menschenrechte Ost und West?

Zu diesem Thema findet am Dienstag, den 29. Juni eine Gastvorlesung mit Prof. Dr. Stefan Tobler aus Sibiu (Rumänien) an der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig statt. Die Vorlesung beginnt um 11 Uhr im Hörsaal im Erdgeschoss des Gebäudes der Fakultät in der Otto-Schill-Straße 2.
Menschenrechte sind ein strittiges Thema im ökumenischen Dialog zwischen den "westlichen" Kirchen und den orthodoxen Kirchen in Osteuropa. Die Menschenrechtsthematik spielt aufgrund unterschiedlicher kultureller Prägungen in den christlichen Konfessionen und Kirchen eine unterschiedliche Rolle. Die "Gemeinschaft Europäischer Kirchen" (GEKE) hat in den letzten Jahren mit der Russisch-Orthodoxen Kirche einen Dialog über die Geltung der Menschenrechte und der Voraussetzungslosigkeit der Menschenwürde geführt, der zeigt, wie kontrovers die Thematik ist.
Der Referent ist Professor an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität in Hermannstadt/Sibiu und Leiter des dortigen Instituts für Ökumenische Forschung, einer gemeinsamen Einrichtung der Evangelisch-Theologischen und der Orthodoxen Fakultät.

Dr. Stefan Tobler.

 
Lutherischer Bischof in Kirgistan bestürzt über Entwicklungen in seinem Land

Bestürzt äußerte sich der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kirgistan, Alfred Eicholz, über die derzeitigen Entwicklungen in seinem Land. Wenn das Land nicht zur Ruhe kommt, fürchtet Eichholz, wird ein Großteil der Mitglieder seiner Kirche Kirgistan verlassen. Die Lutheraner Kirgistans, von denen viele deutsche Wurzeln haben, sind in den ethnischen Konflikt zwischen Kirgisen und Usbeken noch nicht hineingezogen worden. Noch beschränkt sich der Konflikt auf diese beiden Volksgruppen. Eichholz: "Dieser Konflikt ist gezielt geschürt worden." Und auch der gestürzte Präsident Bakijew habe das seine dazu getan, im Land Unruhe zu stiften. Ob die russische Regierung tatsächlich schlichtend in den Konflikt eingreifen kann, sei fraglich, so Eichholz. Die einzige Überlebenschance, die die Evangelisch-Lutherische Kirche in Kirgistan hat, so Bischof Eicholz, ist, dass sie mit nicht-deutschstämmigen Kirgisen arbeitet. "Das tun wir bereits seit langem, müssen uns aber hier noch stärker engagieren." Der lutherische Prediger aus der umkämpften Stadt Osch berichtet von alkoholisierten Randalierern. Kaum jemand traue sich noch auf die Straße, nicht einmal, um Tote zu bergen. Der Konflikt hat außerdem zu erheblichen Versorgungsengpässen und damit verbunden zu Teuerungen geführt.
Bischof Alfred Eicholz befindet sich derzeit auf Besuch in Deutschland und wurde von den erneut ausbrechenden Unruhen hier überrascht. Anfang Juli wird er die Rückreise nach Kirgistan antreten.

 
19 junge Frauen und Männer beginnen Freiwilligen-Dienst

19 junge Frauen und Männer werden in diesem Jahr im Rahmen des Freiwilligen-Programms des GAW in Württemberg entsandt. Sie werden 12 Monate lang in Projekten von Partnerkirchen des GAW in Argentinien, Brasilien, Chile, Italien, Russland, Paraguay und Uruguay arbeiten. Am 13. Juni fand im baden-württembergischen Schorndorf im Rahmen des Jahresfestes des GAW Württemberg der Entsendungsgottesdienst statt. Ende Juli werden alle 19 Freiwilligen ausreisen. Die Volontäre sind in drei Seminaren auf ihren Aufenthalt vorbereitet worden.

   

Über einen Besuch aus Brasilien freuten sich die Mitarbeiter in der GAW-Zentrale.

Franciele Sander, Stipendiatin im Semester 2005/2006, ist auf Deutschlandreise. Nach ihrem Studienaufenthalt in Leipzig absolvierte sie ihr Vikariat in Agudo, im Süden Brasiliens. Seit März 2009 ist sie ordniniert und hat ihre erste Pfarrstelle in São Luís, im Norden Brasiliens, inne. Ihre Gemeinde wurde erst 2005 gegründet, ist aber sehr aktiv. Unter www.luteranos.com.br/saoluis (auch auf Deutsch) kann man Näheres erfahren. Wir wünschen Franciele Sander und ihrem Mann alles Gute für ihre Arbeit

 
"Gut, dass es das GAW gibt!" - Besuch in der lutherischen Gemeinde in Krasnoturinsk (Russland)

Um die Zukunft der lutherischen Gemeinde in Krasnoturinsk (Russland) ging es u.a. in Gesprächen, die vom 7. bis 12. Juni in Krasnoturinsk stattfanden und an denen auch der Generalsekretär des GAW, Pfarrer Enno Haaks, teilnahm. Er berichtet von seinen Eindrücken.

"Dieses Projekt darf nicht scheitern," das waren die klaren Worte meines Kollegen vom Martin-Luther-Bund, Dr. Rainer Stahl, als wir von der Gedenkstätte am Stausee am Fuße des großen Aluminiumwerkes in Krasnoturinsk zurück zur neu errichteten Kirche gingen. Hier hat es lange im Verborgenen mehrere Brüdergemeinden gegeben, die es geschafft haben, ihren Glauben durch viele schwere und entbehrungsreiche Jahre hindurchzutragen. Dem neuen Erzbischof der ELKRAS, August Kruse, der gleichzeitig Pastor der Gemeinde ist, war es gelungen, die Brüdergemeinden zu einen und eine evangelisch-lutherische Gemeinde zu gründen. Die Gemeinde verbindet inzwischen die brüdergemeindliche Tradition mit der lutherischen Identität. Russlanddeutsche und Russen feiern gemeinsam und bekennen sich gemeinsam zu dem Gott, der ihnen Kraft gegeben hat, durchzuhalten.
Ursprünglich soll es bis an die 25 000 Rußlanddeutsche hier gegeben haben. Das erahnt man, wenn man die Namen der Toten liest, die an der Gedenkstätte am Stausee zu lesen sind. Sie haben ihr Leben in der "Trudarmee" (Anm.: militaristierte Form der Zwangsarbeit) bei der Errichtung der Infrastruktur dieser Industriestadt, des Staudammes und des Aluminiumwerks gelassen. In kyrillischer Schrift liest man Namen wie Müller, Meier, Bauer, Brüggmann ... die Liste ist sehr lang. Ein großes Kreuz bildet das Zentrum der Gedenkstätte.
Dass sich nun eine lutherische Gemeinde mit einem Kirchengebäude in dieser Stadt öffentlich und sichtbar zeigen kann, scheint nach all den Jahren wir ein Wunder. Der Bau des Gebäudes ist noch nicht fertiggestellt. Deshalb trafen sich u.a. Vertreter der Evangelisch-Lutherischen Kirche Ural, Sibirien und Ferner Osten (ELKUSFO), des Gustav-Adolf-Werks e.V. (GAW) und des Martin-Luther-Bundes zu Gesprächen in Krasnoturinsk. Es wurde beraten, wie der Bau weitergeführt und abgeschlossen werden kann. Die Gemeinde plant, einen Teil des Gebäudes zu vermieten, um den Unterhalt der Kirche und einen Teil des Gemeindelebens finanzieren zu können. In ihrem Stadtviertel wirkt die Kirche wie ein Ort der Hoffnung.
Gemeinsam mit der Evangelischen Landeskirche Hannovers, der Partnerkirche der ELKUSFO, wollen wir nun versuchen, den Bau so zu unterstützen, dass er zu einem segensreichen Ende gebracht werden kann und die Gemeinde eine Zukunft hat.
Der gemeinsame Abendmahlsgottesdienst in Krasnoturinsk mit den alten Melodien des Wolgagesangbuches und den russischen Liedern war für alle, die Gemeinde, das Konsistorium und die Gäste aus Deutschland, eine Quelle der Kraft.
"Gut, dass es das GAW gibt", sagte mir Erzbischof Kruse zum Abschied.

 

Gottesdienst in der evangelisch-lutherischen Kirche in Krasnoturinsk.

Die evangelisch-lutherische Kirche in Krasnoturinsk.

Fotos: Haaks

 

10 Jahre Gefängnisseelsorge in Ungarn

Seit zehn Jahren gibt es in Ungarn hauptamtliche Gefändnisseelsorger, die in Haftanstalten Gottesdienste, Bibelstunden und individuelle Seelsorge für Gefangene anbieten. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Gefangenenpfarrdienstes wurde am 5. Mai im Gefängnis zu Vác eine Feierstunde gehalten, an der neben dem lutherischen Bischof János Ittzés, dem reformierten Bischof i.R. Dr. Mihály Márkus und dem katholischen Bischof Dr. Miklós Beer auch der ungarische Staatspräsident Dr. László Sólyom teilnahm. Derzeit sind vier lutherische, elf reformierte und 17 katholische Pfarrer sowie ein Rabbi als hauptamtliche Gefängnisseelsorger in Ungarn tätig.

   

Polen: 50 000 Bäume zum 500. Jubiläum von Luthers Thesenanschlag

Zum 500. Jubiläum von Luthers Thesenanschlag möchte die evangelische Kirche in Polen ein grünes Zeichen setzen: Bis zum 31. Oktober 2017 sollen in Polen 50 000 Bäume gepflanzt werden. Unterstützung erhielten sie dabei von Adam Malysz, einem der erfolgreichsten Skispringer aller Zeiten und evangelischen Christen. Ins Leben gerufen wurde die Baumpflanzaktion von Pfarrer Jan Byrt aus Szczyrk. Er will damit u.a. an die evangelischen Christen erinnern, die nach der blutig verlaufenen Gegenreformation verborgen im Wald Gottesdienste feierten. Bisher wurden bereits über 1 200 Bäume gepflanzt.

Pfarrer Jan Byrt, Skispringer Adam Malysz und sein Trainer Hannu Lepisto.

Foto: Frauer

 

Italienisch-ungarische Partnerschaft

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Italien und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Ungarn haben nach Zustimmung ihrer Synoden im Mai dieses Jahres einen Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. Dieser Vertrag sieht eine Kirchenpartnerschaft beginnend mit Pfingsten 2010 auf zunächst fünf Jahre vor. Neben einer engen Zusammenarbeit im internationalen kirchlichen Leben - mit besonderem Blick auf die Vertretung der Interessen von Minderheitskirchen - planen beide Kirchen Kontakte zwischen Gemeinden, in der Bildungs- sowie in der Medienarbeit.

 
Urlaub in St. Peterburg - evangelische Gemeinde bietet Gästezimmer an

Ein Gästezimmer vermietet die Deutsche Evangelisch-Lutherische St. Annen- und St. Petrigemeinde in St. Petersburg. Das Gästezimmer befindet sich im Diakonie- und Gemeindezentrum direkt neben der Petrikirche und damit in bester Lage in St. Petersburg. Es verfügt über drei Betten. Im Nebenraum befinden sich eine Dusche und eine Waschmaschine, die Gemeindeküche kann benutzt werden. Die Einnahmen aus der Vermietung kommen der Gemeinde zugute. Preise, Anfragen und Buchungen über: petrikirche@gmx.de, Tel. 007 812 312 07 98.

 
Bischof Dr. Edmund Ratz verabschiedet

Dr. Edmund Ratz, 2005-2010 Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Russland und anderen Staaten (ELKRAS) wurde am 30. Mai 2010 nach elf Jahren Dienst in der ELKRAS mit einem Gottesdienst verabschiedet. Die 3. Generalsynode der ELKRAS hatte 18. September 2009 August Kruse, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Ural, Sibirien und Ferner Osten, zu seinem Nachfolger gewählt.

 

Liselotte Fischer, langjährige Leiterin der GAW-Frauenarbeit in Österreich, gestorben

Am 22. Mai 2010 verstarb Liselotte Fischer, langjährige Leiterin der Gustav-Adolf-Frauenarbeit in Österreich.
Liselotte Fischer wurde am 3. April 1921 in Brünn geboren. Als Mitarbeiterin der dortigen deutschen evangelischen Gemeinde lernte sie da ihren späteren Mann Vikar Hans Fischer kennen. Nach den Wirren des Kriegsendes folgte sie ihm 1946 nach Wien, wo sie sehr bald wieder Kontakt nach Brünn und zum evangelischen Hieronymusverein aufnahm und Hilfe für evangelische Gemeinden in Tschechien organisierte. 1967 gründete sie die erste Gustav-Adolf-Frauengruppe in Österreich in Wien und begründete damit die Gustav-Adolf-Frauenarbeit in Österreich, die sie über 40 Jahre lang bis 2007 leitete. Durch ihren unermüdlichen und kreativen Einsatz im Gustav-Adolf-Werk ist Liselotte Fischer vielen zum Segen geworden. Sie hat geholfen, ermutigt und Brücken gebaut. Sie war bekannt und anerkannt nicht nur in der Evangelischen Kirche in Österreich, sondern darüber hinaus in den Haupt- und Frauengruppen des Gustav-Adolf-Werks in Deutschland, in Tschechien und anderen evangelischen Diasporakirchen in der Welt.

Liselotte Fischer.

 

Erste lutherische Bischöfin in Finnland

Pfarrerin Irja Askola heißt die erste Frau, die in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Finnland ein bischöflisches Amt ausüben wird. Die 57-jährige wurde Anfang Juni 2010 von der Synode ihrer Kirche zur Bischöfin von Helsinki gewählt. Sie wird ihr Amt im September 2010 antreten. Irja Askola ist Assistentin des Bischofs der Diözese Espoo. Von 1991 bis 1999 war sie bei der in Genf ansässigen Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) taetig. 1975 schloss sie ihr Studium mit einem Master der Theologie ab und wurde 1988 zur Pfarrerin ordiniert. Ihre Heimatgemeinde ist in Alppila. Der derzeitige Bischof von Helsinki, Dr. Eero Huovinen, ist seit 1991 im Amt und wird im Herbst in den Ruhestand gehen.

Irja Askola.

   

Schwerpunkt Bildung und Erziehung
Synode der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder tagte in Prag

An einer evangelischen Schule darf es nicht nur um die rein fachliche Ausbildung gehen, sondern auch so genannte weiche Faktoren wie Gemeinschaft und geistliches Wachstum müssen eine Rolle spielen. Dies betonte der tschechische Theologe Jan Kerkovský in seinem Vortrag auf der Synode der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB), die vom 27. bis 30. Mai 2010 in Prag tagte. Bildung und Erziehung waren die Schwerpunktthemen dieser Synode. Die EKBB ist Träger verschiedener Bildungseinrichtungen, die in der so genannten Evangelischen Akademie zusammengefasst sind: eine integrative Grundschule, drei berufsbildende Schulen, die Pflegeberufe, Erzieher und Seelsorger ausbilden sowie ein Konservatorium. An den Schulen der EKBB lernen insgesamt 1 200 Schüler und Auszubildende. 250 Lehrer unterrichten hier. Absolventen dieser Schulen sind sehr gefragt und finden in der Regel sofort nach ihrer Ausbildung eine Anstellung. Der Generalsekretär des GAW, Pfarrer Enno Haaks, der auf der Synode zu Gast war, zeigte sich beeindruckt von diesem Engagement. Deutlich wurde aber auch, dass dieser Einsatz für die sehr kleine Kirche zwar enorm wichtig für deren Stellung in der Gesellschaft ist, andererseits die Kirche aber auch sehr fordert.
Ein weiteres Thema war der Mangel an theologischem Nachwuchs in der EKBB. Derzeit sind 10 Pfarrstellen in der EKBB unbesetzt. Synodalsenior Joel Ruml rief die Synodalen, die Laien und die PfarrerInnen der EKBB auf, in ihren Gemeinden gezielt passende Kandidaten für ein Theologiestudium zu suchen und zu fördern.

 

400 Jahre Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei

Unter der Schirmherrschaft des slowakischen Präsidenten Ivan Gašparovic begeht die Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei vom 29. Juni bis 5. Juli 2010 ihr 400. Gründungsjubiläum. Mit wissenschaftlichen Vorträgen, verschiedenen Gottesdiensten und Konzerten, mit Diskussionsforen, Ausstellungen sowie einem bunten Programm auf den 2. Evangelischen Kirchentagen werden die Mitglieder der Kirche und zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland feiern.
Die Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei wurde auf der Synode von Žilina (28.-30. März 1610) gegründet. Politisch bedeutete dies die erste institutionalisierte Anerkennung des slowakischen Gebiets im damaligen Ungarn, so die Kirche.
Die Feiern zum Gründungsjubiläum finden in enger Zusammenarbeit mit der Stadt und der gesamten Region Žilina statt.

 

Neuer Vorsitzender im Gustav-Adolf-Werk in Mecklenburg

Pastor Hans-Georg Meyer wird am 1. September 2010 das Amt des Vorsitzenden des GAW in Mecklenburg antreten. Er wurde am 22. März 2010 auf der Vorstandsitzung der Hauptgruppe einstimmig gewählt und ist inzwischen vom Landesbischof der Kirche bestätigt worden. Meyer übernimmt das Amt von Magdalene Hartig, die 20 Jahre lang den Vorsitz inne hatte und nun nicht wieder kandidierte. Am 7. September 2010 wird Pastor Hans-Georg Meyer in einem Gottesdienst in der St. Georgenkirche in Waren/Müritz in sein Amt eingeführt. Magdalene Hartig wird verabschiedet.

Magdalene Hartig und Pastor Hans-Georg Meyer.

 

Evangelisches Freizeit in Polen von Flut betroffen

Das Freizeitheim "Betania" der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen in Bielsko-Biala ist von der Flut in Polen stark beschädigt worden. Wie die Kirche berichtete sind die Küche, der Speisesaal, der Lager- und der Heizungskeller überschwemmt worden. Erwin Stojak vom Haus Betania: "Wir können das Haus nicht schließen. Derzeit werden hier u.a. bedürftige Familie versorgt, die privat von der Flut betroffen sind." Das Freizeitheim bittet um Hilfe. Benötigt werden im Moment vor allem Möbel und gastronomisches Gerät. Außerdem werden Spenden für die Wiederinstandsetzung des Hauses erbeten. Wer helfen möchte, wendet sich bitte an das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW) in Leipzig: Tel: 0341/490 62 15, info@gustav-adolf-werk.de. Wir stellen den Kontakt nach Bielsko-Biala her. Geldspenden können auf das Spendenkonto des GAW einzahlt werden: Konto: 22 33 44, BLZ 850 951 64, LKG Sachsen, Kennwort: "Betania - Flut in Polen". Wir leiten die Spenden an das Freizeitheim weiter.

 
Aus Polen erreicht uns vom Vorsitzenden des dortigen Gustav-Adolf-Werkes Pfarrer Tadeuz Makula nach den schweren Regenfällen der letzten Tage folgende Nachricht:
„Wir danken unseren Schwestern und Brüdern für die Sorge um unsere Gemeinden in Schlesien/Silesia. Von dort haben wir bis jetzt keine schlechten Nachrichten erhalten. Allerdings stehen viele Felder, Bauernhöfe und Häuser unter Wasser. Wir werden Euch benachrichtigen, sofern wir nähere Informationen haben.“

"... damit ihr Hoffnung habt!"
Das GAW auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München (12.-16. Mai 2010)

Hoffnung stiften - das will das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW) und hat dies mit seinem Programm auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München gezeigt:

Hoffnungsgeschichten erzählte der Pfarrer und Menschenrechtler Helmut Frenz am Freitag auf der AGORA des 2. Ökumenischen Kirchentags in München. Er las aus seinem Buch "... und ich weiche nicht zurück!" - Chile zwischen Allende und Pinochet: Ein Pfarrer und Menschenrechtler erinnert sich (ISBN 978-3-87593-109-9) und kam ins Gespräch mit Pfarrer Enno Haaks, Generalsekretär des GAW. Packend erzählte Frenz über seine Jahre als Pfarrer und Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Chile zwischen 1965 und 1975, die zu den entscheidendsten seines Lebens werden sollten. Die Ereignisse im Chile der 70er Jahre zwangen ihn Stellung zu beziehen und sein Einsatz für die vom Pinochet-Regime Verfolgten machte Helmut Frenz wurde zu einem der gefragtesten Menschenrechtler seiner Zeit. 1974 erhielt er den Nansen-Flüchlingspreis der Vereinten Nationen und wurde nach seiner Ausweisung aus Chile 1976 Generalsekretär der deutschen Sektion von Amnesty International.

Der Hoffnung Raum gegeben haben das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW), das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken und der Martin-Luther-Bund (MLB) mit ihrem ökumenischen Gottesdienst in der Münchener Versöhnungskirche - ebenfalls am Freitag. Zu Wort kamen u.a. Mitwirkende aus Partnerkirchen der drei Diasporawerke sowie deren Generalsekretäre Pfarrer Enno Haaks (GAW), Monsignore Georg Austen (Bonifatiuswerk) und Dr. Rainer Stahl (MLB). Thema des Gottesdienstes war: "Zeig draußen, wes Geistes Kind du bist!" Dr. Stahl betonte, dass alle christlichen Kirchen zwar in ihrer konfessionellen Tradition verankert, aber gegenüber der immer größer werdenden Zahl von Konfessionslosen in Deutschland als Christen auf einem gemeinsamen Weg in die Zukunft sind: "Wer sich konfessionell bestimmt, bestimmt sich zu aller erst als Christ!"

Wie das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW) Hoffnungsräume baut und erhält, darüber konnten sich die Besucher des Kirchentags am Stand des GAW auf der AGORA informieren. Gäste aus Partnerkirchen und Mitarbeiter des GAW standen zu Gesprächen zur Verfügung und stellten Projekte des GAW in Deutschland, in Südamerika und (Ost-)Europa vor. Gemeinsam mit dem Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken und dem Martin-Luther-Bund lud das GAW in ein Diasporacafé ein.

Das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW), das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken und der Martin-Luther-Bund präsentierten sich gemeinsam als evangelische und katholische Diasporawerke auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München.

Bildergalerie

"Zeig draußen, was du drinnen glaubst"
Podiumsgespräch auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München

München. Mit ökumenischen und missionarischen Herausforderungen in der Diaspora beschäftigte sich die Veranstaltung "Zeig draußen, was du drinnen glaubst", die das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW), das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken und der Martin-Luther- Bund am Donnerstag auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München veranstalteten.

Zu Gast war u.a. Dr. Günther Beckstein, Vizepräses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland. Er rief die Christen in Deutschland zu einem Tabubruch auf: Protestanten wie Katholiken sollten endlich auch in ihrer Alltagswelt, in der Familie, bei der Arbeit, in der Schule, offen über ihren Glauben sprechen. Gerade in einer Situation, in der Christen in Deutschland sich mehr und mehr in der Minderheit wiederfänden, sei jeder einzelne gefragt. Es brauche ein authentisch gelebtes Glaubenszeugnis eines jeden einzelnen Gläubigen, unterstrich Beckstein.

 
Neben Beckstein sprachen auf dem Podium die katholische Ordensfrau, Schwester Jordana Schmidt, der evangelische Oberkirchenrat, Manfred Seifert aus Dessau, und der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen. Die Diskussion leitete Maria von Welser (NDR).
Monsignore Austen forderte Freiräume des Glaubens, in denen Glaube erfahren und erlebt werden kann. Deshalb gelte es Einrichtungen in der Diaspora zu stärken, um Menschen mit der frohen Botschaft zu erreichen. "Vor allem aber braucht es überzeugte Persönlichkeiten, um die Zukunft der Kirche zu gestalten", sagte der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes. Das Bonifatiuswerk investiere deshalb in Menschen, die neue Wege der Glaubensvermittlung gehen.

"Christen sind überaus bereit zur Übernahme von Verantwortung", stellte Oberkirchenrat Seifert fest. Genau diese Eigenschaft müssten Christen nutzen, um den Glauben weiterzutragen und sich mit Glaubensgenossen zusammenzufinden. Seifert sieht eine besondere Verantwortung in der Glaubensweitergabe an Kinder und Jugendliche. "Vor allem christliche Schulen bieten eine gute Möglichkeit, draußen zu zeigen, was man drinnen glaubt!"

Das Gustav-Adolf-Werk e.V., das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken und der Martin-Luther-Bund präsentieren sich gemeinsam als evangelische und katholische Diasporawerke auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag in München. Neben der Podiumsdiskussion feierten die Diasporawerke am Freitag einen ökumenischen Gottesdienst und luden von Donnerstag bis Sonntag in gemeinsames Diasporacafé auf der AGORA ein.

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