Ein kleines Mädchen steht vor dem Altar und liest den Erwachsenen etwas vor.
In der Gemeinde Vida y Esperanza können Kinder ihre Fähigkeiten einbringen. Foto: Marco Carrido

Projekt des Monats Oktober 2011

Ort der Hoffnung in Padre Hurtado, Santiago (Chile)

Mehrzweckraum für die lutherische Gemeinde in Padre Hurtado, einem Armenviertel in Santiago de Chile

Eineinhalb bis zwei Stunden benötigt Pastorin Neli Maske für die Fahrt aus dem Stadtzentrum in die Siedlung "Padre Hurtado". Padre Hurtado war Jesuitenpriester, der sich zu Lebzeiten sehr für die Armen der chilenischen Gesellschaft eingesetzt und das größte diakonische Werk Chiles mit Namen "Hogar de Cristo" aufgebaut hat. Er ist in der katholischen Kirche inzwischen heiliggesprochen. Die Siedlung, die seinen Namen trägt, ist eine schnell wachsende Armensiedlung am Stadtrand Santiagos. Mehr als 50 % der Bewohner sind Kinder und junge Menschen.

Hier versucht nun die kleine lutherische Gemeinde La Trinidad ein missionarisch-diakonisches Projekt zu realisieren. In der Siedlung gibt es viele Arbeitslose, Alkohol- und Drogenabhängige, der Alltag ist vielfach von Gewalt geprägt. Hier braucht es engagierte Christen, die den Menschen helfen, Halt und Sinn im Leben zu finden. Vor drei Jahren begann die diakonische Arbeit im Viertel. Zunächst trafen sich kleine Frauen- und Kindergruppen in den Privathäusern. Inzwischen gibt es eine Kindergruppe mit bis zu 40 Kindern, eine Jugendgruppe mit 20 TeilnehmerInnen, eine Frauengruppe und eine Seniorengruppe. Die Missionsgemeinde nennt sich „Vida y Esperanza“ (Leben und Hoffnung). Helmut Frenz (1933-2011), ehemaliger Bischof der Lutheraner in Chile und bekannter Menschenrechtsaktivist, war bis zu seinem Tod Mitglied der Gemeinde La Trinidad und unterstützte ihre Arbeit in Padre Hurtado.

Inzwischen hat der Bürgermeister des Stadtteils der Gemeinde einen provisorischen Raum zur Verfügung gestellt, um ihre Gemeinschaft stiftende Arbeit zu unterstützen. Der wachsenden Gemeinde fehlt jedoch ein richtiges Zuhause. Mit Hilfe der Iglesia Evangélica Luterana de Chile (IELCH) konnte ein Grundstück zu günstigen Konditionen gekauft werden. „Vida y Esperanza“ möchte ein Gemeindehaus errichten, das zugleich ein Ort ist, wohin sich Menschen der Umgebung mit ihren Sorgen und Nöten wenden können: Ein Ort der Hoffnung.

Das GAW versucht, diese Missionsgemeinde bei ihren Visionen und Aufgaben zu unterstützen. Mit dem Projektkatalog 2011 sollen 13 600 Euro für den Bau eines sehr einfachen Gemeindehauses gesammelt werden.