Õie ist 75 Jahre alt. Ihr Leben lang hat sie in einer Kolchose gearbeitet. Ihre Kinder haben das Dorf verlassen, weil es hier keine Arbeit gibt. Solange Õies Gesundheitszustand es zuließ, half sie in ihrem Dorf und der Kirchgemeinde, wo sie konnte. Sie läutete die Glocken der Kirche, schmückte den Altar für die Gottesdienste usw. Seit einigen Jahren kann die alte Frau dies nicht mehr. Nur noch mit einer Gehhilfe ist sie in der Lage sich fortzubewegen. Diese Gehhilfe hat sie von der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde in Nissi erhalten. Bei einer durchschnittlichen monatlichen Rente in Estland in Höhe von 270 bis 300 Euro fällt es vielen Alten schwer selbst den Grundbedarf ihres täglichen Lebens zu decken.
Seit dem Jahre 2004 ist Estland Mitglied der Europäischen Union und gilt als einer der „Musterschüler“ unter den neuen Mitgliedsstaaten was politische Stabilität, wirtschaftliche Entwicklung, solide Finanzpolitik und die Übernahme europäischer Standards betrifft. Doch vor allem die Landbevölkerung, kinderreiche Familien und Behinderte bleiben auf der Strecke. Deshalb will die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Nissi – ca. 50 km südlich der estnischen Hauptstadt Tallinn gelegen – ein kleines diakonisches Zentrum einrichten: mit einer Kleiderkammer und Lagermöglichkeiten für weitere Hilfsgüter wie Lebensmittel, Arznei und orthopädische Gerätschaften, die die Gemeinde heute schon an bedürftige Menschen in Nissi und den umliegenden Dörfern verteilt. Pfarrerin Lea Jants-Ylönen: „Jeder, der Hilfe benötigt, bekommt sie von uns. Egal, ob Mitglied in unserer Kirchgemeinde oder nicht.“ Einige Kilometer von Nissi entfernt stehen Wohnblocks neben ehemaligen Stallanlagen. Vieh wird dort schon lange nicht mehr gezüchtet. Die Bewohner der Blocks, früher angestellt in der Kolchose, sind arbeits- und inzwischen oftmals hoffnungslos. Lea Jants-Ylönen: „Diese Familien erhalten von uns regelmäßig wenigstens Lebensmittel.“
Neben dem Gemeindehaus verfügt die evangelisch-lutherische Gemeinde in Nissi über zwei weitere – sehr sanierungsbedürftige – Gebäude. In einem soll das neue Diakoniezentrum für Nissi und Umgebung entstehen. Die Gemeinde hat mit der Sanierung des Hauses begonnen und bittet insbesondere für die Dachsanierung um Hilfe. Das alte Dach muss entfernt, Balken und Dachlatten ausgetauscht, neue Schornsteine müssen gesetzt und das Dach neu eingedeckt werden.
Insgesamt wird die Sanierung des Daches rund 21 000 Euro kosten. 14 000 Euro davon kann die Gemeinde durch Eigenleistung, Eigenmittel und verschiedene Projektförderer aufbringen. 7 000 Euro fehlen noch. Helfen Sie mit Ihrer Spende!