Geschichte
Die Gustav-Adolf-Frauenarbeit ist die älteste kirchliche Frauenorganisation in Deutschland. 1832 war in Leipzig der Gustav-Adolf-Verein ins Leben gerufen worden. Es sollte noch beinahe zwanzig Jahre dauern, bis die eigenständige Gustav-Adolf-Frauenarbeit entstand.

Die erste Überlieferung von der Gründung einer Frauengruppe in Rees, Niederrhein, stammt aus dem Jahr 1848. 1851 entstand in Berlin der erste Frauenkreis, dessen Existenz sich durch schriftliche Quellen belegen lässt. Dieses Datum feiert die heutige Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit im Gustav-Adolf-Werk als ihren Geburtstag.


 
Die Frauenvereine wurden zu einer wichtigen Ergänzung des Gustav-Adolf-Hauptvereins. Innerhalb der Diasporaarbeit fanden sie ihr spezifisches Feld, das bis heute beibehalten worden ist: die sozialdiakonischen Aufgaben. Die Frauenkreise sammelten für Konfirmandenanstalten, für Witwen und Waisen, zur persönlichen Unterstützung von Predigern und Lehrern in der Diaspora etc.

1886 wurde eine gemeinsame "Liebesgabe" für alle Frauengruppen vorgeschlagen.
Daraus hat sich das heutige Jahresprojekt der Frauenarbeit entwickelt.

 
Das Vorbild der Frauen aus Berlin war ansteckend: 1875 gab es schon 563 Gustav-Adolf-Frauenkreise und deren Zahl stieg stetig (1913: 718). Dieser Erfolg hatte mitunter auch emanzipatorische Gründe: in einer Zeit, in der Frauen weder politische Beteiligung noch eigener Beruf zugestanden wurde, boten die Gustav-Adolf-Frauenkreise die Möglichkeit, Karitatives und Geselliges zu verbinden.

Mit Fantasie und hohem persönlichen Einsatz gingen die Frauen ans Werk, galt es denn Benefizkonzerte und Versteigerungen zu organisieren oder Handarbeiten anzufertigen. Großer Einfallsreichtum und ein sehr persönlicher Bezug zu den betreuten Projekten sind bis heute kennzeichnend für die Frauenarbeit im Gustav-Adolf-Werk geblieben.

 
Die wichtige Rolle, die die Frauenarbeit innerhalb des Gustav-Adolf-Vereins einnahm, wurde durch die eigene Frauenverwaltungsstelle in der Zentrale des Vereins in Leipzig unterstrichen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde mit dem Gustav-Adolf-Werk auch die Frauenarbeit in West und Ost geteilt. Erst seit 1991, kurz vor der Zusammenführung der Gustav-Adolf-Werke West und Ost, gibt es wieder einen "Frauenschreibtisch" in der Zentrale des GAW. Mit der Neugründung des Gustav-Adolf-Werks 1992 konstituierte sich auch die Frauenarbeit neu als die Arbeitsgemeinschaft der Frauenarbeit im Gustav-Adolf-Werk.


 
Seit 1991 steht Vera Gast-Kellert als ehrenamtliche Leiterin der Frauenarbeit vor. Sie hat die Eigenständigkeit der Frauenarbeit innerhalb des GAW gewahrt und den Frauengruppen neue Impulse gegeben.


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