„Nur für eine kleine Weile habe ich dich verlassen, doch
mit großem Erbarmen hole ich dich heim.“ (Jesaja
54,7 – Monatsspruch Dezember 2011)
Liebe Schwestern und
Brüder, liebe Freunde des Gustav-Adolf-Werkes!
Durch den Mund des Propheten spricht Gott selbst in eine
Zeit hinein, die gottverlassen erlebt wird. Vielleicht haben auch schon damals
die Hörer dieser Worte vergessen, „dass sie Gott vergessen haben“ (Krötke).
Dass ist durchaus eine moderne Erfahrung. Ob sie gut ist, ist eine andere. Denn
– woran orientiert sich der Mensch in seinen Wertvorstellungen? Wer sagt ihm,
was gut ist und was nicht? Woher erfährt er Erbarmen mit sich? Der Prophet
mahnt, sich nicht am Gefühl des Verlassenseins auszurichten, sondern an Gottes
Erbarmen. Das ist, was zählt! Gott ist dabei!
Zum Wesen der Diasporaerfahrung gehört auch das Empfinden, allein und manchmal
verlassen zu sein. Der Monatsspruch will helfen, Diaspora als Chance zu
begreifen, am Erbarmen Gottes teilzuhaben.
Als Dienstgemeinschaft im Gustav-Adolf-Werk wollen wir das tun: Zeichen des
Erbarmens Gottes in dieser Welt zu geben, an der Seite derer zu stehen, die auf
sich allein gestellt sind. Das tun wir, wenn wir z.B. der Spanischen
Evangelischen Kirche helfen, die Lasten ihres Pensionsfonds mitzutragen, wie
jüngst durch die Frauenarbeit geschehen. Das tun wir, wenn wir fürbittend
eintreten für die zerstrittenen Schwestern und Brüder in unseren Partnerkirchen
in Kroatien oder in Venezuela, wo die Gefahr einer Kirchenspaltung wächst.
Gottes Erbarmen gilt uns allen! Leben wir daraus!
Seien Sie behütet!
Ihr
Enno Haaks
Pfarrer, Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werks
Nachrichten
– Anerkennung der
evangelisch-theologischen Abschlüsse in Spanien: Mit einem königlichen
Dekret vom 11. November 2011 wurden erstmalig Abschlüsse des Vereinigten Evangelischen
Seminars der Theologie (Seminario Evangélico Unido de Teologia – SEUT)
staatlich anerkannt. Evangelische theologische Ausbildungsstätten gibt es in
Spanien schon seit über 100 Jahren.
− Polnische Lutheraner beraten sich
mit der Regierung: Am 26. Oktober 2011 fand in Warschau zum ersten Mal eine
Sitzung der gemeinsamen Kommission aus Vertretern der polnischen Regierung und
der Evangelisch-Augsburgischen Kirche statt. Die wichtigsten Fragen waren die
steuerliche Veranlagung von kirchlichen Friedhöfen und die Finanzierung der öffentlichen
Aufgaben der Kirche. Das nächste Treffen soll 2012 stattfinden.
– Neues
Dokument über konfessionsverbindende Ehen in Polen: Die polnische katholische
Bischofskonferenz verabschiedete im Oktober ein gemeinsames Dokument mit dem Polnischen
Ökumenischen Rat, das konfessionsverbindende Ehen erleichtert. Die Ehepartner
müssen künftig nicht mehr schriftlich zusichern, dass die Kinder in der
katholischen Kirche getauft und katholisch erzogen werden, sondern sie dürfen
im Einvernehmen nach einer Lösung suchen, die für die jeweilige Familie die
beste ist. Das Dokument muss noch vom Vatikan gebilligt werden.
– Tagung der Diasporawerke in
Europa: Vom 23.-26. Oktober traf sich im tschechischen Bystrice pod
Hostýnem (Mähren) die Arbeitsgemeinschaft der Diasporawerke in Europa (AGDE) zu
ihrer alle zwei Jahre stattfindenden Konsultation. Auf der Tagung wurde Generalbischof
Miloš Klátik, Evangelische Kirche A.B. in der Slowakei, als Vorsitzender der AGDE
gewählt. Er löst Prof. Werner Horn vom Gustav Adolf Verein in Österreich ab,
der sechs Jahre die Leitung innehatte. Mit einem gemeinsamen Projekt wird die
Arbeit der reformierten und der evangelischen Kirche mit der Roma-Minderheit in
der Slowakei gefördert. Mehr
– Georg-Dehio-Kulturpreis 2011 an Bischof em. Klein: Das Deutsche
Kulturforum östliches Europa hat den Georg-Dehio-Kulturpreis 2011 an Bischof em.
der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien,
Christoph Klein, verliehen. Klein wurde ausgezeichnet für die Umgestaltung der
Evangelischen Kirche sowie ihrer Öffnung für die Gesamtgesellschaft und zugleich
für sein Engagement bei der Bewahrung des kulturellen Erbes der Deutschen in
Siebenbürgen.
– Gustav-Adolf-Preis 2011: Mit dem Gustav-Adolf-Preis des GAW
Hessen-Nassau wird 2011 die weltberühmte Geigerin Anne Sophie Mutter geehrt – für ihren Einsatz für notleidende
Kinder in Osteuropa. Die Preisverleihung findet am 9. Dezember 2011 um 18 Uhr
in der Dreifaltigkeitskirche in Worms statt.
–
Weihnachtskarte: Die Weihnachtskarte
2011 zeigt eine Krippe aus Maisblättern. Mit dem Verkauf solcher Krippen haben
Frauen einer lutherischen Gemeinde in Santiago de Chile den Kindergarten Belén
(Betlehem) unterstützt. Die Klappkarte kostet 0,50 Euro (zzgl. Versandkosten).
Bestellungen: Tel.: 0341/4906213, E-Mail: verlag@gustav-adolf-werk.de oder
im Internet.
– Jahreslosungskarte 2012 aus Baden: Das GAW Baden hat für 2012 eine
Klappkarte mit dem Jahreslosung „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2.
Kor. 12,9) herausgegeben. Das Kartenmotiv zeigt Schülerinnen und Schüler aus
dem Schulprojekt Oguasu der Evangelischen Kirche am Rio de la Plata in Paraguay.
Auf der Rückseite findet sich eine Besinnung des Landesbischofs Dr. Ulrich
Fischer zur Jahreslosung. Einzelpreis 0,20 EUR/Stück (mit Umschlag 0,25 EUR;
zzgl. Versandkosten). Bestellungen: Evangelischer Oberkirchenrat, GAW Baden, Blumenstr.
1-7, 76133 Karlsruhe, Tel.: 0721/9175517, Fax: 0721/917525517, E-Mail: gaw-baden@ekiba.de
– Neue Internetseiten: Zwei Hauptgruppen haben im November ihre neu
gestalteten Internetseiten freigeschaltet: Hannover (www.gaw-hannover.de) und GAW
Hessen-Nassau (www.gaw-ekhn.de).
– Gemeindejubiläum in Kaliningrad:
Am 10./11. Dezember 2011 erinnert
die Evangelisch-Lutherische Kirche in der Oblast Kaliningrad an die
Wiedergeburt ihrer Gemeinden nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor zwanzig
Jahren.
– Gottesdienstübertragung aus Prag: Am Sonntag, dem 4. Dezember, wird das ZDF von 9.30 bis 10.15 Uhr live den Gottesdienst aus der Prager Kirche St. Martin in der Mauer übertragen. Die Kirche St. Martin in der Mauer gehört zur Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder, gleichzeitig ist die Gemeinde eine Auslandsgemeinde der
Evangelischen Kirche in Deutschland. Die Predigt des ZDF-Gottesdienstes wird zweisprachig gehalten.
Projekt des Monats Dezember
2011
Platz für Kinder in El Alto,
Bolivien
„Politiker reagieren nicht auf die
Bedürfnisse und Nöte der Menschen. Deshalb müssen wir als Kirche sehen, was wir
tun können, und unsere Rolle im Dienste der Gemeinschaft finden“, umreißt
Pfarrer Cristobal Alejo Fernandez die Aufgaben, die vor seiner Kirche stehen.
Die evangelische Gemeinde „Nueva Jerusalén“
in El Alto hat einen wichtigen Schritt in diese Richtung getan. Sie bietet den Kindern,
die sich selbst überlassen sind, eine warme Mahlzeit, Hilfe bei den Hausaufgaben
und christliche Orientierung an. Dafür müssen Räume errichtet werden.
Mehr: http://www.gustav-adolf-werk.de/projekt-des-monats.html