Brasilien: Lutherische Kirche ruft zum Ende der Gewalt auf

15.02.2017 - 10:57:00

tl_files/bilder/Nachrichten/2017 - Januar-Juni/big_da34d82f6c0a3f04605968874a0ed7e2.pngIn einem Pastoralschreiben äußert sich der lutherische Synodalpfarrer Joaninho Borchardt in Espíritu Santo a Belém in Brasilien mit Sorge hinsichtlich der Gewaltausbrüche in seiner Region: „Seit Tagen erleben die Menschen Gewalt durch den Mangel an öffentlicher Sicherheit.“  Der Hintergrund liegt in dem Polizeistreik in der brasilianischen Großstadt Vitória. Das hat zu einer Welle der Gewalt geführt. In den vergangenen Tagen wurden an die 100 Menschen getötet, berichtete das Nachrichtenportal Globo unter Berufung auf die Polizeigewerkschaft. Der öffentliche Nahverkehr fiel aus, Gesundheitszentren und Schulen blieben geschlossen. Immer wieder kam es zu Schießereien, Plünderungen und Überfällen. In der nahe gelegenen Stadt Cariacica wurden drei Polizisten angeschossen.

Der Synodalpfarrer ruft die Verantwortlichen zum Dialog und zu Verhandlungen auf.

Und er fragt: „Wie kann es sein, dass in so kurzer Zeit in Brasilien das soziale Gefüge auseinanderzubrechen scheint? Wie kann es sein, dass die Verrohung in der Gesellschaft derart zunimmt, dass Banditen das Gefühl haben, sie können alles tun, was sie wollen?“

Dann weist Borchardt darauf hin, dass der Staat Espirito Santo a Belém in den vergangenen vier Jahren mehrere große Tragödien erlebt hat: Überschwemmungen, ein Dammbruch des Samarco Damms mit den großen Umweltschäden im Rio Doce und an der Küste von Espirito Santo. Zudem weist er auf die sehr hohe Rate häuslicher Gewalt im Bundesstaat hin.

„Als Christen fordern wir ein Ende der Gewalt und eine gegenseitige Achtung voreinander! Als lutherische Kirche lehnen wir jede Art von Gewalt ab und wollen helfen, Frieden zu stiften aus unserem Glauben heraus! Unsere Städte müssen wieder Orte sein, wo Menschen sich begegnen. Dafür braucht es Sicherheit und das Einhalten der Gesetze!“ beton Borchardt.

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