Hilfe für Chile

Am 27. Februar 2010 bebte in Chile die Erde. Eines der stärksten je gemessenen Erdbeben und ein Tsunami verwüsteten besonders Concepción und umliegende Siedlungen und Städte.

Hier gibt es Fotos, Augenzeugenberichte, Infos über das Ausmaß der Zerstörungen in den Kirchengemeinden
 

Das Gustav-Adolf-Werk, Diasporawerk der Evangelischen Kirche in Deutschland, hat eine Spendenaktion zugunsten seiner chilenischen Partnerkirchen gestartet.

Spendenkonto: 22 33 44, BLZ 850 951 64, Landeskirchliche Kreditgenossenschaft Sachsen eG-LKG Dresden
Stichwort: "Chile Erdbebenhilfe"
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Presseberichte und Pressemitteilungen

Erdbeben in Chile: 10.000 Euro Soforthilfe vom GAW   Mehr...

KOLLEKTENABKÜNDIGUNG

Evangelische Gemeinden in Chile von schwerem Erdbeben betroffen

Gustav-Adolf-Werk bittet um Spenden / Generalsekretär Enno Haaks: „Wir sind mit unseren Gedanken und Gebeten bei den Menschen in Chile!“ Mehr ...

Berichte in der deutsch-chilenischen Wochenzeitung "Condor"

Augenzeugenberichte

Das Ausmaß der Schäden wird sichtbar: Aktueller Lagebericht aus Concepcíon und der Umgebung von Pastor Eduardo, Martin-Luther-Gemeinde Mehr ...

Weitere Augenzeugenberichte

Fotos

Bilder von Santiago de Chile
Bilder vom Küstenstreifen bei Concepción
Fotos von Andreas Valda aus Chile


Augenzeugenbericht

Ein Brief des Pastors der Martin-Luther-Gemeinde in Concepción, in dem er die Situation der evangelischen Gemeinden in und um Concepción schildert

Gott sei Dank, ist niemand aus unseren Gemeinden hier in Concepción ums Leben gekommen. Besonders die Menschen der Martin-Luther-Gemeinde haben viel Glück gehabt mit ihren Häusern und Wohnungen. Die meisten davon waren etwas ältere Gebäude aus den 50er Jahren, die sich noch nach den traditionalen Baubestimmungen errichtet worden sind und daher gut standgehalten haben. Ebenfalls gab es niemanden, der in ganz neue Wohnungen eingezogen ist, die dann auch schwere Schäden erlitten haben und demnächst abgerissen werden müssen. In den meisten Fällen sind nur Teller, Tassen und andere Alltagsdinge kaputtgegangen. Einige Familien haben zeitweise Herberge in Camping-Zelten in Parks und auf anderen Plätzen der Stadt - wie zum Beispiel Pastor Oscar Sanhueza mit seiner Familie - oder bei Freunden gesucht, bis sie sich sicher waren, dass ihre Häuser nicht einsturzgefährdet sind und sie wieder Vertrauen zu schöpfen vermochten.
[...]
Mit den Kirchengebäuden schaut es recht verschieden aus. Der Gemeinderaum der Sankt -Petrus-Gemeinde in Coronel ist zusammengebrochen, weil die Brandmauer des Nachbars nicht aus Beton sondern lediglich aus Ziegelsteine bestanden hat und auf den Gemeindebau gestürzt ist. Dazu sind im Pfarrbüro einige Wandstücke gefallen, wodurch der Raum zur Zeit nicht gebraucht werden kann. Pastor Oscar und Pastor Carlos berichteten, Gott sei Dank, lediglich von wenigen Schäden an den Pfarrhäusern: einige Fensterschienen sind schräg und der Fußboden zeigt einige Risse, was aber im Concepcióner Winter verhängnisvoll werden kann und daher nicht zu unterschätzen ist. In der Martin-Luther-Gemeinde hat die Kirche den Erdstößen relativ gut standgehalten. An den vier Ecken des Kirchenschiffes sind Risse am Putz entstanden. Über den Altarbogen sind auch weitere Risse zu sehen. Laut der ersten fachlichen Begutachtung müssten sie kein großes Risiko bedeuten. Allerdings vermögen wir dem fachlichen Spruch noch nicht ganz zu vertrauen und haben immer noch ein bisschen Angst, dass die Ziegelsteine bei einem Nachbeben doch über die Abendmahlgemeinde fallen könnten. Im Falle vom Pfarrhaus gab es kaum Schäden an der Struktur. Nur ein Wandriss im Pfarrbüro hat sich vertieft, ein Fenster war kaputt und die Dachziegel sollten sich wohl etwas verschoben haben. Durch ihre altersbedingte Brüchigkeit, jedoch, sind sie schwer wieder an ihren Platz zu verrücken. In der Sankt-Paulus-Gemeinde in Hualpén, soll die Kirche nur wenig Schaden erlitten haben, da der Bau hauptsächlich aus Holz bestand und durch die Flexibilität des Materials die Erschütterung besser vertragen hat. Nur die Ummauerung hat einige Stücke verloren. Die neue Kirche in Chiguayante hat glücklicherweise keinen Schaden erlitten.

Unsere sozialdiakonischen Projekte zeigen ein etwas tristeren Bild als unsere Gemeinden. Die meisten Familien haben kleine und große Hausratverluste erlitten, ihre Häuser haben verschiedene Bauschäden davongetragen. Auch wenn das neue Gebäude vom Zentrum Agüita de la Perdiz das Erdbeben größtenteils recht gut überstanden hat, ist die Nordmauer des dritten Stockwerks in der Mitte senkrecht gebrochen, da dieses Geschoss im letzten Bauzug und mit wenigen Mitteln erstellt worden war. Im Frauenzentrum von Boca Sur ist eine ganze Mauer scheinbar gestürzt und die Nachbarn und die Mitglieder der kleinen Gemeinde dort mussten das Haus vor Plünderungen schützen.

Den vollständigen Brief können sie hier lesen.


Pressemitteilungen

Erdbeben in Chile:
10.000 Euro Soforthilfe vom Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW)

Ökumenisches Nothilfeteam in Chile gegründet / Evangelische Gemeinden im Raum Concepción schwer vom Erdbeben betroffen

(Leipzig, 2. März 2010) Das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW) stellt 10.000 Euro Soforthilfe für die vom Erdbeben betroffenen evangelischen Gemeinden in Chile zur Verfügung. Enno Haaks, Generalsekretär des GAW: "Mit diesem Geld soll vor allem die kirchliche Infrastruktur wieder aufgebaut werden. Die sozialen Einrichtungen und Kirchen unserer Partnergemeinden müssen funktionieren, damit das Leben weiter gehen kann und die Gemeinden ihre diakonische und seelsorgerliche Arbeit wieder aufnehmen können."



eingestürztes Haus
im Armenviertel

In Chile ist derweil ein ökumenisches Nothilfeteam gegründet worden, dass die Bestandsaufnahme und Hilfe für zerstörte kirchliche Einrichtungen im Erdbebengebiet koordinieren soll. Mit zu diesem Team gehört u.a. die Evangelisch-Lutherische Kirche in Chile, Partnerkirche des GAW.

Heute, am 2. März 2010, sollten vier Vertreter des Nothilfeteams, darunter Gloria Rojas, Kirchenpräsidentin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Chile nach Concepción und Umgebung aufbrechen, um festzustellen, welche Gemeinden in welchem Ausmaß konkret vom Beben betroffen sind. Geplant war auch, erste kirchliche Hilfsgüter in diese Region zu bringen. Die Reise wurde aufgrund der äußerst unsicheren Lage kurzfristig abgesagt und auf die kommende Woche verschoben. Gloria Rojas: "Es gibt überall gewaltsame Ausschreitungen, Überfälle, Plünderungen. Selbst der Weg nach Concepción ist nicht sicher. Die Menschen rauben, weil sie Hunger haben und Wasser brauchen." Die chilenische Regierung hatte bereits den Notstand für die betroffenen Regionen erklärt und Ausgangsperren verhängt.

Inzwischen haben das GAW Nachrichten von Pastoren aus Concepción und Umgebung erreicht.

Pastor Héctor Carillo, ehemals Pfarrer in Coronel bei Concepción: "Alicia hat mir per Handy mitgeteilt, dass sie alles verloren haben. Im Pfarrhaus in Coronel ist die Decke eingestürzt. Es gibt kein Wasser, kein Licht. Alle haben Angst vor Überfällen und Einbrüchen. Es gibt keine Lebensmittel mehr. Der Supermarkt wurde ausgeraubt und angezündet. Alicia schläft mit den Kindern draußen. Die Leute haben sich aus Angst vor dem Meer auf die Hügel zurückgezogen. Coronel ist isoliert. Nicht einmal die Sicherheitskräfte wagen sich noch dorthin."

Oscar Sanhueza, Pfarrer in Concepción, berichtet, dass die Situation chaotisch ist: "Ein Großteil der Stadt ist zerstört. In Chiguayante haben einige Familien Zuflucht in der Kirche gefunden. Sie haben alles verloren. Wie es in Hualpen aussieht, weiß ich noch nicht. Dort ist der Tsunami drübergegangen. Ich schlafe draußen, meine Wohnung ist komplett zerstört. Es beginnt zu regnen. Nach Coronel ist kein Durchkommen. Es gibt kein Wasser und kein Benzin."

Inzwischen hat die Evangelisch-Lutherische Kirche die Schäden an ihren Einrichtungen in der Hauptstadt Santiago de Chile aufgenommen. Gloria Rojas: "Im Kindergarten El Sembrador sind Mauern eingestürzt. Einige Gemeindehäuser sind vom Einsturz bedroht. Fast alle Gebäude haben zumindest leichte bis mittlere Schäden erlitten. Über konkrete Schätzungen zur Höhe der Sachschäden verfügen wir noch nicht."

Rolando Holtz, Bischof der Lutherischen Kirche in Chile, berichtet, dass sich die Schäden an der Kirche in Valparíso auf etwa 20.000 Euro belaufen. Von den Gemeinden dieser Kirche aus Temuco und Umgebung hat Holtz bisher noch keine Nachrichten erhalten.

Das GAW bittet um Hilfe für die vom Beben betroffenen evangelischen Gemeinden in Chile:
Spendenkonto: 22 33 44, BLZ 850 951 64, LKG Dresden.

Kennwort: Chile Erdbebenhilfe
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Evangelische Gemeinden in Chile von schwerem Erdbeben betroffen
Gustav-Adolf-Werk bittet um Spenden / Generalsekretär Enno Haaks: „Wir sind mit unseren Gedanken und Gebeten bei den Menschen in Chile!“

Nach dem schweren Erdbeben in Chile befürchtet das Gustav-Adolf-Werk e.V. (GAW), dass auch mehrere seiner Partnergemeinden schwer betroffen sind. Derzeit versuchen die Pastoren ihre Gemeindemitglieder aufzusuchen, was insbesondere in und um die Stadt Concepción, die nahe dem Epizentrum des Bebens liegt, sehr schwierig ist. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Chile, Partnerkirche des GAW, hat im Raum Concepción mehrere Gemeinden. Kirchenpräsidentin Gloria Rojas (Santiago de Chile) berichtet, dass es Pastor Oscar Sanhueza in Concepción aufgrund des Ausmaßes der Zerstörung bisher noch nicht gelungen ist, Kontakt zu seinen Gemeinden in Chiguayante und Coronel aufzunehmen.

In Santiago de Chile haben mehrere kirchliche Gebäude Schäden davongetragen. Gemeindemitglieder berichten, dass sie Angehörige vermissen, dass ihre Häuser vom Beben verwüstet wurden und die Stromversorgung und Infrastruktur zusammengebrochen waren. Gloria Rojas: "Wir hoffen, dass wir in wenigen Stunden mehr sagen können. Im Moment habe ich den Eindruck, dass wir vor allem aus dem Ausland Informationen über das Ausmaß des Bebens erhalten."

Enno Haaks, Generalsekretär des GAW und 2000-2009 selbst Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Chile: "Wir sind mit unseren Gedanken und Gebeten bei den Menschen in Chile! Ich selbst habe Freunde und Bekannte dort, über deren Schicksal ich im Ungewissen bin. Mein Nachfolger als Pastor der Versöhnungsgemeinde in Santiago de Chile, Friedemann Bauschert, Pfarrer der Württembergischen Landeskirche, war mit seiner Familie gerade zwei Tage in Chile als das Beben über das Land hereinbrach. Das GAW will seinen Schwestern und Brüdern in Chile zur Seite stehen. Viel wird wieder aufgebaut werden müssen. Dafür brauchen wir dringend Unterstützung!"

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